Eiszeit

Auf meinem Weg durch den Park. Die Luft ist eiskalt. Ich ziehe den Schal hoch, richte den Blick auf den Boden. Schnell gehe ich vorwärts.

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Wie oft gehe ich so durch das Leben? Gehetzt von den Umständen, kein Blick für meine Umgebung, den Elementen des Lebens scheinbar schutzlos ausgeliefert.

Als ich zitternd vor Kälte und mit einem bangen Herzen meinen Weg fortsetzte, hatte ich mit einem Mal den Eindruck das Lachen Gottes zu hören. Ein herzliches, offenes, liebevolles Lachen. Mit einem Mal brach die Sonne zu mir durch, ich hob meinen Blick und wollte dieses Lachen festhalten, mich in diesem Lachen bergen, es nie mehr vergessen. Dieses Lachen veränderte plötzlich meine Perspektive – um mich herum war noch tiefster Winter, aber ich hörte die ersten Vögel zaghaft zwitschern. Ich spürte, wie die Natur – scheinbar tot -um mich herum brodelte; ich sah förmlich, wie die Äste an den Bäumen intensiv arbeiteten, dass bald die ersten Knospen kommen können. Es war, als würde Gott in mein Herz sprechen:

Meine geliebte Tochter! Du siehst nur Winter, spürst nur Eiseskälte. Du ahnst nicht, welch großartige Dinge, ich für dich vorbereitet habe. Siehst du es nicht, erkennst du es nicht? Bald grünt und blüht dein Leben! Was noch grau und gefroren ist, wird fruchtbare Erde, was noch leblos auf die Sonne wartet, wird vor Leben strotzen. Warte nur ab, meine Tochter. Meine Worte sind wahr und meine Hoffnung real. Lass den Winter nur sein Werk tun, ich tue das meine in der Verborgenheit. Und das Verborgene wird triumphieren! 

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Ich war so tief bewegt über diese Gottesbegegnung in diesem menschenleeren Park. Wie konkret und oft so unerwartet der Herr doch in unser ängstliches Herz sprechen kann…Tiefer Frieden erfüllte mich und ein paar Schritte weiter entdeckte einen Baum, der tatsächlich schon die ersten Knospen trug. Ganz klein, ganz zaghaft. Als ich ein kleines Ästchen abbrach, war das Innere grün und saftig. Und das bei Eis und Schnee und Minusgraden…

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Seit ein paar Tagen nun trage ich diese Worte mit mir herum und bewege sie in meinem Herzen. Und ich glaube, dass der Herr nicht nur zu mir gesprochen hat, sondern dass diese Botschaft auch für dein Herz gilt. Egal in welcher Lebenssituation du dich befindest – der Winter wird weichen und der Frühling wird dein Leben bunt machen. Gib nicht auf, du Königstochter, sondern halte dich nah an Jesus, der dich durch die Eiszeit deiner Seele trägt. Der dir Sonne und Wärme spendet, wenn alles um dich herum kalt und klamm ist.

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Nimm dir ein wenig Zeit und versuche das Lachen Gottes zu hören! Er thront über den Schwierigkeiten unseres Lebens und verliert nie den Mut. Sein Lachen zeigt mir, dass er das gute Ende sieht, dass er um den Sieg weiß.

Winter, tu nur was du kannst! Du machst mir keine Angst. Mein Gott ist ein Gott des Neuanfangs, der Hoffnung, des immer wiederkehrenden Frühlings.

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‚Steh auf meine Freundin, meine Schöne und komm! Denn der Winter ist vorüber, die Regenzeit ist vorbei und vergangen. Die Blumen beginnen zu blühen, die Zeit des Singens ist gekommen.‘ Hohelied 2, 10

‚Doch auf sein Wort hin schmilzt alles wieder. Er schickt seine Winde und das Eis taut.‘ Psalm 147, 18

‚Denkt nicht mehr daran, was war und grübelt nicht mehr über das Vergangene. Seht hin: ich mache etwas Neues; schon keimt es auf. Seht ihr es nicht? Ich bahne einen Weg durch die Wüste und lasse Flüsse in der Einöde entstehen.‘ Jesaja 43, 18-19

Alle Fotos: Inka Hammond

 

 

Mangel aushalten

Ein Blick in meine Tupperschublade war ernüchternd: keine Dose fürs Pausenbrot vorhanden. Immer fehlen diese Dinger.

Ständig dieser Mangel in meiner Küche: zu kleine Arbeitsfläche, keine ordentliche Bratpfanne, ein Kühlschrank, der nicht einwandfrei funktioniert.

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Ein Blick in mein Herz. Ebenso ernüchternd. Zuwenig Zufriedenheit. Unsicherheit. Angst. Sorgen. Der Mangel lässt mein Herz manchmal flattern, wie die Flügel eines kleinen, eingesperrten Vogels.

Mangel wird im Duden so beschrieben:

Fehlen von etwas, was vorhanden sein sollte, was  gebraucht wird.

Synonyme sind zum Beispiel:

Minus, Zuwenig, Knappheit.

Manchmal, nein ganz oft, und  – ganz ehrlich: gerade jetzt definiert Mangel gut meinen Allgemeinzustand. Ich schimpfe vor mich hin, ärgere mich über die Sachen, die ich nicht habe, die ich nicht bin. Ganz schnell bin ich in der Mangelspirale nach tief unten gefangen, wo Bitterkeit und Unfrieden herrscht. Mein Mangel öffnet Tür und Tor für noch mehr ‚zuwenig‘. Meine Augen sehen nur noch das, was nicht da ist. Mein Umgang mit meinem Mangel sensibilisiert mich für das, was nicht ist und was ich doch so gerne hätte und wäre.

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Aber ich lerne, dass ich meinen Mangel in der Gegenwart Gottes aushalten darf. Mein Gott füllt meinen Mangel aus. Nicht immer mit dem, was ich wählen würde. Und auch nicht immer dann, wenn ich denke, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt. Manchmal auch gar nicht oder dann wieder ganz unerwartet schnell. Ich lerne mit meinem Mangel vor den Thron Jesu zu kommen und zu erwarten, dass er mir voll einschenkt. Bis zum Überfließen. (Psalm 23). Ich lerne inmitten meines Mangels Jesus zu sagen, dass er genügt. Inmitten meines Mangels, meiner Schwachheit, meiner unerfüllten Träume, meiner zu kleinen Küche, ist er genug. Mehr als genug.

Jesus begegnet mir in meinem Mangel. In meinem nicht-haben. Meinem nicht-sein. Und da, wo ich es am wenigsten erwartet hätte, erfahre ich Fülle. Fülle des Lebens. Das Leben, das Jesus anrührt, wird reich, wird voll, wird tief. Ich habe zwar keine Bilder von meinem Eigenheim, dem superteuren Urlaub, der Luxusyacht, die ich zum Angeben auf den Tisch legen könnte. Aber ich habe Frieden, wenn der Sturm des Lebens tobt, ich habe Einblick in die Schätze des Himmels, die mir hier und jetzt schon zur Verfügung stehen und ich darf erleben, wie mein himmlischer Vater ganz konkret in meinen Alltag eingreift und meinem Mangel verscheucht.

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Das Leben ist mehr als Besitz, Karriere, pralles Geldkonto. Das wahre, echte Leben passiert, wenn ich auf meinen Knien vor Jesus bin und spüren darf, dass er mich sieht. Das echte Leben begrenzt sich nicht auf das, was vor meinen Augen ist, auf das was ich habe oder eben nicht.

Zu lange habe ich gedacht, mein Mangel hält mich auf, behindert mich auf meinem Weg ins erfolgreiche Leben. Jesus denkt anders. Er macht gerade meinen Mangel zum Sprungbrett in ungeahnte Höhen. Wenn vermeintliche Sicherheiten wegfallen, dürfen wir erfahren, was wirklich hält, was wirklich zählt. Wenn ich erlebe, dass Gott mich trotz meiner Schwachheit und meines Versagens beruft, ist das das größte Glück.

‚Gott bringt die Verlassenen heim, er führt die Gefangenen hinaus ins Glück…‘
Psalm 68, 7

‚Er stillt mein Verlangen…‘
Psalm 23,  3

 

 

Bruchstücke

2016 war ein sehr schwieriges Jahr für mich. Mich quälten Panikattacken, Angstzustände, depressive Gedanken. Ich habe eine Traumatherapie begonnen und so arbeite ich nun Stück für Stück an meiner kranken Seele. Trage Stein für Stein den großen Berg ab, der sich in meinem Herzen angehäuft hat. Das ist ein schmerzhafter, anstrengender Prozess. Mein Mann hat mich gestern Abend gefragt, was mein Highlight im vergangenen Jahr war. Ich musste lange nachdenken. Es gab viele schöne Momente, aber alle waren überschattet von meinem Kampf gegen die Angst. Aber: es gab schöne Momente. Jeder schöne Moment konnte entstehen, weil ich mich bewusst dazu entschlossen hatte. Ich stieg in die Seilbahngondel, ich hielt die Enge in der U-Bahn aus, ich konzentrierte mich auf mein Atmen in der Menschenmenge. Es war ein anstrengendes Jahr. Aber ich habe nicht klein beigegeben und beharrlich das Schöne gesucht.

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Vor ein paar Wochen habe ich eine sehr ermutigende Predigt gehört. Es ging über die Phasen im Leben, wo wir im Feuerofen sind. Wo unser Glaube getestet wird. Wo die Umstände schlimm sind. Wo wir das Gefühl haben, es keine Sekunde länger aushalten zu können. Im Buch Daniel (Kapitel 3) wird beschrieben, wie Daniels Freunde in den Feuerofen geworfen werden, weil sie sich weigerten König Nebukadnezar anzubeten. Das Feuer war so heiß, dass die Wachen, die die drei Männer in das Feuer schmeißen sollten, umkamen. Schadrach, Meschach und Abed-Nego aber überlebten das Feuer. Das Einzige, das verbrannte, waren ihre Fesseln. Und sie waren im Feuer nicht allein: Jesus war bei ihnen. Und so ist das bei mir. Weil ich weiß, dass Jesus bei mir ist, kann ich dieses Feuer aushalten. Das Einzige, was verbrennt, sind meine Fesseln. Ich weiß, dass ich aus diesem Feuer lebend herauskommen werde, bestärkt in meinem Glauben, tiefer verwurzelt in meiner Liebe zu Jesus. Ja, soll das Feuer nur wüten – mein Herr ist bei mir!

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Und so gehe ich mit etwas wackeligen Beinen in das neue Jahr. Noch nie war mir so sehr bewusst, dass ich Jesus so sehr brauche. Jeden Tag. Aber das ist okay, denn genau da will ich sein: in der totalen Abhängigkeit. Heute morgen hatte ich die Gelegenheit im Gebetsraum des Gebetshauses Augsburg zu sein. Ich bin so dankbar für diese Zeit, denn gibt es etwas besseres, als ein neues Jahr zu den Füßen Jesu zu beginnen? Der Livestream vom Gebetshaus in Kansas City lief im Hintergrund. Kurz bevor ich gehen wollte, wurde dieser Refrain gesungen: ‚You choose the weak to shame the wise, you fill the broken with praise.‘ (Du erwählst das Schwache um das Starke zu beschämen, du erfüllst die Zerbrochenen mit Lobpreis.). So gehe ich in das neue Jahr: schwach, aber stark durch Jesus, zerbrochen, aber voller Lob für meinen Gott.

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Und weil ich gerade über Zerbruch schreibe, möchte ich euch davon erzählen, wie Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens Neues schaffen kann: mein Mann war jahrelang süchtig nach Pornographie. Schon lange bevor wir uns kennen lernten, war er abhängig. Irgendwann hat er mir davon erzählt, ich weiß gar nicht mehr, ob das vor oder nach unserer Hochzeit war und mir war damals auch nicht bewusst, wie tief er in diesem Sumpf steckte. Im Laufe unserer Ehe beichtete er mir immer wieder mal, das er sich etwas angesehen hatte. Ab und zu stolperte ich über ein Bild, das auf unserem Computer gespeichert war. Jedesmal war das für mich extrem schwierig, ich fühlte mich betrogen. Es dauerte immer eine Weile, bis das Vertrauen wieder hergestellt war. Aber im Großen und Ganzen war ich davon überzeugt, dass mein Mann das im Griff hat. Er ist der standfestere von uns beiden, der geerdete, der ruhige, der Besonnene. Ich machte mir keine große Gedanken. Was ich nicht ahnte, war, dass mein Mann ein Doppelleben führte. Er konsumierte mehr und mehr Pornographie und bekam schließlich Angst um unsere Ehe, Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Und, Gott sei Dank!, zog er die Notbremse und fing an radikal gegen seine Sucht anzugehen. Jesus setzte ihn nach vielen Kämpfen frei und nun hat er mit anderen Männern, die ebenfalls frei von Pornographie wurden, einen Verein gegründet: www.free-indeed.de. Die Webseite ist seit ein paar Tagen online und ab heute kann man sich für einen Onlinekurs anmelden.

Die Sucht nach Pornographie ist weiter verbreitet, als man denkt. Laut einer Studie des weißen Kreuzes, konsumieren 2 von 3 christlichen Männern regelmäßig Pornographie. Auch Frauen sind vermehrt von dieser Sucht betroffen. Pornographie ist eine Droge, die alles lähmt und alles zerstört. Mein Mann und ich beten, dass christliche Männer in Deutschland da nicht länger mitmachen. Wir beten, dass das Thema immer mehr in den Mittelpunkt rückt und so Ehen gerettet werden können. Wir beten, dass Männer frei werden, dass sie in ihre Berufung hineinkommen, dass sie ihre Ehefrauen so lieben können, wie Gott es sich gedacht hat – in Reinheit und mit ganzer Hingabe. Wir beten und glauben, dass Gott Männer ruft in ihre wahre Identität zu kommen, dass Kämpfer und Helden erwachen und die Welt verändern.

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Bruchstücke. Vielleicht stehst du auch am Anfang dieses neuen Jahres und hast lauter Scherben in den Händen. Ich will dir von Herzen Mut machen. Ich staune so sehr, wie Gott die Bruchstücke, die die Sucht im Leben meines Mannes hinterlassen hat, genommen hat und nun diese Plattform geschaffen hat, die tausenden von Männern helfen kann, frei zu werden. Einfach nur, weil mein Mann und seine Freunde damals alles Gott hingegeben haben und mutig genug waren, zu ihrer Schwachheit zu stehen. Und da stehe ich auch – einfach nur schwach und zerbrochen, aber mit Hoffnung erfüllt, dass mein Gott alles gut machen wird und dass er einen Plan hat, der meine kühnsten Träume übertrifft. Das gilt auch für dich!

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Der Herr macht alles neu.

Alle Fotos von Inka Hammond

Mit Jesus am Frühstückstisch

Vor ein paar Tagen habe ich meinen Kindern völlig verschlafen am Frühstücksttisch  eine Bibelgeschichte aus einem Kinderbuch vorgelesen. Die Bilder und auch die Sprache in diesem Buch sind auf Kleinkinder ausgerichtet, was meiner morgendlichen Gehirnfunktion sehr zugute kommt. Obwohl meine Kinder schon älter sind, mögen sie die einfach gezeichneten Bilder und die kindlichen Formulierungen. Und ich kann mich im Halbschlafmodus bei den riesigen Buchstaben nicht wirklich verlesen.

Es ging um die Geschichte um Simon, den Fischer. Der eine ganze Nacht auf dem See Genezareth arbeitete und keinen.einzigen.Fisch fing. Völlig gefrustet fuhr er am morgen zum Ufer zurück, nur um von Jesus um einen Gefallen gebeten zu werden. Er sollte sein Boot etwas ins Wasser fahren, so dass Jesus von dort zu den Menschen sprechen konnte, ohne dass es Gedränge gab und jeder Jesus gut sehen konnte. Simon hat das getan, obwohl er gerade die ganze Nacht hart gearbeitet hatte, keinen Erfolg erzielt hatte und mit Sicherheit sein Boot einfach nur festmachen und sich schlafen legen wollte.

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Aber nicht nur das. Als Jesus fertig war mit reden, sagte er zu Simon: ‚Simon, nimm dein Boot, fahre ins tiefe Wasser und fange ein paar Fische.‘ (O-Ton Kinderbuch) Ganz ehrlich, wenn ich Simon gewesen wäre, hätte ich gesagt: ‚Nein, sorry. Ich war die ganze Nachte da draußen. Fische fängt man nachts, Jesus. Ich bin kein blutiger Anfänger, ich kenne mich in dem Business schon etwas aus. Du hast mein Boot schon die letzten Stunden besetzt, ich bin müde, ich will ins Bett. Auf Wiedersehen.‘ Aber Simon, der übermüdete Fischer, hörte auf Jesus und fuhr mit seinem Boot nochmal raus auf den See und  – hatte den Fang seines Lebens. Er fing so viele Fische, dass andere Fischer ihm zur Hilfe kommen mussten.

Da ist die Geschichte aber immer noch nicht zu Ende. Man muss sich das mal vorstellen: Simon, völlig am Ende seiner Kräfte, aber überdreht happy, weil er absolut unerwartet mega Erfolg beim Fischen hatte und jetzt richtig viel Geld mit seinem Fang machen konnte, wurde von Jesus mit diesen Worten am Ufer empfangen (wieder O-Ton Kinderbuch): ‚ Jetzt‘, sagte Jesus, ‚wirst du Menschen fischen.‘ Und dann steht da ganz banal: ‚Simon und seine Freunde ließen die Fische liegen. Sie stiegen aus den Booten. Und sie gingen mit Jesus.‘ (Lukas 5,1-11)

Da sass ich mit meinem Kaffee am Frühstücktisch und hatte Tränen in den Augen. Die Geschichte wurde so einfach aufgezeichnet, ohne große Worte, aber die Tiefe ist enorm. Und ich konnte nicht anders – gleich hatte ich Parallelen zu meinem eigenen Leben im Kopf:

Wie oft  hatte ich schon durchwachte Nächte, war am Morgen völlig frustriert? Und war mein Herz da offen und weich für Jesus? Hätte ich mein Boot für Jesus nochmal rausgefahren? Bin ich als todmüde Mama bereit am frühen Morgen auf Jesus zu hören und mein erschöpftes Ich hinten an zu stellen?

Und hätte ich wie Simon, mir etwas von Jesus sagen lassen, was ich doch so viel besser weiß? Wie oft verstopft mir mein eigener Stolz die Ohren und ich kann Jesu Ratschlag nicht hören?

Und, Hand aufs Herz, wenn ich mal so richtig erfolgreich bin, wenn alles glatt läuft, wenn mein Leben glitzert und glänzt und mein Boot voller Fische ist – würde ich alles stehen und liegen lassen, um mich von Jesus berufen zu lassen? Sind mir nicht Geld, Ansehen und Pinterest wichtiger, als das zu tun, wozu Jesus mich beruft?

Dieses etwas kitschige Kinderbuch wurde mir zum Spiegel. Gottes Wort ist eben mächtig, auch wenn es in gewöhnungsbedürftigen kindlichen Sätzen  daher kommt.

Ich, als Mama, will wie Simon, der Fischer sein. Demütig, selbstlos, Jesus zentriert. Mein Boot soll ins Wasser gelassen werden, wenn er es will, nicht erst wenn mein Wohnzimmer aufgeräumt ist und ich diese lästigen Kilos wieder runter habe. Im Hier und Jetzt, im Chaos, in meiner Müdigkeit, in meinem Versagen will ich Jesus zur Verfügung stehen. Will ein sanftes Herz haben, wenn es mir eher nach Türen knallen zumute ist. Will meine Kinder umarmen, wenn ich lieber ein One-Way-Ticket nach weit-weg hätte. Will lieben, wenn es schwer fällt, will zuhören, wenn mir schon der Kopf schwirrt.

Ich frage mich, woher Simon die Kraft genommen hat, so selbstlos zu sein? Ich frage mich, woher ich mir die Kraft nehmen soll, so eine hingegebene Mama zu sein?

Ich glaube, Simon hat Jesus angesehen. Er hat ihm in die Augen geschaut. Er hat erkannt, dass dieser Mann jedes Risiko, alle Hingabe wert ist. Ein Blick in Jesu Augen und alles verändert sich. Auch mein müdes Mamaherz.

 

 

 

photo credit: gnseblmchen <a href=“http://www.flickr.com/photos/129811870@N06/29888833224″>Julie O I</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/“>(license)</a&gt;

photo credit: Henry Hemming <a href=“http://www.flickr.com/photos/48263027@N03/31159080752″>Who Shall Have the Fishy?</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/“>(license)</a&gt;

Haussegen

Was als Traum begann, wird nun Wirklichkeit!
Ich freue mich sehr, euch ‚Haussegen‘ vorzustellen. 

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Vor einigen Wochen habe ich mal in die Alltagsliebe-Welt hineingefragt, ob sich jemand vorstellen kann sein Zuhause während des eigenen Urlaubes, einer anderen Familie zur Verfügung zu stellen. Ein bisschen aufgeregt war ich schon. Für Haustausch gibt es ja einige große Internetportale, aber so ganz uneigennützig seine eigenen vier Wände einer anderen Familie zum Urlaub machen anzubieten, das ist schon noch mal was anderes. Und nun haben sich bereits 10 Familien gefunden, die es auf dem Herzen haben, Haussegen zu unterstützen! Das ist so wunderbar!

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Je mehr ich über das Konzept ‚Haussegen‘ nachgedacht habe, desto mehr macht es in meinem Herzen Sinn. Apostelgeschichte 2,44 erzählt davon, dass die ersten Christen alles untereinander geteilt haben, was sie besaßen. Das war eine enge Gemeinschaft, ein sich-aufeinander-verlassen-können, ein aufeinander-aufpassen. Heute sind wir davon oft weit entfernt. Der Egoismus ist auch in den Kirchen und Gemeinden verwurzelt, tiefe Konfessionsgräben trennen uns.

Meine Vision für Haussegen ist,

dass sich Christen, die sich sonst nicht kennengelernt hätten, Freundschaft schließen und einander zum Segen werden. Dass Dankbarkeit und Wertschätzung für unser eigenes Hab und Gut wächst. Dass Menschen, die ihr Leben in die Mission und in den vollzeitigen Dienst investieren und sich von einem knappen Gehalt keinen Familienurlaub leisten können, mit einer wunderschönen Urlaubszeit gesegnet werden. Dass kinderreiche Familien, die Schwierigkeiten haben eine passende und günstige Unterkunft zu finden, wieder Urlaub machen können. Dass Großzügigkeit unser Christsein mehr und mehr prägt. Dass die ‚Haussegen‘-Idee sich mehr und mehr verbreitet und schließlich auf der ganzen Welt Urlaubsziele ermöglicht.

Ich wurde in den letzten Wochen ein paar Mal gefragt, warum Haussegen nur für christliche Familien ist. Grundsätzlich kann natürlich auch eine Familie bei Haussegen mitmachen, die den christlichen Glauben nicht kennt. Aber der Kern, der Anfang soll bei uns Christen liegen. ‚An eurer Liebe werden sie euch erkennen…‘  (Johannes 13, 35) Daran, dass wir Dinge machen, die eigentlich total verrückt sind. Nachbarn von uns konnten es nicht fassen, dass wir im Sommer ein Ehepaar bei uns wohnen ließen, als wir nicht da waren. Wir teilen, wir haben Vertrauen, wir öffnen unser Zuhause für andere. Das ist Haussegen und der Grundgedanke ist absolut biblisch. Deswegen spreche ich auch in erster Linie christliche Familien an.

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Ich freue mich, dass ich euch heute ‚Haussegen‘ offiziell vorstellen kann! Schaut doch bei www.Haussegen.org vorbei und vielleicht findet ihr euer nächstes Urlaubsdomizil!

Wenn du gerne dein Zuhause auch bei Haussegen listen möchtest, dann melde dich bei inkahammond@gmail.com, Betreff: ‚Haussegen‘. Danke! 

 

Ein Brief

Ich kenne dich nicht.

Aber ich weiß, dass es dich gibt.

Vielleicht stehst du vor mir an der Supermarktkasse. Vielleicht warten wir nebeneinander an der Fußgängerampel. Vielleicht sitzt du mir in der Straßenbahn gegenüber.

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Du lächelst tapfer, aber deine Welt liegt in Trümmern. Du siehst immer nur diesen Test vor dir, diese zwei Striche. Nichts ist mehr so wie es war.

Da ist keine Freude, nur Angst und Sorge. Schock. Alles ist aus den Fugen geraten und deine Welt steht Kopf.

Alleine stemmst du dich gegen den Wind und fühlst dich hilflos und klein. Gehst durch deinen Alltag ohne Gefühl und trotzdem brennt alles in dir lichterloh.

Tausend Fragen schwirren durch deinen Kopf, nichts macht mehr Sinn und du willst einfach nur weg, weg, weg.

In dir wächst zartes Leben und doch fühlt sich alles an nach sterben. Träume zerplatzen wie Seifenblasen. Eben war deine Zukunft noch hell und schön und vielversprechend, jetzt ziehen dunkle Wolken auf.

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Der Termin ist schon vereinbart, ein paar Tage noch. In deinem Herzen herrscht Krieg. Du willst es und du willst es nicht. Die ersten Muttergefühle lassen sich nicht verdrängen. Du willst schon aufpassen auf dieses klitzekleine Wesen in dir.
Aber hast du die Kraft? Wirst du alles haben was du brauchst? Wirst du dein Kind lieben können, wenn es doch gerade alles durcheinander bringt? Wäre nicht alles einfacher, zu diesem Termin zu gehen und alles auf Null zu schalten, deine Zukunft zurück zu gewinnen? Das zu tun, was dein Freund sagt? Das zu tun, wozu deine Eltern dich drängen? Das zu tun, was deine Freunde von dir erwarten?

Dein Herz sehnt sich nach Klarheit. Nach einem Zeichen. Nach Hoffnung.

Lass diese Zeilen dein Zeichen sein. Dein Meilenstein.

Lass dieses ‚Ja‘, das noch so klein und so zart und so verletzlich in dir schlummert, laut werden und dein Kampfschrei werden. Sag ‚Ja‘ zu dem Neuen, dem Abenteuer, dem absolut Verrückten, dem absolut nicht Geplanten. Ruf dein ‚Ja‘ in deine Welt, setz ein Zeichen, zeige Mut. Geh querfeldein, sei unkonventionell, erwarte Wunder. Erlebe wie dein Bauch wächst, starre stundenlang verliebt auf das Ultraschallbild. Und dann der Moment, wo du dein Kind das erste Mal in Armen hälst, dein ‚Ja‘ zum Urschrei wurde, du gar nicht fassen kannst, welch Liebe in dir wohnt.

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Wird alles einfach? Ist das ein Spaziergang? Nein, du wirst zum Gipfelstürmer, du erklimmst den höchsten Berg, du willst bestimmt oft aufgeben. Aber dort oben dann, am Ziel angekommen, wird dein Glück grenzenlos sein.

Sei ermutigt. Sei umarmt. Entdecke deine Kraft, deinen Willen, dein Durchsetzungsvermögen ganz neu. Werde zur Löwin die für das Leben kämpft. Dein Leben und das Leben deines Kindes.

Frei und wild und mutig.

 

 

 

photo credit: lanier67 <a href=“http://www.flickr.com/photos/48165069@N00/5533216942″>9 Crimes</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/“>(license)</a&gt;

photo credit: Jon Ragnarsson <a href=“http://www.flickr.com/photos/50534569@N00/28303099035″>Coast</a&gt; via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/“>(license)</a&gt;

photo credit: DHPersonal <a href=“http://www.flickr.com/photos/18251420@N00/28904942315″>Simon in Light Therapy Bed</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/“>(license)</a&gt;

Ich kann die Uhr ticken hören

Ich kann die Uhr ticken hören.

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So leise ist es. Lange Jahre war vormittags immer mindestens ein Kind in meinem Arm. Oder an meinem Bein. Ich sehe kleine Hände voller Wasserfarben. Ich erinnere mich an die Seifenberge im Waschbecken, wenn ich mich mal schnell ums Aufräumen gekümmert habe. Der umgekippte Abfalleimer, die vollgekritzelte Wand. Es war immer etwas los. Es war bunt und anstrengend und … niemals leise.

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Jetzt sitze ich am Küchentisch und kann kaum glauben, dass diese Jahre vorbei sind. Wo ist die Zeit geblieben? Nun kommt es mir wie eine ferne Erinnerung vor, dass ich diesen Tag der Ruhe herbei gesehnt habe. Endlich nur ich. Endlich Ordnung. Endlich kein Kind, das mir beim Klo putzen helfen will.

Nun ist es soweit und ich vermisse das Kinderlachen. Das Türen knallen. Das ‚Mama, darf ich bitte, bitte, bitte vom Teig naschen?‘ Und das hunderttausendste:’Mama, spielst du mit mir?‘.

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Meine drei großen Mädchen sind in der Schule, der Jüngste im Kindergarten. Wenn ich den letzten Abschiedskuß gegeben habe, bin nur noch ich da. Das kommt mir so wenig vor. Viel zu leise. Viel zu aufgeräumt. Keine kleinen urplötzlichen Katastrophen mehr. Ich fühle mich ein wenig verloren in dieser neuen Welt. Muss mich erst noch zurecht finden. Ich frage mich, was ich zuerst putzen soll oder ob ich mich jetzt an aufwendigeres Mittagessen wagen kann. Oder ob ich einfach mal was nähen soll oder spazieren gehe?

Ganz zaghaft stehe ich an der Schwelle zu dieser neuen Zeit – vormittags ohne Kinder. Ich sehe schon das ein oder andere, das schön sein wird und das meiner Seele gut tun wird. Lange war für so vieles keine Zeit. Kein Platz. Aber jetzt – jetzt vermisse ich gerade die kleine Hand in meiner. Das zweite Frühstück mit Nutellabrot. Das spontane Kuscheln auf der Couch. Und wen soll ich jetzt beim Einkaufen bei Laune halten? Werde ich ganz abwesend den Einkaufswagen beruhigend hin und her schieben? Ein wenig neidisch auf die Mama sehen, die mit MaxiCosi unterwegs ist? Am liebsten das schreiende Baby da vorne an der Kasse auf den Arm nehmen?

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Wenn meine Kinder dann mittags wieder zu Hause sind, gebe ich ihnen eine extra lange Umarmung. Setze mich hin, höre mir all die Geschichten an. Erstaunlich, was an einem Vormittag so alles passieren kann! Ich schaue auf ihre Gesichter, präge sie mir genau ein. Ich lächle, weiß wieder einmal mehr, wie sehr ich gesegnet bin mit diesen vier wunderbaren Menschen. Ich staune auch, denn sie werden so schnell groß. Der Kleine lässt sich nicht mehr beim Schuhe anziehen helfen. Die Erstklässlerin holt ganz stolz ihre erste Hausaufgabe heraus. Meine Zweitgeborene scheint seit dem Abschiedskuß heute morgen zwei Zentimeter gewachsen zu sein und meine Große ist schon ein richtiger Teenager. Hab ich sie nicht erst mit dem Bobbycar zum Spielplatz begleitet?

Es ist wieder laut zu Hause, das Mittagessen wird ausgeteilt. Jeder spricht durcheinander, es ist lustig und nervig und schön. Ich lehne mich zurück, blicke mich um. Diese vier Menschen. Jetzt sitzen sie noch hier an diesem Tisch. Diese Zeit ist mir geschenkt. Welch Gnade. Welch Glück. Dankbarkeit erfüllt mich. Und Ehrfurcht.

Ich kann die Uhr ticken hören.

 

photo credit: <a href=“http://www.flickr.com/photos/43581314@N08/7653736706″>Out of Time [206/366]</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/“>(license)</a&gt;
photo credit: <a href=“http://www.flickr.com/photos/115577187@N08/29044447002″>Collecting nature</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/“>(license)</a&gt;
photo credit: <a href=“http://www.flickr.com/photos/42875184@N08/9057166554″>麝香草</a&gt; via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/“>(license)</a&gt;
photo credit: <a href=“http://www.flickr.com/photos/10687935@N04/17181391352″>Secret Garden</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/“>(license)</a&gt;

 

Haussegen – Gastfreundschaft mal anders…

 

Sonnenuntergang an der Nordsee

Planst du schon den Urlaub für nächstes Jahr? Dann könnte das hier interessant sein für dich…

Vor gut einem Jahr sind wir in den Herbstferien an die Nordsee gefahren. Ich hatte den Wunsch unser Haus, das ja während dieser Zeit leer stand, für eine andere Familie zu öffnen, so dass sie in unserem Zuhause Urlaub machen können. Ich hatte die Möglichkeit hier auf Alltagsliebe veröffentlicht und wir haben eine liebe Familie gefunden, die für eine Woche bei uns eingezogen ist. Es war ein voller Erfolg!
Anfang diesen Jahres erhielten wir eine Email von einer Familie aus Wien, die davon auf Alltagsliebe gelesen hat und uns gerne ihre Wohnung anbieten wollte. Wir verbrachten erst vor kurzem 2 super erholsame Wochen in Wien in einer wunderschönen Wohnung, in der es an nichts gefehlt hat.
Während wir in Wien waren, hatten wir wieder jemanden gesucht, der währenddessen im schönen Augsburg Urlaub machen möchte und ein liebes Ehepaar, das wir durch unseren Gebetshausdienst kennen, hat sich über die Möglichkeit gefreut.

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Und so ist in mir der Traum gewachsen, dass christliche Familien ihre Häuser mit anderen christlichen Familien teilen und sich so gegenseitig kostengünstige, außergewöhnliche Urlaubszeiten ermöglichen.

So ein Urlaub hat viele Vorteile. Er ist z.B.:

  • Geldbeutelschonend
  • Ein normal eingerichteter Haushalt hat viel mehr zu bieten, als eine karge Ferienwohnung
  • Das eigene Zuhause wird während der Abwesenheit gelüftet, die Pflanzen gegossen, Haustiere versorgt
  • Kinder sind begeistert, mit neuen Spielsachen zu spielen und sind wunderbar beschäftigt
  • Die Gegend ist der Gastgeberfamilie bestens bekannt und Einkaufstipps, Ausflugsmöglichkeiten, Gottesdienstzeiten machen den Urlaub zu einem entspannten Erlebnis
  • Das Urlaubsdomizil bietet eine geistliche Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt, wo das Beten einfach fällt und wo man innerlich zur Ruhe kommen kann
  • Es entstehen Freundschaften und neue Kontakte
  • Der eigene Horizont erweitert sich. Nicht zum 100. Mal an den Gardasee – wir wäre es mal mit dem Spreewald?

Mein Traum ist es für nächstes Jahr 20 Familien zu finden, die ihr Zuhause während ihres eigenen Urlaubes einer anderen Familie zur Verfügung stellen, um entweder einen Haustausch zu machen oder einfach während des eigenen Urlaubes.

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Wenn du an dieser Aktion Interesse hast, dann melde dich bitte bis zum 15. Oktober bei mir: inkahammond@gmail.com, Betreff ‚Haussegen‘. Du erhälst dann weitere Informationen. Bitte nicht melden, wenn du eine Unterkunft suchst, aber dein Zuhause nicht zur Verfügung stellen kannst oder willst. Es geht jetzt erst einmal darum, genügend Unterkünfte zu finden, die man anbieten kann. Dafür werde ich eine Webseite einrichten, wo man sich Bilder der Unterkünfte ansehen kann und nach geeigneten Zeiträumen suchen kann. Das Ganze ist natürlich nicht professionell, aber irgendwie muss man ja mal anfangen…=)

Hier noch ein paar Voraussetzungen:

  • du lebst und liebst den christlichen Glauben
  • du bist bereit Fotos von deinem Zuhause im Internet zu veröffentlichen
  • du verlangst kein Geld für die Unterkunft
  • dein Zuhause befindet sich in einer Gegend, wo man gut Urlaub machen kann (gerne weltweit!)Ich freue mich auf euer Mitmachen

    ‚Und sie teilten alles, was sie hatten…‘ Apg. 2,44

photo credits: Familie Hammond

 

 

Heilsame Leere

Vor ein paar Wochen habe ich endlich unseren Besteckkasten mal wieder komplett ausgeräumt. Es ist erstaunlich, was sich in einem Besteckkasten für Dreck und alles mögliche an Krimskrams ansammeln kann. Haarspangen, kleine Zettel, Krümel, Krümel, Krümel, klebende Flecken. Ziemlich ecklig und ich dachte, meine Küche wäre blitzblank!

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Und als ich so die leeren Fächer auswischte, kam mir ein Gedanke: so ist mein Herz. Da kommt auch so einiges zusammen und wenn ich dann und wann eine Bestandsaufnahme mache, dann erschrecke ich: Neid, Missgunst, Stolz, Bitterkeit. Erstaunlich was sich so in einem Herz ansammeln kann, dass doch nach außen hin ganz okay aussieht.

So wie ich meinen Besteckkasten in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen ausräume und radikal sauber mache, so führt Jesus mich in Zeiten, wo mein Herz offen und verwundbar vor ihm liegt und ohne Kompromisse gesäubert wird. Dieser Zustand von absoluter Ehrlichkeit und Transparenz tut weh. Es schmerzt zu sehen, dass ich doch nicht so toll bin, wie ich es mir gerne vormache. Diese Leere, die in mir ensteht, wenn Jesus mit seinem Licht in meine Dunkelheit kommt, fühlt sich absolut zerstörend an…und ist doch gleichzeitig so heilsam.

Jesus reinigt uns im Feuer wie Silber. Und so wie ein Silberschmied den genau richtigen Moment abpassen muss, wo das Silber rein ist und zu einem Schmuckstück verarbeitet werden kann, so achtet Jesus voller Sorgfalt darauf, dass der Reinigungsprozess meines Herzens mich nicht zerstört, sondern mich aufbaut. Das fühlt sich anders an. Absolut. Aber so viel habe ich schon gelernt: ich kann Jesus vertrauen. Er weiß, wie viel Leere ich ertragen kann, wie viel Wahrheit ich verarbeiten kann. Und gerade dann, wenn ich denke, ich halte das nicht mehr aus – darf ich den tieferen Sinn meines momentanen Zustandes erkennen. Erfahre ich, dass Jesus ein Ziel mit mir verfolgt, nämlich, dass ich ihm ähnlicher werde. Sehe ich, wie liebevoll und aufmerksam Jesus mit mir umgeht.

Ich liebe es, wenn alltägliche, scheinbar unbedeutende, sogar lästige Arbeiten, wie den Besteckkasten auszuräumen, mich in eine tiefere Erkenntnis über mein Leben mit Jesus führen. Als ich all die Fächer ordentlich sauber gewischt habe, sah der Kasten fast wieder aus wie neu. Und dann habe ich sehr sorgfältig darauf geachtet, was ich zurücklege. Ein paar Sachen habe ich woanders einsortiert. Den zerbrochenen Löffel endlich entsorgt. Am Ende war der Besteckkasten nicht so überfüllt, alles hatte seinen Platz. Es war wieder Ordnung und Sauberkeit eingekehrt.

Und so ist es auch mit meinem Herzen: nach dem Feuer kommt die friedliche Ordnung. Dinge kommen wieder auf ihren richtigen Platz. Unnötiges wird weggelassen. Es weht ein frischer Wind. Ich fühle mich wieder neu motiviert, habe einen veränderten Blickwinkel. Meine Vision ist klarer definiert, ich gehe mutig voran.

Wie kann ich das erleben? Ich brauche die Bereitschaft mich von Jesus berühren zu lassen, mich den dunklen Winkeln meines Herzens zu stellen, meine Schwäche und Sünde beim Namen zu nennen. Ich darf nicht so tun, als wäre der Besteckkasten meines Herzens tiptop aufgeräumt, wenn sich doch unter all den wichtigen Utensilien Dreck und klebrige Flecken verbergen.

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Der Herr sieht das Herz an. Unser Herz ist das einzige, was zählt vor ihm. Ich ermutige dich, heute dein Herz wieder ganz neu, ganz offen vor Jesus auszubreiten. Erlaube ihm, das wegzunehmen, was dich daran hindert, ihm ganz nahe zu kommen. Erlaube ihm, das ein oder andere neu einzusortieren. Erlaube ihm, in dir Ordnung und Freiheit zu schaffen.

‚Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.‘ Psalm 51, 12

photo credit: <a href=“http://www.flickr.com/photos/47352911@N02/5413952299″>Reaching Out</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/“>(license)</a&gt;

 

Viel Segen

Meine 5jährige Tochter drückte mir vorhin einen Zettel in die Hand. Sie hat ihre ältere Schwester beauftragt mit der uralten Schreibmaschine folgenden Satz zu schreiben:

liebe mama ich wünsche dir fil seggen

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Dieser mit viel Sorgfalt ausgeschnittene Zettel und dem durchgestrichenen ‚g‘ liegt gerade neben dem Computer und mein Blick fällt immer wieder auf die akkurate, getippte Schrift, die so gar nicht zur Grammatik passen will. Ich bin so gerührt von der Aufmerksamkeit meines kleinen Mädchens und mein Herz wird ganz warm.

Doch -hab ich das verdient?

Gestern erst waren meine Nerven zum zerreißen angespannt, ich wurde zu schnell laut, hab zur Eile gedrängelt, hab nicht aufmerksam zugehört. Am Abend hab ich halbherzig das Gute-Nacht-Lied gesungen und war froh, als ich endlich -allein- auf der Couch saß.

Und dann in der Ruhe des Abends kam das schlechte Gewissen. Das Gefühl – mal wieder -versagt zu haben. Mir tat jedes zu laute Wort leid. Jede verpasste Umarmung. Ich tat all das, was meine Kinder nicht tun sollen.

Dieser Zettel ist ein großer Hoffnungsschimmer für mich. Ja, ich mache Fehler. Jeden Tag. Oft könnte ich daran verzweifeln, dass ich wieder in dieses Fettnäpfchen getreten bin. Aber der Herr ist treu. Seine Güte ist jeden Morgen neu. Meine leeren Hände füllen sich mit seinem Segen. Die Vergebung für meine Fehltritte ist purer Segen, reine Gnade.
Meine Tochter wünscht mir das, was ich am meisten brauche:

den Segen, das Wohlwollen, das ‚Ja‘ Gottes über mir. Auch wenn zum tausendsten Mal schief läuft.

Ohne den Segen Gottes meinen Alltag meistern  – das ist wie ein Auto ohne Benzin, ein Fahrrad ohne Reifen, ein Hefezopf ohne Hefe. Ich brauche diese Bestätigung, das Wissen, dass ich jederzeit von vorne anfangen darf.
Ich pflanze, aber der Herr schenkt den Regen, damit der Samen keimen und wachsen kann. Ich investiere, aber der Herr arbeitet im Verborgenen in den Herzen meiner Kinder und schenkt Vorankommen. Ich erziehe, aber der Herr schenkt meinen Kindern Einsicht. Ich putze und räume auf, aber der Herr füllt die Räume unseres Zuhauses erst mit Wärme und Geborgenheit.

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Ja, meine kleine Tochter: ich brauche den Segen Gottes. Das hast du absolut richtig erkannt. Wenn Mama schlecht gelaunt ist, braucht sie den Segen Gottes. Wenn Mama die Muffins für den Geburtstag backt, braucht sie den Segen Gottes. Mama ohne den Segen Gottes – das geht nicht, das funktioniert nicht. Danke, dass du mich daran erinnert hast!

Jeder noch so kleine Handgriff bekommt erst Sinn und Tiefe, wenn der Segen Gottes darauf ruht. Wenn mein Herz dem Einen zugewendet ist, der die Arbeit meiner Hände segnet.

Ohne Sein Zutun, ist mein Tun nichts. (Psalm 127)

 

photo credit: <a href=“http://www.flickr.com/photos/95282456@N02/16208744908″>No Shift</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/“>(license)</a&gt;
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