Mitten im Leid

Gestern Nacht lag ich für zwei Stunden wach.  Nachdem die erste Urlaubswoche sehr stressig war und kaum Zeit zum Nachdenken blieb, kam vor zwei Tagen die Trauer wieder hoch. Seitdem sind viele Tränen geflossen und ich versuche zu verstehen, was da vor zwei Wochen eigentlich passiert ist. Am Tag, als ich von dem Tod meines Babys erfuhr, hatte ich am vormittag noch ein fröhliches Gespräch mit unserer Apothekerin, die auch schwanger ist, und ich hatte eine sprudelnde Freude über das Leben in mir gespürt. Keine 5 Stunden später sass ich mit hämmernden Kopfschmerzen und tränenverschmierten Gesicht beim Frauenarzt. Eine Welt brach zusammen.

Ich versuche Stück für Stück diese Welt wieder zusammenzusetzen. Nicht bitter zu werden. Den Glauben an Gottes Güte nicht zu verlieren. Halt zu finden in Seinen Zusagen an mich. Mich trösten zu lassen von anderen Frauen, die ähnliches erlebt haben. Vorgestern habe ich hier im Radio ‚Blessings‘ von Laura Story gehört . Ich hatte dieses Lied schon mal hier auf Alltagsliebe gespostet und wenn ich heute den Eintrag von vor ein paar Wochen lese, hat alles nochmal eine ganz andere Bedeutung für mich gewonnen.

Als ich letzte Nacht wach lag und mit meinen Gedanken kämpfte und die Trauer sich an meiner Seele rieb und mein Herz ganz wund pochte, da hörte ich den ersten Vogel zwitschern.  ‚Glaube ist wie ein Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist.‘  Es war, als würde Gott in meine Dunkelheit hineinsprechen und mir Mut machen. Glaube mir. Vertraue mir. Ich stehe über den Dingen. Meine Wege sind nicht deine Wege und meine Gedanken nicht die deinen. Dieser eine Vogel sang unentwegt sein Lied, bis irgendwann ein zweiter einstimmte und bald ein ganzer Chor von Vögeln den neuen Tag begrüßte. Langsam dämmerte es. Und in mir glomm Hoffnung auf. Es wird wieder hell werden. Gottes Güte wird am Ende über den Schmerz triumphieren.

‚Seid still und erkennt, dass ich Gott bin.‘ Psalm 46, 10

‚Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so viel höher stehen meine Wege über euren Wegen und meine Gedanken über euren Gedanken.‘ Jesaja 55, 9

‚Hab keine Angst, ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du gehörst mir. Wenn du durch Wasser gehst, werde ich bei dir sein. Ströme sollen dich nicht überfluten! Wenn du durch Feuer gehst, wirst du nicht verbrennen; die Flammen werden dich nicht verzehren!‘ Jesaja 43, 1-2

 

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2 Gedanken zu „Mitten im Leid

  1. Hallo liebe Inka!
    Ich bete, daß Gott dich weiterhin trägt und dir nahe ist. Er ist bei dir. Er hält dich ganz fest und er weiß wie es sich anfühlt ein Kind zu verlieren. Hab dich lieb. Wenn du mich anrufen möchtest, schicke ich dir gerne meine Nummer. Laß dich umarmen.

  2. Liebe Inka,
    zum Thema Bitterkeit lese ich grad ein Buch von Bill Wilson, in dem ein Zitat von Harry Fosdick steht: „Bitterkeit nimmt das Leben gefangen; Liebe setzt es frei. Bitterkeit lähmt das Leben; Liebe gibt ihm Kraft. Bitterkeit macht das Leben sauer; Liebe heilt es. Bitterkeit macht das Leben blind; Liebe ist wie Salbe für seine Augen.“
    Wir wünschen euch noch eine gesegnete und tolle Urlaubszeit und freuen uns, wenn ihr wieder hier seid. Wir danken Gott, dass er deine Tränen trocknen und dich trösten wird. Fühlt euch alle ganz fest von uns umarmt.

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