Mama betet

Vor ein paar Jahren hat mir eine Freundin erzählt, dass sie sich noch so gut daran erinnern kann, dass ihre Mutter morgens sehr früh aufstand, um in der Küche ihre Bibel zu lesen und zu beten. Unser Pastor hat am Sonntag in seiner Predigt erzählt, dass er als Kind seine Mutter oft beim Bibel lesen gesehen hat. Und wenn seine Mutter für eine Zeit nicht gestört werden wollte, dann wusste er: sie betet. Diese Kindheitserinnerungen haben geprägt und geformt und ich frage mich schon länger: welche Erinnerungen werden meine Kinder haben, wenn sie einmal an mich denken werden? In 20, 30 Jahren? Wie oft sehen meine Kinder mich mit einer Bibel in der Hand, wie oft sehen sie mich beten? (Mal abgesehen von dem obligatorischen Tischgebet?) Können meine Kinder an meiner Lebensweise ablesen, wie sehr ich Jesus liebe, wie wichtig er für mein Leben ist? Ist ihnen klar, dass ich ohne Jesus nichts tun könnte? Ist das mein Zeugnis?
Ich muss ehrlich gestehen…meine Kinder werden sich wohl eher an eine morgenmuffelige Mama erinnern, die erstmal eine halbe Stunde braucht, um ‚warm zu laufen‘. Früh aufzustehen ist für mich … schwierig. Ich bin ein Nachtmensch und wache um halb 11 Uhr abends noch mal richtig auf. Und ich bin nicht diszipliniert genug pünktlich ins Bett zu gehen um früh morgens Zeit und Energie für’s Bibel lesen und Beten zu haben. Meine Kinder sind allerdings begeisterte Frühaufsteher (vor allem unsere älteste Tochter) und sie sieht mich meistens noch im Bett liegen. Ist mir eigentlich bewusst, was für eine wunderbare Gelegenheit mir da flöten geht…wie wäre es, wenn meine große Tochter frühs die Treppe runterkommt und ihre Mutter im Bademantel und mit einer Tasse Kaffee am Eßtisch antrifft – mit einer Bibel in der Hand? Im Gebet vertieft? Ich versuche schon seit einer kleinen Ewigkeit diszipliniert genug zu sein, zeitig genug aufzustehen, um genau Zeit mit Jesus zu haben. Nicht, um meiner Tochter zu zeigen:‘ Schau mal, wie toll die Mama ist! Sitzt da früh um 6 Uhr und liest brav die Bibel!‘ Das wäre eine Farce und Heuchelei und Kinder sind Weltmeister darin, so etwas zu durchschauen. Es geht mir darum, dass ich eine Leidenschaft für Jesus entwickle, die es mir möglich macht, den Wecker auf 6 Uhr zu stellen. Eine tiefe Sehnsucht für meinen Erlöser, der mich jeden Tag unterstützt. Dass ich an den Punkt komme, wo es mir klar ist, dass ich ohne ihn tatsächlich nichts tun kann…und dass diese Liebe, diese Leidenschaft dann überschwappt zu meinen Kindern. Dass sie meine Prioritätenliste erkennen können: Jesus ist die Nummer 1. Ich nehme mir Zeit für ihn früh am Morgen, weil er es wert ist. Weil Mama weiß, sie braucht Jesus ganz, ganz doll.

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