Herbstgedanken

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die Blätter
segeln sanft schwingend
auf den braunen Boden

Herbst
in all seiner schönen Vergänglichkeit
zeigt sich der Verfall in leuchtenden Farben

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den Sommer huldigend
im Ende ruhend
den Winter erwartend
trotz allem ein Fest
in tausend Schattierungen

Trost
wenn ein Ende naht
wenn Abschied das Leben einfordert
und Erinnerungen verblassen

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im Ende liegt ein Anfang
im Sterben das Leben
im Blindsein die Hoffnung

und so tanze ich durch den Herbst
wie die Blätter

 

 

 

Fotocredits: pixabay.com

 

 

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Kastaniensegen

Auf dem Schulhof stehen Kastanienbäume und meine Kinder kommen nun jeden Tag mit Taschen voller Kastanien nach Hause. Voller Freude laden sie ihre Schätze auf dem Küchentisch ab – und lassen sie dann auch da liegen.

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Wir haben mit Kastanien in den letzten Jahren schon alles mögliche gebastelt: Kastanienketten, Kastanienkränze, Kastanienmännchen. Aber so langsam gehen mir die Ideen und auch die Stauräume aus. Denn die gebastelten Kunstwerke darf ich ja auf keinen Fall entsorgen!

Ich liebe Kastanien. Ich liebe es, die harte, stachelige Schale auseinander zu brechen und dann die Kastanie perfekt eingeschmiegt vorzufinden. Ich liebe die dunkelbraune Oberfläche, so glänzend wie fein poliertes Edelholz. Ich liebe es, wie sich die Kastanie in meiner Hand anfühlt, glatt und kühl. Kastanien sind außergewöhnlich schön.

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Aber zu viele Kastanien nerven, ehrlich gesagt.

Ich weiß nicht mehr, wohin damit. Wir haben mittlerweile mehrere Tüten und Taschen vollgepackt und nach einiger Zeit sehen die Kastanien auch nicht mehr schön aus. Sie werden schrumpelig, der Glanz geht verloren.

Ich muss knallhart Kastanien aus unserem Haus verbannen!

Das fällt mir schwer. Ich überlege, was ich vielleicht doch noch basteln könnte. Aber nein, dieses Jahr fehlt die Zeit, die Energie und die Ideen. Ich muss aussortieren, was dran ist, was in unser Familienleben gerade reinpasst. Ich muss das Gute vom Besten trennen.

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Es gibt noch mehrere solche Bereiche in meinem Leben, wo Kastaniensegen herrscht: viele gute Dinge, die aber Zeiträuber und Platzräuber für das Beste geworden sind. Ich muss lernen, ’nein‘ zu sagen und neu gewonnenen Freiraum nicht gleich wieder zuzumüllen.

Gott stellt meine Füße auf weiten Raum. Er möchte, dass ich in meinem Alltag durchatmen kann. Sobald ich das Gefühl habe, es wird mir alles zuviel, so als würde ein Elefant auf meinem Brustkorb sitzen, gehen die innerlichen Alarmglocken los. Was kann weg? Was ist nicht notwendig? Was ist nicht dran?

Gott ist kein Gott, der hetzt. Gott ist ein Gott der Ruhe.

Vielleicht behalten wir eine handvoll Kastanien. Die fülle ich in ein Glas und stelle ein Teelicht drauf. Die Idee kam mir gerade.

Und der Rest kommt weg.

 

 

(Fotos von pixabay.com)

Herbstschönheit

An meinem Geburtstag vergangenen Samstag habe ich mir am Morgen etwas Zeit ‚gestohlen‘. Eigentlich wollte ich eine Runde joggen gehen  – habe aber schon bald gemerkt, die Kraft dafür ist nicht da. Also habe ich angefangen mit dem, was ich jetzt wieder neu lernen möchte: langsam gehen. Den Moment auskosten. Ruhe suchen.

Aus meinem ehrgeizigen Workout wurde ein wunderschöner, langer, entspannender Spaziergang. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so ausgiebig spazieren gegangen bin. Es war herrlich. Der Nebel lag über den verwelkten Sommerwiesen, kaum jemand war unterwegs. Die Luft war noch schwer und träge von der nächtlichen Feuchtigkeit und die Bäume standen still, kein Blatt bewegte sich. Tiefer Friede breitete sich in mir aus.

Dann fing ich an mir selbst einen Blumenstrauß zu pflücken. 34 wird man schließlich nur einmal! Ich war erstaunt, wie viele Naturschönheiten sich noch finden lassen zu dieser Jahreszeit. Wunderschöne, leuchtende Beeren, interessant geformte Äste, bunte Herbstblätter – und was mich am meisten faszinierte: die schon verwelkten Sommerblumen.

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Stolz standen sie an dem Platz, an dem sie vor wenigen Wochen noch in voller Pracht geblüht haben. Die Farben mittlerweile herbstlich verblasst, die Blütenblätter verloren – und trotzdem umgab diese Pflanzen ein zarter Zauber. Die Blumen fielen mir nicht sofort auf, fast gingen sie im Gras unter – aber als ich mir Zeit nahm und sie mir genauer ansah, war ich beeindruckt von ihrer unscheinbaren Schönheit.

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Da sprach Gott zu meinem Herzen:

Du musst nicht in voller Blüte stehen, um schön zu sein. Du darfst durch den Herbst gehen. Du darfst deine Blütenblätter verlieren. Für mich bist du immer noch schön und wertvoll. 

So wie die Sommerblumen nicht aufgeben und auch ohne ihre Blütenpracht still an ihrem Platz bleiben und geduldig auf den nächsten Sommer warten – so möchte ich durch diese Zeit der Kraftlosigkeit gehen. Es ist keine Schande, wenn man mal nicht ‚blüht‘. Es ist Teil des Lebens. Man kann nicht immer in den schönsten Farben strahlen. Es gibt Zeiten, da wird man übersehen, da erscheint man grau und leblos. Doch in den Wurzeln regt sich schon neues Leben. Die frische neue Pflanze muss sich zwar erst wieder durch den Dreck wühlen, sich einen Weg bahnen an die Oberfläche – aber die Zeit des Blühens kommt bestimmt.

Und während ich ausharre im Herbstnebel, darf ich wissen, dass der Schöpfer, der Gärtner meiner Seele, mich sieht und mich schön findet.

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Herbstzeit ist Bastelzeit

Wie versprochen gebe ich euch heute mal einen Basteltipp. Ich hab mit meinen Mädels einen Herbstkranz dekoriert:

Gestern sind wir im strömenden Regen auf die Suche nach Herbstschätzen gegangen. =)

Unsere 'Herbstschätze' - Hagebutten, kleine Stöcke, Kastanien, Disteln, Walnüsse, Tannenzapfen

Unsere ‚Herbstschätze‘ – Hagebutten, kleine Stöcke, Kastanien, Disteln, Walnüsse, Tannenzapfen

Auf dicker Pappe haben wir dann mit Hilfe eines Plastiktellers Kreise aufgezeichnet.

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Die Kreise haben wir ausgeschnitten, so dass wir am Ende die Vorlage für unseren Kranz hatten:

herbstdeko 008Dann wurde die Heißkleberpistole angeschlossen und los ging es: ich habe den Kleber aufgetragen und die Kinder haben den Kranz nach Lust und Laune gestaltet:

herbstdeko 010Am Ende noch ein Band ranbinden und schon hat man eine wunderschöne Herbstdeko:

herbstdeko 013herbstdeko 011Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachmachen!

 

Herbstzeit ist Kastanienzeit

Vor ziemlich genau einem Jahr bin ich mit den Mädels Kastanien sammeln gegangen. Und wir haben eine ganze Plastiktüte voll gekriegt! Dieses Mal war die Ausbeute etwas dürftiger:

kastanien13 033=) Ich habe schon eine Idee was wir mit den Kastanien anfangen werden. Morgen kommt zur Abwechslung ein mal Basteltipp. Denn: Herbstzeit ist auch Bastelzeit!

Euch noch einen schönen, gemütlichen Herbstabend. Mit Feuer im Kamin, einer warmen Tasse Tee, Teil 11 der guten Fernsehserie ‚Weissensee‘ oder einem schönen Buch.

Herbstzeit ist Apfelzeit

Meine Kinder haben neulich auf einer Wiese, wo die Leute in unserer Nachbarschaft ihre ausrangierten Pflanzen abladen, einen Apfelbaum entdeckt. Anscheinend wurde er mal weggeworfen, hat aber wieder Wurzeln gefasst und hängt voller Äpfel. Stolz haben mir meine Mädels Äpfel angeschleppt und jetzt riecht unser Keller so herrlich nach Herbst. Dieser herbe und gleichzeitig süßliche Apfelduft … du weißt, was ich meine?! Ich liebe diesen Duft.

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Und jetzt musste ich mir überlegen, was ich mit all den Äpfeln anstelle und habe letzte Woche drei Mal den gleichen Apfelkuchen gebacken. Einmal hab ich ihn mit einer Nachbarin geteilt, einmal hab ich ihn für unser Kindergartenteam gebacken, die gerade eine schwierige Zeit durchleben und heute war er der Geburtstagskuchen für meinen Mann. Vielseitig einsetzbar also!

Hier ist das Rezept für unseren Lieblingsherbstapfelkuchen:

Zutaten:

3 Eier
2 Tassen Zucker (ich nehme ein bißchen weniger…)
2 Päckchen Vanillezucker
1 1/2 Tassen Sonnenblumenöl (ich benutze als Tasse die amerikanischen Messbecher. Eine normale Kaffeetasse tut es aber auch.)
1 Tasse geriebene Nüsse
3 Tassen Mehl
2 Tl Backpulver
1 Tl Natron
1 Tl Zimt
3 Tl Kakao
2 Tassen geraspelte Äpfel

So geht’s:

Die Eier mit dem Zucker und dem Vanillezucker schaumig rühren. Die restlichen Zutaten unterrühren und zum Schluss die Äpfel unterheben. In eine gefettete Guglhupform einfüllen und bei ca. 175 Grad ungefähr 50 Minuten backen.

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Der Kuchen ist supersaftig und schmeckt gut mit Puderzucker oder Schokoglasur. Man kann auch Schokostückchen in den Teig einrühren.

Guten Appetit und ich wünsch dir einen wunderschönen, farbenfrohen Herbst!

Herbstspaziergang

das herbstlaub
breitet sich vor mir aus
wie ein
rotbunter teppich

das warme sonnenlicht
fällt durch die zweige
ein fingerzeig gottes
auf meinem weg

die blätter rascheln
der wind schüttelt weitere ab
und sie fallen auf mich
wie gold vom himmel

umgeben von so viel vergänglicher schönheit
füllt sich mein herz
mit sehnsucht und vorfreude
auf das danach

herbstgedanken

die sanfte schwere
des herbstnebels
ruht über dem tag

die vögel singen leiser
und die blätter
fallen

gemähchlich legt sich die natur
zur ruhe

möge mein herz
sich diesem rhythmus
anpassen
und mein alltag etwas
langsamer werden

ich will mir die zeit nehmen
zum innehalten
zum festhalten
an dir

Foto: Inka