Mangel aushalten

Ein Blick in meine Tupperschublade war ernüchternd: keine Dose fürs Pausenbrot vorhanden. Immer fehlen diese Dinger.

Ständig dieser Mangel in meiner Küche: zu kleine Arbeitsfläche, keine ordentliche Bratpfanne, ein Kühlschrank, der nicht einwandfrei funktioniert.

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Ein Blick in mein Herz. Ebenso ernüchternd. Zuwenig Zufriedenheit. Unsicherheit. Angst. Sorgen. Der Mangel lässt mein Herz manchmal flattern, wie die Flügel eines kleinen, eingesperrten Vogels.

Mangel wird im Duden so beschrieben:

Fehlen von etwas, was vorhanden sein sollte, was  gebraucht wird.

Synonyme sind zum Beispiel:

Minus, Zuwenig, Knappheit.

Manchmal, nein ganz oft, und  – ganz ehrlich: gerade jetzt definiert Mangel gut meinen Allgemeinzustand. Ich schimpfe vor mich hin, ärgere mich über die Sachen, die ich nicht habe, die ich nicht bin. Ganz schnell bin ich in der Mangelspirale nach tief unten gefangen, wo Bitterkeit und Unfrieden herrscht. Mein Mangel öffnet Tür und Tor für noch mehr ‚zuwenig‘. Meine Augen sehen nur noch das, was nicht da ist. Mein Umgang mit meinem Mangel sensibilisiert mich für das, was nicht ist und was ich doch so gerne hätte und wäre.

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Aber ich lerne, dass ich meinen Mangel in der Gegenwart Gottes aushalten darf. Mein Gott füllt meinen Mangel aus. Nicht immer mit dem, was ich wählen würde. Und auch nicht immer dann, wenn ich denke, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt. Manchmal auch gar nicht oder dann wieder ganz unerwartet schnell. Ich lerne mit meinem Mangel vor den Thron Jesu zu kommen und zu erwarten, dass er mir voll einschenkt. Bis zum Überfließen. (Psalm 23). Ich lerne inmitten meines Mangels Jesus zu sagen, dass er genügt. Inmitten meines Mangels, meiner Schwachheit, meiner unerfüllten Träume, meiner zu kleinen Küche, ist er genug. Mehr als genug.

Jesus begegnet mir in meinem Mangel. In meinem nicht-haben. Meinem nicht-sein. Und da, wo ich es am wenigsten erwartet hätte, erfahre ich Fülle. Fülle des Lebens. Das Leben, das Jesus anrührt, wird reich, wird voll, wird tief. Ich habe zwar keine Bilder von meinem Eigenheim, dem superteuren Urlaub, der Luxusyacht, die ich zum Angeben auf den Tisch legen könnte. Aber ich habe Frieden, wenn der Sturm des Lebens tobt, ich habe Einblick in die Schätze des Himmels, die mir hier und jetzt schon zur Verfügung stehen und ich darf erleben, wie mein himmlischer Vater ganz konkret in meinen Alltag eingreift und meinem Mangel verscheucht.

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Das Leben ist mehr als Besitz, Karriere, pralles Geldkonto. Das wahre, echte Leben passiert, wenn ich auf meinen Knien vor Jesus bin und spüren darf, dass er mich sieht. Das echte Leben begrenzt sich nicht auf das, was vor meinen Augen ist, auf das was ich habe oder eben nicht.

Zu lange habe ich gedacht, mein Mangel hält mich auf, behindert mich auf meinem Weg ins erfolgreiche Leben. Jesus denkt anders. Er macht gerade meinen Mangel zum Sprungbrett in ungeahnte Höhen. Wenn vermeintliche Sicherheiten wegfallen, dürfen wir erfahren, was wirklich hält, was wirklich zählt. Wenn ich erlebe, dass Gott mich trotz meiner Schwachheit und meines Versagens beruft, ist das das größte Glück.

‚Gott bringt die Verlassenen heim, er führt die Gefangenen hinaus ins Glück…‘
Psalm 68, 7

‚Er stillt mein Verlangen…‘
Psalm 23,  3

 

 

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7 Kommentare zu „Mangel aushalten

  1. Danke, das ist toll geschrieben und erinnert mich wieder daran auch mit kleinem Mangel zu Jesus zu kommen. Ich muss immer aufpassen es nicht selber machen zu wollen. Es ist immer noch ein Lernprozess für mich, das Gott meinen Mangel füllt.(Gerade mit wichtigen elementaren Dingen) (Das Brotdosensproblem, hat Gott dank ein Euro Brotdosen von Woolworth gelöst ;), oder eher mein Mann.)

  2. Liebe Inka,
    ich hoffe, es ist ok, daß ich das “Du“ wähle?
    Persönlich finde ich das auch ein ganz tolles Thema, egal ob es z.B. um die “Brotdose“ oder das Empfinden von Mangel im Großen und Ganzen geht.

    Menschen, die “alles haben“, können eine tiefe, innere Leere empfinden, hingegen “einfache Menschen“ Freude. Das ist jetzt etwas plakativ dargestellt, aber ich glaube auch, daß wir den inneren Frieden, den Du ansprichst, nur von Gott/Jesus/dem Heiligen Geist in dieser Form und damit auch einem “Fülleempfinden“ bekommen können.

    Da bleibt es eine Übung, den Fokus im Alltag und in Jesus im Blick zu behalten.

    Es geht so vielen Menschen so – DANKE für Deinen schönen Text, der gerade einem “Mangeltag in bestimmter Hinsicht noch mehr “richtigen“ Fokus geschenkt hat – Teilen tut so gut!

    Liebe Grüße, Manuela

    1. Liebe Manuela, danke für deinen Kommentar! Ich freu mich, dass du hier gelandet bist und dass dich das Thema ‚Mangel‘ anspricht. Du hast absolut recht: es ist ein ständiger Prozess, Jesus im Blickfeld zu behalten und uns komplett auf ihn auszurichten. Danke für deine Gedanken! Alles Liebe, deine Inka

      1. Liebe Inga,
        lieben Dank für Deine Antwort, sehr gerne und ich freue mich, daß ich Deinen Blog hier vor ein paar Tagen entdeckt habe!
        Das Thema “Jesus im Alltag“ ist eines meiner “Lieblingsthemen“ ;-).
        Wir können so schnell abgelenkt werden, dabei möchte Er, daß wir Fülle haben 🙂 Es gibt da so einen großen “Bedarf“ bei so vielen die Ihn dort suchen…
        Bleibe hier am Ball – freue mich für Deinen Blog, weil so wertvoll!
        Alles Liebe, Manuela

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