Frust

(von Annette)

Mein Großer kam heute zum wiederholten Mal frustriert vom Handballtraining nach Hause. „Ich habe den Ball im Spiel nur ein einziges Mal bekommen!“ Er ist Linkshänder, wird strategisch sinnvoll auf der rechten Seite eingesetzt, weil er so günstig aufs Tor werfen könnte, hätte er den Ball. Nur spielt die gesamte restliche Mannschaft über links… Das stelle ich mir mehr als frustrierend vor für einen Elfjährigen, der Leistung bringen und auch mal Tore werfen möchte. Indes – ohne Ball kein Tor. Tobias verzog sich in sein Zimmer, Licht aus, Kopfhörer auf die Ohren. Später ging ich mal nachschauen und fragte, ob wir wie jeden Abend noch den „Guten Start“ zusammen lesen sollen. Grummel, grummel, aber wir haben gelesen. Heute Psalm 130: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: Herr höre meine Stimme! Wende dein Ohr mir zu, achte auf mein lautes Flehen!“ Die Auslegung begann sinngemäß: „Kennst Du solche Tage, an denen alles schief geht? Du hast Streit mit Deinem besten Freund, verstehst Mathe absolut nicht, Deine Oma ist schon lange krank, Du betest schon lange dafür, aber nichts tut sich, und Du fragst Dich, ob Gott Dich überhaupt hört.“ Tobias unterbricht: „Ey, Mama, wie kommt das? Das ist total oft so, dass da genau das steht, was ich gerade brauche!“ Und ich war froh, dass er bekommen hat, was er brauchte, dass ich die Worte nicht selbst finden musste. Dass er nicht nur lesen konnte, dass Gott sich kümmert, sondern es genau in diesem Moment spüren konnte, dass Gott seine Not sieht. „Denn beim Herrn ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in Fülle.“

 

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