Lass dich lieben

Wenn ich die Augen schließe, dann sehe ich meine Töchter, wie sie voller Stolz sich im Kreis drehen und mir ihre flatternden Röcke zeigen. Jede ihrer Gesten, ihre Mimik, alles formt sich zu einem großen Fragezeichen: ‚Bin ich schön, Mama?‘ Jedes Mädchen will eine Prinzessin sein und wir Mamas haben die gleiche Sehnsucht: wir wollen schön sein, geliebt sein, so wie wir sind. Wir träumen von dem Prinzen, der uns erlöst, freikauft, wachküsst. Weltweit seufzen Frauen bei Liebesfilmen, wenn es ein Happy End gibt. Und tief in ihnen drin regt sich dieses Verlangen nach totaler, absoluter Annahme, nach einem Happy End in ihrem Leben. Sie wollen auch dieses ’sie-lebten-glücklich-und-zufrieden-bis-an-ihr-Lebensende.‘
Es ist ein Segen, wenn kleine Mädchen von ihren Eltern (und besonders von ihrem Papa) immer wieder vermittelt bekommen: Du bist wunderschön! Du bist geliebt! Du bist gewollt! Du bist es wert. Immer wieder beobachte ich, wie unsere Mädchen sich zu ihrem Vater hinwenden und gesehen werden wollen. Und wie sehr leuchten dann ihre Augen, wenn sie merken, ihr Papa ist stolz auf sie, er liebt sie. Da wird der Liebestank in ihnen aufgefüllt und sie haben es leicht , sich selber anzunehmen, sich selber schön zu finden.
Und dann gibt es die Mädchen, die das nicht erfahren. Die Frauen, die von ihrem Vater nie gehört haben: Du bist wunderschön! Ich bin so stolz, dass du meine Tochter bist. So viele Frauen tragen eine Wunde in sich und sie schmerzt und fault und vergiftet ihr Selbstbild. Mein Vater hat sich nie zu mir herabgebeugt und hat mir in’s Ohr geflüstert, dass er mich liebt. Ich wurde nie von meinem Vater in den Arm genommen. Ich denke, mein Vater war nie stolz auf mich. Und die Spirale dreht sich beharrlich nach unten und da unten ist nichts als Selbsthaß.
Wir Frauen sehnen uns danach, als etwas besonderes wahrgenommen zu werden. Bedingungslos geliebt zu sein. Wir wollen erobert werden, ganz so wie die Prinzessin im Märchen.
Als ich vor Jahren das Buch ‚Captivating‘ von John und Stasi Eldredge gelesen habe, ist mir klar geworden: diese Sehnsucht ist kein naives Wunschdenken oder nur ein alberner Kleinmädchentraum. Es gehört zu meinem Frau-sein dazu, es ist Teil der Liebesgeschichte zwischen Jesus und mir. Jesus will mein Prinz sein und mich erlösen. Er will mich erretten aus dem Dornröschenschlaf, er will mich freikaufen von der bösen Macht, er will mich zu einer wunderschönen Braut machen. Er jubelt über mir, er ist stolz auf mich, er findet mich schön. Er lässt mein Herz nie fallen. Er geht behutsam mit mir um und in seinen Augen bin ich wertvoll. All die Wunden, die mir zugefügt wurden von Männern dieser Welt, heilt er mit seiner Liebe. Er hört mir aufmerksam zu und nie ist etwas anderes wichtiger, als ich.
In dem Buch, das ich eben erwähnte, wird dazu aufgefordert, sich von Jesus einen Liebesbeweis zu erbitten. Natürlich liebt er uns, seine große Liebe hat er am Kreuz ein für allemal bewiesen. Aber genauso wie es in einer Ehe nicht ausreicht, sich einmal am Hochzeitstag seine Liebe zu beweisen, reicht es auch Jesus nicht, uns nur einmal seine Liebe zu zeigen. Er gibt gerne und er gibt im Überfluss! Er wirbt um uns.
Vor ein paar Jahren erbat ich mir von Jesus so einen Liebesbeweis. Kurz darauf bin ich spazieren gegangen und ich kam zu einem herrlich blühenden Baum. Und als ich auf den Baum zuging, kam ein leichter Wind auf und tausende von kleinen Blütenblättern rieselten auf mich herab. Es war unbeschreiblich schön und ein ganz intimer Moment zwischen Jesus und mir. Ich fühlte mich wie eine Braut auf dem Weg zum Alter. Ich fühlte mich schön und angenommen und ich zehre heute noch von diesem Bild.
Lass dich heute von Jesus lieben, tief und inniglich. Begegne ihm in der Küche beim Kochen oder beim Wäsche falten. Lass dich in seine Arme fallen, wenn du dich für 10 Minuten auf die Couch legst und dich ausruhst. Entdecke seine kraftvolle Liebe im ersten Herbststurm und seine sanfte Zärtlichkeit in den Sonnenstrahlen, die sich durch die dicke Wolkendecke brechen.
Und wenn du so einen Moment mit Jesus hattest, vielleicht magst du ihn mit uns teilen. Als Ermutigung und als Ansporn für andere, sich für ihn zu öffnen.

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