Wo beginnt Erweckung?

erweckung facebook.png

Gestern habe ich ein interessantes prophetisches Wort gelesen. Darin hieß es u.a.:

Das Wohnzimmer zu Hause wird mehr und mehr zum Hauptfokus und zur Hauptattraktion. Die Gläubigen werden gelehrt werden, wie man die Gegenwart Gottes zu Hause einladen und pflegen kann, bevor man damit anfängt Gottes Gegenwart in Gemeinden zu erwarten.‘ (Jeremiah Johnson)

Bevor ich weiterschreibe, möchte ich gleich vorab klar stellen, dass das kein Wort gegen die lokale Gemeinde oder Kirche ist. Im Gegenteil. Dieses Wort beinhaltet den Schlüssel dazu, dass Gemeinden wieder und vermehrt das werden, zu dem sie berufen sind: Licht in der Dunkelheit, Hafen für Sünder, Stimme für Gerechtigkeit, Raum für Erweckung und Ort für Zeichen und Wunder.

jeroen-wehkamp-698946-unsplash

Der Punkt ist der: wenn wir Erweckung erleben möchten, dann wird Erweckung nicht in der Kirche ihren Anfang nehmen, sondern in den Häusern derer, die in die Kirche gehen. Gott bereitet große Bewegungen, großes Wirken, große Gläubige im Verborgenen, im Kleinen, im Unscheinbaren vor. Mose wurde als Baby versteckt und wuchs mit falscher Identität auf, David lernte sein Vertrauen, seine Abhängigkeit von Gott beim Schafe hüten und in Höhlen, wo er sich vor seinen Feinden verstecken musste. Gideon gehörte dem kleinsten Stamm Israels an und wurde selbst dort, innerhalb seiner Familie, nicht wahrgenommen. Selbst Jesus war in seinen ersten dreißig Lebensjahren entweder auf der Flucht, im Ausland oder arbeitete einen ganz normalen Job als Zimmermann. Gott liebt es große Geschichten im Kleinen zu beginnen, wohl auch, um unser Herz zu prüfen, ob wir wirklich an Bord sind, ob unser Herz wirklich für seinen Willen schlägt, ob wir die große Vision erahnen können, obwohl alle Umstände dagegen sprechen. ‚Wer im Kleinen treu ist, wird auch im Großen treu sein‘ (Lukas 16,10). Das zu verstehen ist gerade für Erweckung so wichtig. Wir halten Ausschau nach der nächsten großen Konferenz, dem nächsten Highlight, der nächsten bewegenden Predigt, weil wir hoffen, dass da endlich ein Funke überspringt, Veränderung kommt und unsere Sehnsucht nach mehr von Jesus erfüllt wird.

Dabei wartet der Heilige Geist die ganze Zeit vor unserer eigenen Haustüre, um eingelassen zu werden. Erweckung beginnt bei uns zu Hause. Wie soll ein Feuer in einer Kirche oder Gemeinde zum brennen anfangen, wenn die Mitglieder zu Hause um die kalte Asche sitzen? Wie kann Gottes Gegenwart sich manifestieren, wenn wir lediglich am Sonntag für zwei Stunden ihm unsere Aufmerksamkeit schenken, aber unter der Woche so leben, wie jeder andere auch? Wie soll Gott mit seiner unglaublichen Großzügigkeit in unser Leben hineinkommen, wenn alles, was wir geben, das obligatorische Opfer am Sonntag ist? Dass uns, wenn wir ehrlich sind, oft überhaupt gar nichts kostet?

alexander-rumpel-462204-unsplash.jpg

Wir sind dazu herausgefordert unser Zuhause, unserer vier Wände Jesus zu weihen. Und damit wird Glaube persönlich. In unseren Wohnzimmern ist Glaube keine Show mehr, weil hier das echte Leben stattfindet, die Streitigkeiten, der Neid, die lauten, unbedachten Worte, die herumliegenden Socken und unsere ganzen Sorgen und Ängste. Zuhause, in unseren Wohnzimmern verstellen wir uns nicht, hier kann unser Herz, unverschönt und echt, auf Jesus treffen. Hier kann gelernt werden Tränen zu weinen beim beten, hier können schiefe Töne beim Lobpreis gesungen werden, hier kann getanzt werden, als würde niemand zusehen, weil wirklich niemand zusieht. Hier kann echter Glaube gelebt und ausprobiert werden. Hier kann geklagt werden, gefragt werden, gezweifelt werden. Unsere Wohnzimmer symbolisieren Echtheit, Unverfälschtheit. Und genau danach sucht der Heilige Geist.

Was mich oft traurig macht, wenn ich mir Gemeinden, Kirchen und Christen in unseren Breitengraden ansehe, ist der Showcharakter und das lauwarme ‚vor-sich-hin-leben‘, ohne feurige Vision, ohne brennendem Glauben. Das ‚Gut-aussehen-wollen‘, obwohl hinter den Kulissen alles zusammenfällt. Die Unfähigkeit authentisch zu sein. Das Überfordert-sein mit Gebet, Anbetung, Hingabe. Der Kleinglaube, das Arrangiert-sein mit Kompromissen. Der Mangel an Freiheit, an Ganzheit. Erweckung würde all diese hübsch getünchten Mauern einreißen und oft kaputte, marode Fundamente offenbaren. Erweckung fordert großen Glauben und absolute Hingabe. Erweckung erfordert Echtheit. Die Frage ist: sind wir in unseren Gemeinden überhaupt dazu bereit?

Das prophetische Wort, das ich am Anfang zitiert habe, transportiert den Gedanken, dass unsere Idee von Kirche, von Gemeinde verändert werden muss. Größer werden muss. Spezifischer. Eigenverantwortlich. Dass sich unser Leben als Christ nicht mehr nur hauptsächlich in den heiligen Räumen eines Kirchengebäudes abspielt und vielleicht höchstens noch ein mal pro Woche in einem Hauskreis. Wenn Kirche in unserem Wohnzimmer ankommt, dann hat das das Potential unser Leben auf den Kopf zu stellen. Wir werden Dinge hinterfragen müssen. Wir werden mit unseren Kompromissen konfrontiert. Unser Lebensentwurf kommt auf den Prüfstand. Unser Verlangen nach Sicherheit, nach einem gut gepolsterten Bankkonto wird beleuchtet. Wir werden uns testen lassen müssen, wie tief unser Glaube wirklich reicht. Wie echt unser Glaube eigentlich ist. Sind wir dazu bereit?

Was unsere Welt heute braucht, sind Christen, die, gefestigt in ihrem Glauben und überfließend von der Liebe Gottes, die Botschaft vom Kreuz erfahrbar und erlebbar machen. Durch einen radikalen Lebensstil der Hingabe. Durch das Niederlegen von Menschenfurcht, durch offenes, mutiges zeugnishaftes Leben. Durch das Aufstehen für Gerechtigkeit, das Festhalten an biblischen Werten, egal was der Zeitgeist für Ideen hat. Sind wir dazu bereit?

Erweckung hat einen Preis. Ich sehne mich danach, den Himmel auf die Erde kommen zu sehen, ich sehne mich nach Zeichen und Wundern, ich sehne mich nach Gemeinden, die lebendig, zielorientiert und Jesus komplett hingegeben sind. Ich sehne mich nach Aufbruch, nach neuem, kompromisslosen Glauben. Das alles beginnt hier, in meinem Wohnzimmer. In meinem Esszimmer, wo ich gerade am Tisch sitze und tippe. In der Küche, im Schlafzimmer. Hier in der kleinsten Zelle der Gesellschaft, der Familie. Wenn hier Funken gezündet werden, wenn hier ein Feuer brennt, dann kann ein Flächenbrand entstehen. Auch in unseren Gemeinden. Aber nicht nur. In Städten, in Firmen, in Rathäusern, in Kindergärten, in Schulen…eben überall dort, wo wir hingehen. Denn wer einmal für Jesus brennt, zündet andere an. Das Feuer lässt sich nicht eindämmen, wenn wir ‚Ja‘ dazu sagen. Egal, was es uns kostet.

joshua-newton-275881-unsplash

Die einzigen, die Erweckung verhindern können, sind wir selbst. Wenn wir uns im Wege stehen mit unserer Religiosität und unserem Egoismus. Ich glaube, es ist an der Zeit, ganze Sache zu machen. Die Bequemlichkeit über Bord zu werfen. Jesus ganz zu vertrauen und nicht mehr zu schauen, was wir am meisten aus der Sache herausholen können, sondern wie wir uns mehr und effektiver im Reich Gottes einbringen können. Selbstlose Nachfolge ist das, was unsere Welt braucht. Und was uns wirklich reich machen würde.

Erweckung startet Zuhause, mit uns. Inmitten von unserem Mangel und unseren Unzulänglichkeiten. Inmitten von unserem Kleinglauben und unserer Angst. Genau hier kann und will die größte Kraft, die es im Himmel und auf der Erde gibt, zünden.

 

 

 

Advertisements

Herbst

Schon längst hat mich der (herbstliche) Alltag wieder. Einkaufslisten, Elternabende, Erkältungen. Ich frage mich, was vom Sommer hängengeblieben ist…die Haut ist noch etwas gebräunt, die Erinnerungen an Strand, Sonne und Meer sind noch frisch und die die dort gefundene Entspannung federt die Alltagskrisen noch gut ab.

Ich liebe den Wechsel von Jahreszeiten, auch weil ich an Vergänglichkeit erinnert werde. Das ist zwar immer mit etwas Melancholie verbunden, aber doch ganz gesund – denn wenn wir uns bewusst sind, dass unser Leben auf dieser Welt nicht ewig weitergeht, dann ist die Chance höher, dass wir bewusst und tief leben. Es gibt nicht nur wunderbaren Urlaub, aber auch nicht immer nur Stress und Abgehetzt-sein. Gott segnet unser Leben mit Phasen…Phasen der Entspannung, Phasen hoher Arbeitsintensität. Alles hat seine Zeit – darin dürfen wir ruhen. Es nimmt mir den Lebensdruck, wenn ich mich ein Stück weit treiben lassen darf im Lebensfluss, im Wechsel der Gezeiten meiner Seele.

noah-silliman-407597-unsplash.jpg

Auf dem Weg zum Kindergarten gehe ich immer an einem Bestattungsinstitut vorbei. Im Schaufenster wird mit Seebestattung geworben. Manchmal steht ein Kleinbus vor der Tür, der einen Sarg transportiert. Wenn ich an diesem Haus vorbei gehe, höre ich schon das Kinderlachen aus dem Garten des Kindergartens. Leben und Tod so nah beieinander. Auch das lässt mich tiefer ankern im Blick auf die Ewigkeit. Wie wunderbar ist das Leben, das mir jetzt geschenkt ist. Und wie wunderbar ist das Leben, das noch vor mir liegt, das ewig währt. Manchmal singe ich meinen Kindern das Lied ‚Weil ich Jesu Schäflein bin‘ von Henriette Marie Luise von Hayn vor, in der eine Strophe so geht: ‚Sollt ich denn nicht glücklich sein? Ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen, werd ich endlich heimgetragen – in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja mein Glück ist groß!‘
Oh, mögen wir nur erkennen, wie reich, überreich, wir gesegnet sind inmitten aller Vergänglichkeit mit dem schönsten, größten Ziel – der Ewigkeit!

Im Herbst feiere ich meinen Geburtstag. Ich tagträume mit weit entfernten Kindheitserinnerungen. Farben, Gerüche, Stoffe lassen mich kurz zurückgehen in der Zeit, lassen mich inne halten. Lassen mich an das kleine Mädchen denken, das ich einmal war und dass ich irgendwie immer noch bin. Bloß erwachsener, vom Leben gezeichneter, leider oft viel ernster und pessimistischer. Der Herbst erinnert mich an die Endlichkeit meines Lebens und stupst mich gleichzeitig an auf der Suche nach der kindlichen, unbeschwerten Freude, die einmal ganz selbstverständlich in mir wohnte. ‚Werdet wie die Kinder‘ hallt es in meinem Herzen, wenn meine Kinder ihre Taschen mit Kastanien vollstopfen und bunte Blätter sammeln. Ja, Herr, schenke mir mehr Unbeschwertheit, lass mich wie ein Kind durch das Leben gehen – voller Staunen und voller Freude. Denn du, mein Vater, passt auf mich auf. Ich bin ja geborgen.

providence-doucet-87304-unsplash.jpg

Manchmal koche ich das Mittagessen und frage mich, wie ich hier gelandet bin, mitten im Leben. Wie es sein kann, dass mir vier Kinder anvertraut sind, die zu mir aufschauen, die mich um Rat fragen, die ich von Schule und Kindergarten abhole. Ich, die ich mich so oft danach fühle, als wäre mein Leben eine Nummer zu groß für mich. Ich, die ich selbst noch in den Arm genommen werden muss. Ich lerne mehr und mehr: die wahre Reife eines Menschen besteht darin, dass er erkennt, wie sehr er gehalten werden muss. Die Welt, wo jeder nach Unabhängigkeit und Erfolg und Individualismus zu streben scheint, ist eine Welt voller verängstigter Waisenkinder. Je mehr ich mir meiner Verantwortung als erwachsener Mensch bewusst werde und wie sehr ich gleichzeitig konfrontiert werde mit meinen Grenzen, meinen Verletzungen, meinen Enttäuschungen, den zerplatzten Hoffnungen – desto mehr finde ich meinen Halt, meine Identität, meinen Sinn in den Armen meines himmlischen Vaters. Es ist keine Schande schwach zu sein. Es ist keine Schande, sich ausruhen zu müssen. Es ist keine Schande, sich seine eigene Verlorenheit einzugestehen. Sobald man ankommt bei dem Vater aller Vaterschaft fängt wahres echtes Leben an. Reife, ein ruhen in sich selbst, Weisheit, Besonnenheit, Zuversicht – das alles wurzelt in himmlischer Erde und gibt sich hin den Gezeiten Gottes. Hastiges Streben nach weltlicher Sicherheit und messbarem Erfolg ist nur wie eine lästige Schlingpflanze, die sich um unsere Füße wickelt und unsere Schritte lähmt. Auch das lehrt mich der Herbst im herrlichen Farbenspiel der Endlichkeit. Wie Rilke so wunderbar formulierte: ‚Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.‘ (‚Herbst, aus ‚Buch der Bilder‘) Im Erkennen der eigenen Vergänglichkeit, lässt sich das Leben feiern, wie sonst nie.

Es ist also Herbst. Die Tage sind kürzer und kühler. Es werden wieder Kerzen angezündet und es wird Tee getrunken. Die Blätter werden bunt und so wie Frederick, die Maus, sammeln wir Farben für den Winter. Wir rücken wieder näher zusammen, es wird wieder öfter ein Buch vorgelesen und auf der Couch gekuschelt. Der Herbst kündigt Kälte an und doch bereitet sich die Natur schon wieder auf den Frühling vor. Versteckter Aufbruch, verborgener Neubeginn. Und mit dieser Gewissheit finde ich auch immer wieder Halt bei meinem ewigen Vater. Die Stürme des Lebens zerren und ziehen an mir, wollen mich entwurzeln. Enttäuschung, Frustration, böse Worte sind manchmal wie ein Beil, das sich in meinem Stamm eingräbt und mich zu Fall bringen will. Aber meine Wurzeln greifen tief und nähren sich von dem lebendigen Wasser. Gelassen darf ich dem Herbst entgegen sehen, der Winter kann mich nicht schrecken – denn ich bringe Jahr für Jahr reiche Frucht und meine Blätter verwelken nicht (Psalm 1).

aaron-burden-398673-unsplash.jpg

Obwohl wir unweigerlich hinab zur Erde segeln, wie die verwelkten Blätter, werden wir doch innerlich aufgebaut, dürfen Freude und Friede erleben – diesseits des Himmels. Was für ein Gegensatz! Und doch Gottes Wille für unser Leben. Vergänglichkeit, Schmerz, Hoffnung, Wiederaufbau. Der Herbst scheint all dies in seinen schillernden Farben und dem tristen Nebelgrau widerzuspiegeln. Leben und Tod so nah beieinander. Trotz allem gehalten und geborgen. Und in allem: Neuanfang.

 

 

 

alle Bilder unsplash.com

 

Eine Bitte

Seit fast 7 Jahren schreibe ich hier bei Alltagsliebe und ich freue mich so, dass ich dadurch ein kleiner Teil von eurem Alltag sein darf. Über die Jahre haben sich sogar Freundschaften mit einigen von euch entwickelt, für die ich so dankbar bin. Ich bin reich gesegnet durch Alltagsliebe – und ich hoffe, ihr auch!

alexandra-seinet-24243-unsplash

Diejenigen, die hier regelmäßig vorbei schauen, wissen, dass wir als Familie von Spenden leben. Wir haben vor ein paar Jahren ganz deutlich den Ruf Gottes gehört, dass wir unser Leben ihm komplett hingeben sollen – einschließlich unserer Finanzen. Dass Jeremy als Projekt Manager gut verdient hat, hat diese Entscheidung nicht gerade einfach gemacht – momentan verdienen wir nur 1/3 von Jeremys vorhergehenden Gehalt. Das ist mit vielen Einbußen im Alltag verbunden und wir mussten uns in vielem einschränken.

Damit kommen wir aber gut klar und wir staunen, wie wir es trotz allem über die Runden schaffen. Gott ist so treu und versorgt uns und überrascht uns mit seinen Geschenken.

Gerade stehen wir als Familie allerdings vor großen finanziellen Herausforderungen und ich möchte dich fragen, ob du uns etwas unter die Arme greifen möchtest.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du meine Arbeit hier bei Alltagsliebe damit honorierst, indem du mir eine Spende schickst. (Spendenbescheinigungen kann ich leider keine ausstellen.) Wenn du Fragen hast, kannst du dich gerne an mich wenden! (inkahammond@gmail.com)

Mit diesem Link funktioniert eine Spende ganz einfach und sicher: paypal.me/FamHammond

Oder du überweist direkt auf mein Bankkonto:

IBAN:  DE51 7209 0000 0001 1843 00
BIC: GENODEF1AUB

Herzlichen Dank, wenn du etwas spendest. Und wenn du nichts spendest – keine Sorge! Du bist natürlich weiterhin herzlich hier Willkommen!

Danke für dein treues Begleiten von Alltagsliebe. Danke für alle Kommentare, alles Mitfühlen, Mitbeten.

Von Herzen,

deine Inka

 

 

 

 

 

 

Foto von Alexandra Seinet, unsplash.com

 

Mein Haus ist eine Kapelle

Am Wochenende waren wir wandern.

Wir wohnen nicht weit weg vom Allgäu und wir genießen unsere Tagesausflüge in diesen wunderschöne Ecke Bayerns sehr.

Dieses Mal haben wir uns einen leichten Rundweg herausgesucht, bei dem man an zwei Ruinen vorbeikommt. Die Ruinen waren erstaunlich gut erhalten und ich entdeckte einen Raum, den ein Metallschild als ‚Kapelle‘ auswies. Vorher habe ich schon im grasüberwucherten Lagerraum gestanden, bei den alten Backöfen und im Wohn- und Mannschaftsraum. Wenn diese Steine nur reden könnten…

Als ich dann in die Kapelle ging, spürte ich sofort eine andere Atmosphäre. Genau wie in den anderen verfallenen, ehemaligen Räumen fehlte hier die Zimmerdecke und die rauhen Mauern ragten uneben in den Himmel. Aber irgendetwas war hier anders…

IMG_1563

Ich fragte mich, wie viele Jahrhunderte hier wohl Gottesdienst gefeiert wurde. Wie oft hier kostbare Kerzen angezündet wurden und eine uralte Liturgie angestimmt wurde. Wie oft wurde sich hier niedergekniet, wie viele Ritter harrten hier aus in der Nacht vor ihrem Ritterschlag. Wie oft wurde hier der Name Gottes angerufen – aus Verzweiflung und Not und aus Dankbarkeit und Freude.

Die heiligen Gebete scheinen das Gemäuer in diesem Teil der Ruine zu überziehen, wie die Spinnweben. Und so wie das Moos sich festhält zwischen den Steinritzen, so hängt hier noch himmlische Ruhe in der Luft. Die Heiligkeit Gottes erfüllt noch immer diese kleine, unscheinbare Kapelle.

Ich habe das als Ermutigung für meinen Alltag mitgenommen. Meine Versuche, meine Kinder in der Liebe Jesu zu erziehen, sie immer wieder auf Gottes Wort hinzuweisen, mit ihnen zu beten – das alles sind Samen, die ich säe und die in den kommenden Generationen aufgehen werden. Ich baue eine kleine Kapelle und in dieser Kapelle, meiner Familie, ringe ich mit Gott, ich bete ihn an, ich klage ihn an, ich weine und tanze vor ihm. Mein Haus soll ein Ort des Gebetes sein, ein Ort, wo der Heilige Geist sich wohlfühlt und sich ausbreiten kann. Und ich glaube, dass ich damit als Mutter ein Fundament baue, auf dem meine Kinder und ihre Kinder und die kommenden Generationen wachsen und gedeihen können.

Verachte nicht die Möglichkeiten, liebe Mama, die Gott dir gegeben hat. Du kannst die Welt verändern, indem du dein Zuhause zu einer Kapelle werden lässt. Menschen, die jetzt bei dir ein und aus gehen, können die wunderbare Gegenwart Jesu in deinen vier Wänden erfahren. Deine Kinder wachsen auf mit einer himmlischen Gesetzmäßigkeit.

Ich glaube, dass die Zeit da ist, wo Familien Erweckungsträger sein sollen. In unserem Zuhause, in unserem Alltag will sich Gott verherrlichen und der Welt seine Liebe demonstrieren. Es ist soviel mehr als nur Alltag. Es ist ein heiliger Grund und Boden.

Wir sind die Ecksteine für eine neue Reformation.

Inmitten von Töpfen und Pfannen, von Legosteinen und Malkästen, von kindlichen Handabdrücken am Fenster und ungemachten Betten – da will Jesus wohnen und sich verherrlichen. Im ewigen Wiederholen von Regeln, im liebevollen Trösten, beim Pflaster aufkleben und Geschirr abwaschen – genau da, wo unser Mangel und unsere Menschlichkeit so oft zum Tragen kommt, da will er fließen mit seiner Fülle. Dort will er sich zeigen als Vater aller Vaterschaft.

Mein Haus ist eine kleine Kapelle, wo Gottes Lob immerwährend zum Himmel steigen soll. Zum Segen für die kommenden Generationen.

Halleluja! Glücklich ist der Mensch, der Ehrfurcht hat vor dem Herrn. Ja, glücklich ist, der sich über seine Gebote freut. Ihre Nachkommen werden zu Macht und Ansehen gelangen, die Kinder der Gottesfürchtigen werden gesegnet werden.‘ Psalm 112, 1-2
‚Sicher ist, dass böse Menschen bestraft werden, die Nachkommen der Gottesfürchtigen aber werden gerettet.‘ Sprüche 11,21
‚Und dies ist mein Bund mit ihnen«, verkündet der Herr: »Mein Geist und die Worte, die ich euch gegeben habe, werden bei euch bleiben. Sie werden immer auf euren Lippen und den Lippen eurer Kinder und Enkel sein, von nun an bis in Ewigkeit«, spricht der Herr.‘ Jesaja 59, 21
‚Wie steht es mit dem Menschen, der den Herrn ernst nimmt? Der Herr wird ihm den Weg zeigen, den er gehen soll. Es wird ihm gut gehen und seine Kinder werden das ganze Land besitzen.‘ Psalm 25, 12-13

 

 

 

 

 

Fotocredit: Inka Hammond

Verheißenes Land

Ich sitze gerade in einem Liegestuhl, vor mir die herrlichen Dünen, hinter mir knattert die Waschmaschine…als Mama nimmt man seinen Alltag halt auch in den Urlaub mit. Aber egal – Wäsche wäscht sich in einer Ferienwohnung irgendwie leichter.

IMG_20170822_092124

Dieser Urlaub hätte fast nicht stattgefunden. Gott hat unseren Glauben im Vorfeld ganz schön herausgefordert. Jetzt, wo ich hier sitze, noch Sand in den Socken vom letzten Strandspaziergang, will ich ein bisschen darüber schreiben. Denn ich glaube, dass ich ganz viel gelernt habe und dass du, liebe Mama, vielleicht auch etwas für dein Glaubensleben mitnehmen kannst.

Es fing damit an, dass wir den Urlaub im Glauben gebucht haben. So etwas verrücktes haben wir das erste Mal gemacht, aber seit wir von Spenden leben (mein Mann ist seit März 2016 Gebetshausmissionar im Gebetshaus Augsburg), ist vieles verrückt geworden. Im Glauben gebucht – das heißt im Klartext: wir hatten keine Ahnung, wie wir den Urlaub bezahlen sollen. Wir hatten gebetet, ob und wo wir in den Urlaub fahren sollten. Unser Familienauto ging gerade kaputt. Andere Pläne für den Sommer haben wir wieder absagen müssen. Es war alles ein bisschen chaotisch, aber dann fand unsere große Tochter überall dänische Flaggen. Wir wurden hellhörig, beteten weiter und dann fand ich dieses hübsche Ferienhaus mitten in den Dünen. Ganz oben im Norden Dänemarks. Wir lieben Einsamkeit, die Nordsee und Skandinavien – das schien perfekt. Wir beteten noch weiter. Und hatten schließlich innerlich grünes Licht und buchten dieses Haus.

Wir konnten die erste Rate zahlen. Halleluja! Und dann kam irgendwann die Zahlungserinnerung für die zweite Rate. Wir hatten das Geld nicht. Wir baten um etwas Aufschub. Das war an einem Dienstag. Der kommende Monat war der letzte Tag, wo wir hätten zahlen können. Sonst müsste storniert werden. An diesem Dienstag kam ein guter Freund zu meinem Mann zu Besuch. Er sagte, er hätte schon seit ein paar Wochen es auf dem Herzen uns einen bestimmten Betrag zu geben. Es fiel ihm nur so schwer. Als er den Betrag nannte, fiel meinem Mann die Kinnlade runter: es war genau der Betrag, den wir für das Ferienhaus benötigten. Das wiederum war eine Bestätigung für unseren Freund und ein paar Tage später drückte er uns das Geld bar in die Hand. Wir konnten die Überweisung tätigen und Montag ging das Geld auf dem Konto in Dänemark ein. Puh. Gott kommt spätestens rechtzeitig.

IMG_20170822_091145

So langsam kam Vorfreude auf bei uns. Offensichtlich wollte uns Gott diesen Urlaub gönnen. Uns war klar, dass wir bis dahin auch ganz bestimmt wieder ein Familienauto haben können. Aber es kam kein Familienauto. Wir warteten und beteten, ich bekam langsam die Krise. Verstand Gott nicht. Klagte an. Weinte. Betete wieder. Schließlich bot uns eine liebe Familie ihr Auto für die Fahrt nach Dänemark an. Eine Woche vor Urlaubsbeginn. Dankbar, aber mit schlotternden Knien packten wir unser Auto. Das war wieder knapp. Wir lernen Gott zu vertrauen, sein Timing zu akzeptieren. Vieles hätte ich gerne anders, bequemer. Ich muss loslassen lernen.

Dann fuhren wir los in unseren heiß ersehnten, umkämpften Urlaub. Am Tag vorher noch hatte ich gar keine Lust mehr. Mir war das alles zu anstrengend. Ich wollte einfach ganz normal in den Urlaub fahren, wie früher. Ohne ein Auto leihen zu müssen. Ohne Geld geschenkt bekommen zu müssen. Einfach als ganz normale Familie was buchen, losfahren, fertig. Gott fordert mich heraus. Mit Tränen in den Augen schlug ich die Bibel auf und las: ‚Der Herr betrachtet eure Reise mit Wohlwollen.‘ Das steht im Buch Richter im ganz anderen Kontext, aber meine Seele hat genau diesen Zuspruch gebraucht. Gottes Wort ist tatsächlich lebendig.

Es regnete die ganze Fahrt bis an die dänische Grenze. Wir standen 4 Stunden im Stau. Anstatt 11 Stunden waren wir insgesamt ganze 18 Stunden unterwegs. Als die Scheibenwischer im Sekundentakt hin und her flogen, dachte ich, was für ein gutes Bild für die letzte Zeit. Manchmal ist unser Weg anstrengend. Wir müssen warten, wenn wir doch eigentlich einfach nur weiter wollen. Das Wetter lässt uns nicht klar sehen. So hab ich mich die vergangenen Wochen gefühlt. Als wir über die Grenze nach Dänemark fuhren, hörte es schlagartig mit dem Regen auf. Der stressige deutsche Autobahnverkehr wurde abgelöst durch langsames, entspanntes Fahren. Die Sonne spitzte durch den wolkenverhangenen Himmel. So ist das also, wenn man neues Land betritt. Auch im geistlichen Sinne. Die Atmosphäre verändert sich, Widrigkeiten lösen sich in Luft auf. Ich genoss die Landschaft, Postkartencharakter, dänische Flaggen, die im Wind wehten. Je näher wir an unser Ziel kamen, desto atemberaubender wurde der Abendhimmel. So einen fantastischen Sonnenuntergang habe ich bisher nur selten gesehen. Alle möglichen Farben, die schönsten Wolkengebilde, Sonnenstrahlen, die wie Lichtsäulen die Erde berührten. Mein Herz atmete auf, ich wurde innerlich ruhiger, fühlte mich willkommen geheißen wie eine Königin. Als wir dann endlich die Schlüssel für unsere Ferienwohnung in der Hand hielten, war es schon dunkel. Wir waren erschöpft, aber jeder wollte noch das Meer sehen. Also rannten wir die Dünen hoch, schmeckten das Salz in der Luft und waren schlichtweg überwältigt. Das Meer, die Wellen, der weiche, feine Sand. Wir waren da, in unserem verheißenen Land.

IMG_20170822_090241

Das ist unsere Urlaubsgeschichte. So ähnlich habe ich das nun schon öfters in meinem Leben mit Jesus erlebt:ganz oft tragen wir eine Verheißung im Herzen, ein Versprechen, wie ein Echo. Der Herr hat einmal in unser Leben hinein gesprochen, etwas zugesagt und wir warten, dass es endlich passiert. Dass es Realität wird. Die Reise zur Verheißung ist gesäumt von Widrigkeiten, Umwegen, Wartezeiten. Wir müssen lernen weiterzugehen, wenn alles in uns nach ausruhen schreit, wir müssen dran bleiben, wenn die Umstände uns auszulachen scheinen. Unser Glaube wächst in diesen Wüsten. Wir dürfen das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Irgendwann überschreiten wir die Grenze zu unserem verheißenen Land, irgendwann kommen wir an und dann staunen wir. Es ist alles soviel schöner, als wir uns je hätten erträumen können.

 

Bruchstücke

2016 war ein sehr schwieriges Jahr für mich. Mich quälten Panikattacken, Angstzustände, depressive Gedanken. Ich habe eine Traumatherapie begonnen und so arbeite ich nun Stück für Stück an meiner kranken Seele. Trage Stein für Stein den großen Berg ab, der sich in meinem Herzen angehäuft hat. Das ist ein schmerzhafter, anstrengender Prozess. Mein Mann hat mich gestern Abend gefragt, was mein Highlight im vergangenen Jahr war. Ich musste lange nachdenken. Es gab viele schöne Momente, aber alle waren überschattet von meinem Kampf gegen die Angst. Aber: es gab schöne Momente. Jeder schöne Moment konnte entstehen, weil ich mich bewusst dazu entschlossen hatte. Ich stieg in die Seilbahngondel, ich hielt die Enge in der U-Bahn aus, ich konzentrierte mich auf mein Atmen in der Menschenmenge. Es war ein anstrengendes Jahr. Aber ich habe nicht klein beigegeben und beharrlich das Schöne gesucht.

img_8498

Vor ein paar Wochen habe ich eine sehr ermutigende Predigt gehört. Es ging über die Phasen im Leben, wo wir im Feuerofen sind. Wo unser Glaube getestet wird. Wo die Umstände schlimm sind. Wo wir das Gefühl haben, es keine Sekunde länger aushalten zu können. Im Buch Daniel (Kapitel 3) wird beschrieben, wie Daniels Freunde in den Feuerofen geworfen werden, weil sie sich weigerten König Nebukadnezar anzubeten. Das Feuer war so heiß, dass die Wachen, die die drei Männer in das Feuer schmeißen sollten, umkamen. Schadrach, Meschach und Abed-Nego aber überlebten das Feuer. Das Einzige, das verbrannte, waren ihre Fesseln. Und sie waren im Feuer nicht allein: Jesus war bei ihnen. Und so ist das bei mir. Weil ich weiß, dass Jesus bei mir ist, kann ich dieses Feuer aushalten. Das Einzige, was verbrennt, sind meine Fesseln. Ich weiß, dass ich aus diesem Feuer lebend herauskommen werde, bestärkt in meinem Glauben, tiefer verwurzelt in meiner Liebe zu Jesus. Ja, soll das Feuer nur wüten – mein Herr ist bei mir!

img_8308

Und so gehe ich mit etwas wackeligen Beinen in das neue Jahr. Noch nie war mir so sehr bewusst, dass ich Jesus so sehr brauche. Jeden Tag. Aber das ist okay, denn genau da will ich sein: in der totalen Abhängigkeit. Heute morgen hatte ich die Gelegenheit im Gebetsraum des Gebetshauses Augsburg zu sein. Ich bin so dankbar für diese Zeit, denn gibt es etwas besseres, als ein neues Jahr zu den Füßen Jesu zu beginnen? Der Livestream vom Gebetshaus in Kansas City lief im Hintergrund. Kurz bevor ich gehen wollte, wurde dieser Refrain gesungen: ‚You choose the weak to shame the wise, you fill the broken with praise.‘ (Du erwählst das Schwache um das Starke zu beschämen, du erfüllst die Zerbrochenen mit Lobpreis.). So gehe ich in das neue Jahr: schwach, aber stark durch Jesus, zerbrochen, aber voller Lob für meinen Gott.

img_8555

Und weil ich gerade über Zerbruch schreibe, möchte ich euch davon erzählen, wie Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens Neues schaffen kann: mein Mann war jahrelang süchtig nach Pornographie. Schon lange bevor wir uns kennen lernten, war er abhängig. Irgendwann hat er mir davon erzählt, ich weiß gar nicht mehr, ob das vor oder nach unserer Hochzeit war und mir war damals auch nicht bewusst, wie tief er in diesem Sumpf steckte. Im Laufe unserer Ehe beichtete er mir immer wieder mal, das er sich etwas angesehen hatte. Ab und zu stolperte ich über ein Bild, das auf unserem Computer gespeichert war. Jedesmal war das für mich extrem schwierig, ich fühlte mich betrogen. Es dauerte immer eine Weile, bis das Vertrauen wieder hergestellt war. Aber im Großen und Ganzen war ich davon überzeugt, dass mein Mann das im Griff hat. Er ist der standfestere von uns beiden, der geerdete, der ruhige, der Besonnene. Ich machte mir keine große Gedanken. Was ich nicht ahnte, war, dass mein Mann ein Doppelleben führte. Er konsumierte mehr und mehr Pornographie und bekam schließlich Angst um unsere Ehe, Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Und, Gott sei Dank!, zog er die Notbremse und fing an radikal gegen seine Sucht anzugehen. Jesus setzte ihn nach vielen Kämpfen frei und nun hat er mit anderen Männern, die ebenfalls frei von Pornographie wurden, einen Verein gegründet: www.free-indeed.de. Die Webseite ist seit ein paar Tagen online und ab heute kann man sich für einen Onlinekurs anmelden.


Die Sucht nach Pornographie ist weiter verbreitet, als man denkt. Laut einer Studie des weißen Kreuzes, konsumieren 2 von 3 christlichen Männern regelmäßig Pornographie. Auch Frauen sind vermehrt von dieser Sucht betroffen. Pornographie ist eine Droge, die alles lähmt und alles zerstört. Mein Mann und ich beten, dass christliche Männer in Deutschland da nicht länger mitmachen. Wir beten, dass das Thema immer mehr in den Mittelpunkt rückt und so Ehen gerettet werden können. Wir beten, dass Männer frei werden, dass sie in ihre Berufung hineinkommen, dass sie ihre Ehefrauen so lieben können, wie Gott es sich gedacht hat – in Reinheit und mit ganzer Hingabe. Wir beten und glauben, dass Gott Männer ruft in ihre wahre Identität zu kommen, dass Kämpfer und Helden erwachen und die Welt verändern.

img_8495

Bruchstücke. Vielleicht stehst du auch am Anfang dieses neuen Jahres und hast lauter Scherben in den Händen. Ich will dir von Herzen Mut machen. Ich staune so sehr, wie Gott die Bruchstücke, die die Sucht im Leben meines Mannes hinterlassen hat, genommen hat und nun diese Plattform geschaffen hat, die tausenden von Männern helfen kann, frei zu werden. Einfach nur, weil mein Mann und seine Freunde damals alles Gott hingegeben haben und mutig genug waren, zu ihrer Schwachheit zu stehen. Und da stehe ich auch – einfach nur schwach und zerbrochen, aber mit Hoffnung erfüllt, dass mein Gott alles gut machen wird und dass er einen Plan hat, der meine kühnsten Träume übertrifft. Das gilt auch für dich!

img_8985

Der Herr macht alles neu.

Alle Fotos von Inka Hammond

Ich kann die Uhr ticken hören

Ich kann die Uhr ticken hören.

7653736706_ce9832e3c1

So leise ist es. Lange Jahre war vormittags immer mindestens ein Kind in meinem Arm. Oder an meinem Bein. Ich sehe kleine Hände voller Wasserfarben. Ich erinnere mich an die Seifenberge im Waschbecken, wenn ich mich mal schnell ums Aufräumen gekümmert habe. Der umgekippte Abfalleimer, die vollgekritzelte Wand. Es war immer etwas los. Es war bunt und anstrengend und … niemals leise.

29044447002_4a6c7e30dc

Jetzt sitze ich am Küchentisch und kann kaum glauben, dass diese Jahre vorbei sind. Wo ist die Zeit geblieben? Nun kommt es mir wie eine ferne Erinnerung vor, dass ich diesen Tag der Ruhe herbei gesehnt habe. Endlich nur ich. Endlich Ordnung. Endlich kein Kind, das mir beim Klo putzen helfen will.

Nun ist es soweit und ich vermisse das Kinderlachen. Das Türen knallen. Das ‚Mama, darf ich bitte, bitte, bitte vom Teig naschen?‘ Und das hunderttausendste:’Mama, spielst du mit mir?‘.

9057166554_ee0d970cf8

Meine drei großen Mädchen sind in der Schule, der Jüngste im Kindergarten. Wenn ich den letzten Abschiedskuß gegeben habe, bin nur noch ich da. Das kommt mir so wenig vor. Viel zu leise. Viel zu aufgeräumt. Keine kleinen urplötzlichen Katastrophen mehr. Ich fühle mich ein wenig verloren in dieser neuen Welt. Muss mich erst noch zurecht finden. Ich frage mich, was ich zuerst putzen soll oder ob ich mich jetzt an aufwendigeres Mittagessen wagen kann. Oder ob ich einfach mal was nähen soll oder spazieren gehe?

Ganz zaghaft stehe ich an der Schwelle zu dieser neuen Zeit – vormittags ohne Kinder. Ich sehe schon das ein oder andere, das schön sein wird und das meiner Seele gut tun wird. Lange war für so vieles keine Zeit. Kein Platz. Aber jetzt – jetzt vermisse ich gerade die kleine Hand in meiner. Das zweite Frühstück mit Nutellabrot. Das spontane Kuscheln auf der Couch. Und wen soll ich jetzt beim Einkaufen bei Laune halten? Werde ich ganz abwesend den Einkaufswagen beruhigend hin und her schieben? Ein wenig neidisch auf die Mama sehen, die mit MaxiCosi unterwegs ist? Am liebsten das schreiende Baby da vorne an der Kasse auf den Arm nehmen?

17181391352_84d45beed6

Wenn meine Kinder dann mittags wieder zu Hause sind, gebe ich ihnen eine extra lange Umarmung. Setze mich hin, höre mir all die Geschichten an. Erstaunlich, was an einem Vormittag so alles passieren kann! Ich schaue auf ihre Gesichter, präge sie mir genau ein. Ich lächle, weiß wieder einmal mehr, wie sehr ich gesegnet bin mit diesen vier wunderbaren Menschen. Ich staune auch, denn sie werden so schnell groß. Der Kleine lässt sich nicht mehr beim Schuhe anziehen helfen. Die Erstklässlerin holt ganz stolz ihre erste Hausaufgabe heraus. Meine Zweitgeborene scheint seit dem Abschiedskuß heute morgen zwei Zentimeter gewachsen zu sein und meine Große ist schon ein richtiger Teenager. Hab ich sie nicht erst mit dem Bobbycar zum Spielplatz begleitet?

Es ist wieder laut zu Hause, das Mittagessen wird ausgeteilt. Jeder spricht durcheinander, es ist lustig und nervig und schön. Ich lehne mich zurück, blicke mich um. Diese vier Menschen. Jetzt sitzen sie noch hier an diesem Tisch. Diese Zeit ist mir geschenkt. Welch Gnade. Welch Glück. Dankbarkeit erfüllt mich. Und Ehrfurcht.

Ich kann die Uhr ticken hören.

 

photo credit: <a href=“http://www.flickr.com/photos/43581314@N08/7653736706″>Out of Time [206/366]</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/“>(license)</a&gt;
photo credit: <a href=“http://www.flickr.com/photos/115577187@N08/29044447002″>Collecting nature</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/“>(license)</a&gt;
photo credit: <a href=“http://www.flickr.com/photos/42875184@N08/9057166554″>麝香草</a&gt; via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/“>(license)</a&gt;
photo credit: <a href=“http://www.flickr.com/photos/10687935@N04/17181391352″>Secret Garden</a> via <a href=“http://photopin.com“>photopin</a&gt; <a href=“https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/“>(license)</a&gt;

 

Haussegen – Gastfreundschaft mal anders…

 

Sonnenuntergang an der Nordsee

Planst du schon den Urlaub für nächstes Jahr? Dann könnte das hier interessant sein für dich…

Vor gut einem Jahr sind wir in den Herbstferien an die Nordsee gefahren. Ich hatte den Wunsch unser Haus, das ja während dieser Zeit leer stand, für eine andere Familie zu öffnen, so dass sie in unserem Zuhause Urlaub machen können. Ich hatte die Möglichkeit hier auf Alltagsliebe veröffentlicht und wir haben eine liebe Familie gefunden, die für eine Woche bei uns eingezogen ist. Es war ein voller Erfolg!
Anfang diesen Jahres erhielten wir eine Email von einer Familie aus Wien, die davon auf Alltagsliebe gelesen hat und uns gerne ihre Wohnung anbieten wollte. Wir verbrachten erst vor kurzem 2 super erholsame Wochen in Wien in einer wunderschönen Wohnung, in der es an nichts gefehlt hat.
Während wir in Wien waren, hatten wir wieder jemanden gesucht, der währenddessen im schönen Augsburg Urlaub machen möchte und ein liebes Ehepaar, das wir durch unseren Gebetshausdienst kennen, hat sich über die Möglichkeit gefreut.

usa.alltagsliebe.august.15 055

 

Und so ist in mir der Traum gewachsen, dass christliche Familien ihre Häuser mit anderen christlichen Familien teilen und sich so gegenseitig kostengünstige, außergewöhnliche Urlaubszeiten ermöglichen.

So ein Urlaub hat viele Vorteile. Er ist z.B.:

  • Geldbeutelschonend
  • Ein normal eingerichteter Haushalt hat viel mehr zu bieten, als eine karge Ferienwohnung
  • Das eigene Zuhause wird während der Abwesenheit gelüftet, die Pflanzen gegossen, Haustiere versorgt
  • Kinder sind begeistert, mit neuen Spielsachen zu spielen und sind wunderbar beschäftigt
  • Die Gegend ist der Gastgeberfamilie bestens bekannt und Einkaufstipps, Ausflugsmöglichkeiten, Gottesdienstzeiten machen den Urlaub zu einem entspannten Erlebnis
  • Das Urlaubsdomizil bietet eine geistliche Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt, wo das Beten einfach fällt und wo man innerlich zur Ruhe kommen kann
  • Es entstehen Freundschaften und neue Kontakte
  • Der eigene Horizont erweitert sich. Nicht zum 100. Mal an den Gardasee – wir wäre es mal mit dem Spreewald?

Mein Traum ist es für nächstes Jahr 20 Familien zu finden, die ihr Zuhause während ihres eigenen Urlaubes einer anderen Familie zur Verfügung stellen, um entweder einen Haustausch zu machen oder einfach während des eigenen Urlaubes.

img_7427

Wenn du an dieser Aktion Interesse hast, dann melde dich bitte bis zum 15. Oktober bei mir: inkahammond@gmail.com, Betreff ‚Haussegen‘. Du erhälst dann weitere Informationen. Bitte nicht melden, wenn du eine Unterkunft suchst, aber dein Zuhause nicht zur Verfügung stellen kannst oder willst. Es geht jetzt erst einmal darum, genügend Unterkünfte zu finden, die man anbieten kann. Dafür werde ich eine Webseite einrichten, wo man sich Bilder der Unterkünfte ansehen kann und nach geeigneten Zeiträumen suchen kann. Das Ganze ist natürlich nicht professionell, aber irgendwie muss man ja mal anfangen…=)

Hier noch ein paar Voraussetzungen:

  • du lebst und liebst den christlichen Glauben
  • du bist bereit Fotos von deinem Zuhause im Internet zu veröffentlichen
  • du verlangst kein Geld für die Unterkunft
  • dein Zuhause befindet sich in einer Gegend, wo man gut Urlaub machen kann (gerne weltweit!)Ich freue mich auf euer Mitmachen

    ‚Und sie teilten alles, was sie hatten…‘ Apg. 2,44

photo credits: Familie Hammond

 

 

Wieder so ein Tag

 

Ist es wieder so ein Tag, wo alles schief geht? Ein Tag, wo du nah am Wasser gebaut bist und dich am liebsten verkriechen würdest? Ein Tag, wo die Hose zu eng sitzt (trotz Salat am Abend…), die Kinder nur ’nein‘ sagen, die Wäsche sich nicht von selber aufhängt, du keine Lust zum Kochen hast?

Ist es wieder so ein  Tag, wo dein Versagen wie Neonreklame über dir hängt und du dich selbst verklagst?

Lass diesen Tag nicht einfach vorüber ziehen. Sehne dich nicht nach dem Moment, wo endlich Ruhe herrscht. Erhebe deinen Blick, steh auf aus dem Staub! Du bist für mehr geschaffen, als nur zu überleben. Du bist für mehr gemacht, als immer nur am Limit zu sein.

‚Du bist wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.‘ Jesaja 58,11

Nimm alles, was du nicht bist. Nimm alles, was du sein willst. Nimm all deinen Mangel, deine unerreichten Ziele, deine tiefen Abgründe und gebe sie Jesus. Und dann steh vor ihm mit deinen leeren Händen und empfange, was er für dich hat.
Ehre, Würde, Kraft, Freude, Stärke, Schönheit, Ausdauer, Geduld. Und noch so viel mehr.

Dein Nichtkönnen an diesem Tag, wird erfüllt von seinem Können. Deine Schwachheit wird erfüllt von seiner Stärke. Deine Kraftlosigkeit darf in seiner Gegenwart wieder zu Kraft werden…und du sollst laufen und nicht müde werden.

img_0685.jpg
(Copyright Inka Hammond)

Blicke auf, liebe Mama! Erhebe dich, Königstochter. Sieh, welches Land dir der König schenken will…

Stein auf Stein

Wie ihr wisst, hat Gott uns als Familie auf einen neuen, abenteuerlichen Weg gerufen. Ab dem 1.3.16 wird mein Mann im Gebetshaus Augsburg angestellt sein um mitzubeten und mitzuarbeiten und sein Dienst wird vollständig von Spenden getragen sein. Das stellt bei uns einiges auf den Kopf und fordert uns heraus im Glauben mutig voran zu gehen. Folgenden Blogpost habe ich gerade auf unserem neuen Familienblog www.erhoert.com veröffentlicht – viel Spass beim Lesen! =)

Wir haben überlegt, wie wir unseren Kindern greifbar machen können, was es bedeutet einen Unterstützerkreis aufzubauen. Uns ist es so wichtig, dass sie erleben können, dass Gott für uns sorgt und dass er es anderen Menschen aufs Herz legt die Vision vom 24 Stundengebet mitzutragen.

Uns kam die Idee Steine zu sammeln, ein Glas aufzustellen und wenn wir die Nachricht erhalten, dass uns jemand im Gebet oder finanziell unterstützen möchte, dann legen wir ein Stein in das Glas und schreiben den Namen der Person oder der Familie mit einem Stift auf den Behälter.

(c)Hammond
(c)Hammond

Wir hätten auch Murmeln nehmen können oder Dekosteine…aber wir wollten auch sichtbar machen, dass jeder einzelne Unterstützer uns dabei hilft das Fundament unseres Dienstes zu bauen – Stein auf Stein. Die harten, unscheinbaren Kieselsteine symbolisieren für uns Hoffnung und Zukunft und wir sind für jeden Stein von Herzen dankbar, den wir in das Glas legen dürfen.

Mittlerweile liegen schon ein paar mehr Stein im Glas! Halleluja!! (c)Hammond
Mittlerweile liegen schon ein paar mehr Stein im Glas! Halleluja!! (c)Hammond

Wir laden dich an dieser Stelle herzlich ein die Vision für das 24 Stundengebet zu ergreifen und uns im Gebet und/oder finanziell zu unterstützen. Wir brauchen treue Wegbegleiter, die es von Gott aufs Herz gelegt bekommen haben an unsere Seite zu kommen und diesen Weg gemeinsam zu gehen, mitzuhelfen diesen Dienst aufzubauen. Stein auf Stein, Gebet auf Gebet, Schritt für Schritt!

(c)Hammond
(c)Hammond

Wenn du es auf dem Herzen hast uns zu unterstützen, dann kannst du dich direkt an uns wenden: inkahammond@gmail.com oder jeremy.l.hammond@gmail.com Oder ans Gebetshaus: partner@gebetshaus.org. Danke!