Verheißenes Land

Ich sitze gerade in einem Liegestuhl, vor mir die herrlichen Dünen, hinter mir knattert die Waschmaschine…als Mama nimmt man seinen Alltag halt auch in den Urlaub mit. Aber egal – Wäsche wäscht sich in einer Ferienwohnung irgendwie leichter.

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Dieser Urlaub hätte fast nicht stattgefunden. Gott hat unseren Glauben im Vorfeld ganz schön herausgefordert. Jetzt, wo ich hier sitze, noch Sand in den Socken vom letzten Strandspaziergang, will ich ein bisschen darüber schreiben. Denn ich glaube, dass ich ganz viel gelernt habe und dass du, liebe Mama, vielleicht auch etwas für dein Glaubensleben mitnehmen kannst.

Es fing damit an, dass wir den Urlaub im Glauben gebucht haben. So etwas verrücktes haben wir das erste Mal gemacht, aber seit wir von Spenden leben (mein Mann ist seit März 2016 Gebetshausmissionar im Gebetshaus Augsburg), ist vieles verrückt geworden. Im Glauben gebucht – das heißt im Klartext: wir hatten keine Ahnung, wie wir den Urlaub bezahlen sollen. Wir hatten gebetet, ob und wo wir in den Urlaub fahren sollten. Unser Familienauto ging gerade kaputt. Andere Pläne für den Sommer haben wir wieder absagen müssen. Es war alles ein bisschen chaotisch, aber dann fand unsere große Tochter überall dänische Flaggen. Wir wurden hellhörig, beteten weiter und dann fand ich dieses hübsche Ferienhaus mitten in den Dünen. Ganz oben im Norden Dänemarks. Wir lieben Einsamkeit, die Nordsee und Skandinavien – das schien perfekt. Wir beteten noch weiter. Und hatten schließlich innerlich grünes Licht und buchten dieses Haus.

Wir konnten die erste Rate zahlen. Halleluja! Und dann kam irgendwann die Zahlungserinnerung für die zweite Rate. Wir hatten das Geld nicht. Wir baten um etwas Aufschub. Das war an einem Dienstag. Der kommende Monat war der letzte Tag, wo wir hätten zahlen können. Sonst müsste storniert werden. An diesem Dienstag kam ein guter Freund zu meinem Mann zu Besuch. Er sagte, er hätte schon seit ein paar Wochen es auf dem Herzen uns einen bestimmten Betrag zu geben. Es fiel ihm nur so schwer. Als er den Betrag nannte, fiel meinem Mann die Kinnlade runter: es war genau der Betrag, den wir für das Ferienhaus benötigten. Das wiederum war eine Bestätigung für unseren Freund und ein paar Tage später drückte er uns das Geld bar in die Hand. Wir konnten die Überweisung tätigen und Montag ging das Geld auf dem Konto in Dänemark ein. Puh. Gott kommt spätestens rechtzeitig.

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So langsam kam Vorfreude auf bei uns. Offensichtlich wollte uns Gott diesen Urlaub gönnen. Uns war klar, dass wir bis dahin auch ganz bestimmt wieder ein Familienauto haben können. Aber es kam kein Familienauto. Wir warteten und beteten, ich bekam langsam die Krise. Verstand Gott nicht. Klagte an. Weinte. Betete wieder. Schließlich bot uns eine liebe Familie ihr Auto für die Fahrt nach Dänemark an. Eine Woche vor Urlaubsbeginn. Dankbar, aber mit schlotternden Knien packten wir unser Auto. Das war wieder knapp. Wir lernen Gott zu vertrauen, sein Timing zu akzeptieren. Vieles hätte ich gerne anders, bequemer. Ich muss loslassen lernen.

Dann fuhren wir los in unseren heiß ersehnten, umkämpften Urlaub. Am Tag vorher noch hatte ich gar keine Lust mehr. Mir war das alles zu anstrengend. Ich wollte einfach ganz normal in den Urlaub fahren, wie früher. Ohne ein Auto leihen zu müssen. Ohne Geld geschenkt bekommen zu müssen. Einfach als ganz normale Familie was buchen, losfahren, fertig. Gott fordert mich heraus. Mit Tränen in den Augen schlug ich die Bibel auf und las: ‚Der Herr betrachtet eure Reise mit Wohlwollen.‘ Das steht im Buch Richter im ganz anderen Kontext, aber meine Seele hat genau diesen Zuspruch gebraucht. Gottes Wort ist tatsächlich lebendig.

Es regnete die ganze Fahrt bis an die dänische Grenze. Wir standen 4 Stunden im Stau. Anstatt 11 Stunden waren wir insgesamt ganze 18 Stunden unterwegs. Als die Scheibenwischer im Sekundentakt hin und her flogen, dachte ich, was für ein gutes Bild für die letzte Zeit. Manchmal ist unser Weg anstrengend. Wir müssen warten, wenn wir doch eigentlich einfach nur weiter wollen. Das Wetter lässt uns nicht klar sehen. So hab ich mich die vergangenen Wochen gefühlt. Als wir über die Grenze nach Dänemark fuhren, hörte es schlagartig mit dem Regen auf. Der stressige deutsche Autobahnverkehr wurde abgelöst durch langsames, entspanntes Fahren. Die Sonne spitzte durch den wolkenverhangenen Himmel. So ist das also, wenn man neues Land betritt. Auch im geistlichen Sinne. Die Atmosphäre verändert sich, Widrigkeiten lösen sich in Luft auf. Ich genoss die Landschaft, Postkartencharakter, dänische Flaggen, die im Wind wehten. Je näher wir an unser Ziel kamen, desto atemberaubender wurde der Abendhimmel. So einen fantastischen Sonnenuntergang habe ich bisher nur selten gesehen. Alle möglichen Farben, die schönsten Wolkengebilde, Sonnenstrahlen, die wie Lichtsäulen die Erde berührten. Mein Herz atmete auf, ich wurde innerlich ruhiger, fühlte mich willkommen geheißen wie eine Königin. Als wir dann endlich die Schlüssel für unsere Ferienwohnung in der Hand hielten, war es schon dunkel. Wir waren erschöpft, aber jeder wollte noch das Meer sehen. Also rannten wir die Dünen hoch, schmeckten das Salz in der Luft und waren schlichtweg überwältigt. Das Meer, die Wellen, der weiche, feine Sand. Wir waren da, in unserem verheißenen Land.

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Das ist unsere Urlaubsgeschichte. So ähnlich habe ich das nun schon öfters in meinem Leben mit Jesus erlebt:ganz oft tragen wir eine Verheißung im Herzen, ein Versprechen, wie ein Echo. Der Herr hat einmal in unser Leben hinein gesprochen, etwas zugesagt und wir warten, dass es endlich passiert. Dass es Realität wird. Die Reise zur Verheißung ist gesäumt von Widrigkeiten, Umwegen, Wartezeiten. Wir müssen lernen weiterzugehen, wenn alles in uns nach ausruhen schreit, wir müssen dran bleiben, wenn die Umstände uns auszulachen scheinen. Unser Glaube wächst in diesen Wüsten. Wir dürfen das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Irgendwann überschreiten wir die Grenze zu unserem verheißenen Land, irgendwann kommen wir an und dann staunen wir. Es ist alles soviel schöner, als wir uns je hätten erträumen können.

 

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Bruchstücke

2016 war ein sehr schwieriges Jahr für mich. Mich quälten Panikattacken, Angstzustände, depressive Gedanken. Ich habe eine Traumatherapie begonnen und so arbeite ich nun Stück für Stück an meiner kranken Seele. Trage Stein für Stein den großen Berg ab, der sich in meinem Herzen angehäuft hat. Das ist ein schmerzhafter, anstrengender Prozess. Mein Mann hat mich gestern Abend gefragt, was mein Highlight im vergangenen Jahr war. Ich musste lange nachdenken. Es gab viele schöne Momente, aber alle waren überschattet von meinem Kampf gegen die Angst. Aber: es gab schöne Momente. Jeder schöne Moment konnte entstehen, weil ich mich bewusst dazu entschlossen hatte. Ich stieg in die Seilbahngondel, ich hielt die Enge in der U-Bahn aus, ich konzentrierte mich auf mein Atmen in der Menschenmenge. Es war ein anstrengendes Jahr. Aber ich habe nicht klein beigegeben und beharrlich das Schöne gesucht.

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Vor ein paar Wochen habe ich eine sehr ermutigende Predigt gehört. Es ging über die Phasen im Leben, wo wir im Feuerofen sind. Wo unser Glaube getestet wird. Wo die Umstände schlimm sind. Wo wir das Gefühl haben, es keine Sekunde länger aushalten zu können. Im Buch Daniel (Kapitel 3) wird beschrieben, wie Daniels Freunde in den Feuerofen geworfen werden, weil sie sich weigerten König Nebukadnezar anzubeten. Das Feuer war so heiß, dass die Wachen, die die drei Männer in das Feuer schmeißen sollten, umkamen. Schadrach, Meschach und Abed-Nego aber überlebten das Feuer. Das Einzige, das verbrannte, waren ihre Fesseln. Und sie waren im Feuer nicht allein: Jesus war bei ihnen. Und so ist das bei mir. Weil ich weiß, dass Jesus bei mir ist, kann ich dieses Feuer aushalten. Das Einzige, was verbrennt, sind meine Fesseln. Ich weiß, dass ich aus diesem Feuer lebend herauskommen werde, bestärkt in meinem Glauben, tiefer verwurzelt in meiner Liebe zu Jesus. Ja, soll das Feuer nur wüten – mein Herr ist bei mir!

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Und so gehe ich mit etwas wackeligen Beinen in das neue Jahr. Noch nie war mir so sehr bewusst, dass ich Jesus so sehr brauche. Jeden Tag. Aber das ist okay, denn genau da will ich sein: in der totalen Abhängigkeit. Heute morgen hatte ich die Gelegenheit im Gebetsraum des Gebetshauses Augsburg zu sein. Ich bin so dankbar für diese Zeit, denn gibt es etwas besseres, als ein neues Jahr zu den Füßen Jesu zu beginnen? Der Livestream vom Gebetshaus in Kansas City lief im Hintergrund. Kurz bevor ich gehen wollte, wurde dieser Refrain gesungen: ‚You choose the weak to shame the wise, you fill the broken with praise.‘ (Du erwählst das Schwache um das Starke zu beschämen, du erfüllst die Zerbrochenen mit Lobpreis.). So gehe ich in das neue Jahr: schwach, aber stark durch Jesus, zerbrochen, aber voller Lob für meinen Gott.

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Und weil ich gerade über Zerbruch schreibe, möchte ich euch davon erzählen, wie Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens Neues schaffen kann: mein Mann war jahrelang süchtig nach Pornographie. Schon lange bevor wir uns kennen lernten, war er abhängig. Irgendwann hat er mir davon erzählt, ich weiß gar nicht mehr, ob das vor oder nach unserer Hochzeit war und mir war damals auch nicht bewusst, wie tief er in diesem Sumpf steckte. Im Laufe unserer Ehe beichtete er mir immer wieder mal, das er sich etwas angesehen hatte. Ab und zu stolperte ich über ein Bild, das auf unserem Computer gespeichert war. Jedesmal war das für mich extrem schwierig, ich fühlte mich betrogen. Es dauerte immer eine Weile, bis das Vertrauen wieder hergestellt war. Aber im Großen und Ganzen war ich davon überzeugt, dass mein Mann das im Griff hat. Er ist der standfestere von uns beiden, der geerdete, der ruhige, der Besonnene. Ich machte mir keine große Gedanken. Was ich nicht ahnte, war, dass mein Mann ein Doppelleben führte. Er konsumierte mehr und mehr Pornographie und bekam schließlich Angst um unsere Ehe, Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren. Und, Gott sei Dank!, zog er die Notbremse und fing an radikal gegen seine Sucht anzugehen. Jesus setzte ihn nach vielen Kämpfen frei und nun hat er mit anderen Männern, die ebenfalls frei von Pornographie wurden, einen Verein gegründet: www.free-indeed.de. Die Webseite ist seit ein paar Tagen online und ab heute kann man sich für einen Onlinekurs anmelden.

Die Sucht nach Pornographie ist weiter verbreitet, als man denkt. Laut einer Studie des weißen Kreuzes, konsumieren 2 von 3 christlichen Männern regelmäßig Pornographie. Auch Frauen sind vermehrt von dieser Sucht betroffen. Pornographie ist eine Droge, die alles lähmt und alles zerstört. Mein Mann und ich beten, dass christliche Männer in Deutschland da nicht länger mitmachen. Wir beten, dass das Thema immer mehr in den Mittelpunkt rückt und so Ehen gerettet werden können. Wir beten, dass Männer frei werden, dass sie in ihre Berufung hineinkommen, dass sie ihre Ehefrauen so lieben können, wie Gott es sich gedacht hat – in Reinheit und mit ganzer Hingabe. Wir beten und glauben, dass Gott Männer ruft in ihre wahre Identität zu kommen, dass Kämpfer und Helden erwachen und die Welt verändern.

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Bruchstücke. Vielleicht stehst du auch am Anfang dieses neuen Jahres und hast lauter Scherben in den Händen. Ich will dir von Herzen Mut machen. Ich staune so sehr, wie Gott die Bruchstücke, die die Sucht im Leben meines Mannes hinterlassen hat, genommen hat und nun diese Plattform geschaffen hat, die tausenden von Männern helfen kann, frei zu werden. Einfach nur, weil mein Mann und seine Freunde damals alles Gott hingegeben haben und mutig genug waren, zu ihrer Schwachheit zu stehen. Und da stehe ich auch – einfach nur schwach und zerbrochen, aber mit Hoffnung erfüllt, dass mein Gott alles gut machen wird und dass er einen Plan hat, der meine kühnsten Träume übertrifft. Das gilt auch für dich!

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Der Herr macht alles neu.

Alle Fotos von Inka Hammond

Ich kann die Uhr ticken hören

Ich kann die Uhr ticken hören.

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So leise ist es. Lange Jahre war vormittags immer mindestens ein Kind in meinem Arm. Oder an meinem Bein. Ich sehe kleine Hände voller Wasserfarben. Ich erinnere mich an die Seifenberge im Waschbecken, wenn ich mich mal schnell ums Aufräumen gekümmert habe. Der umgekippte Abfalleimer, die vollgekritzelte Wand. Es war immer etwas los. Es war bunt und anstrengend und … niemals leise.

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Jetzt sitze ich am Küchentisch und kann kaum glauben, dass diese Jahre vorbei sind. Wo ist die Zeit geblieben? Nun kommt es mir wie eine ferne Erinnerung vor, dass ich diesen Tag der Ruhe herbei gesehnt habe. Endlich nur ich. Endlich Ordnung. Endlich kein Kind, das mir beim Klo putzen helfen will.

Nun ist es soweit und ich vermisse das Kinderlachen. Das Türen knallen. Das ‚Mama, darf ich bitte, bitte, bitte vom Teig naschen?‘ Und das hunderttausendste:’Mama, spielst du mit mir?‘.

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Meine drei großen Mädchen sind in der Schule, der Jüngste im Kindergarten. Wenn ich den letzten Abschiedskuß gegeben habe, bin nur noch ich da. Das kommt mir so wenig vor. Viel zu leise. Viel zu aufgeräumt. Keine kleinen urplötzlichen Katastrophen mehr. Ich fühle mich ein wenig verloren in dieser neuen Welt. Muss mich erst noch zurecht finden. Ich frage mich, was ich zuerst putzen soll oder ob ich mich jetzt an aufwendigeres Mittagessen wagen kann. Oder ob ich einfach mal was nähen soll oder spazieren gehe?

Ganz zaghaft stehe ich an der Schwelle zu dieser neuen Zeit – vormittags ohne Kinder. Ich sehe schon das ein oder andere, das schön sein wird und das meiner Seele gut tun wird. Lange war für so vieles keine Zeit. Kein Platz. Aber jetzt – jetzt vermisse ich gerade die kleine Hand in meiner. Das zweite Frühstück mit Nutellabrot. Das spontane Kuscheln auf der Couch. Und wen soll ich jetzt beim Einkaufen bei Laune halten? Werde ich ganz abwesend den Einkaufswagen beruhigend hin und her schieben? Ein wenig neidisch auf die Mama sehen, die mit MaxiCosi unterwegs ist? Am liebsten das schreiende Baby da vorne an der Kasse auf den Arm nehmen?

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Wenn meine Kinder dann mittags wieder zu Hause sind, gebe ich ihnen eine extra lange Umarmung. Setze mich hin, höre mir all die Geschichten an. Erstaunlich, was an einem Vormittag so alles passieren kann! Ich schaue auf ihre Gesichter, präge sie mir genau ein. Ich lächle, weiß wieder einmal mehr, wie sehr ich gesegnet bin mit diesen vier wunderbaren Menschen. Ich staune auch, denn sie werden so schnell groß. Der Kleine lässt sich nicht mehr beim Schuhe anziehen helfen. Die Erstklässlerin holt ganz stolz ihre erste Hausaufgabe heraus. Meine Zweitgeborene scheint seit dem Abschiedskuß heute morgen zwei Zentimeter gewachsen zu sein und meine Große ist schon ein richtiger Teenager. Hab ich sie nicht erst mit dem Bobbycar zum Spielplatz begleitet?

Es ist wieder laut zu Hause, das Mittagessen wird ausgeteilt. Jeder spricht durcheinander, es ist lustig und nervig und schön. Ich lehne mich zurück, blicke mich um. Diese vier Menschen. Jetzt sitzen sie noch hier an diesem Tisch. Diese Zeit ist mir geschenkt. Welch Gnade. Welch Glück. Dankbarkeit erfüllt mich. Und Ehrfurcht.

Ich kann die Uhr ticken hören.

 

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Haussegen – Gastfreundschaft mal anders…

 

Sonnenuntergang an der Nordsee

Planst du schon den Urlaub für nächstes Jahr? Dann könnte das hier interessant sein für dich…

Vor gut einem Jahr sind wir in den Herbstferien an die Nordsee gefahren. Ich hatte den Wunsch unser Haus, das ja während dieser Zeit leer stand, für eine andere Familie zu öffnen, so dass sie in unserem Zuhause Urlaub machen können. Ich hatte die Möglichkeit hier auf Alltagsliebe veröffentlicht und wir haben eine liebe Familie gefunden, die für eine Woche bei uns eingezogen ist. Es war ein voller Erfolg!
Anfang diesen Jahres erhielten wir eine Email von einer Familie aus Wien, die davon auf Alltagsliebe gelesen hat und uns gerne ihre Wohnung anbieten wollte. Wir verbrachten erst vor kurzem 2 super erholsame Wochen in Wien in einer wunderschönen Wohnung, in der es an nichts gefehlt hat.
Während wir in Wien waren, hatten wir wieder jemanden gesucht, der währenddessen im schönen Augsburg Urlaub machen möchte und ein liebes Ehepaar, das wir durch unseren Gebetshausdienst kennen, hat sich über die Möglichkeit gefreut.

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Und so ist in mir der Traum gewachsen, dass christliche Familien ihre Häuser mit anderen christlichen Familien teilen und sich so gegenseitig kostengünstige, außergewöhnliche Urlaubszeiten ermöglichen.

So ein Urlaub hat viele Vorteile. Er ist z.B.:

  • Geldbeutelschonend
  • Ein normal eingerichteter Haushalt hat viel mehr zu bieten, als eine karge Ferienwohnung
  • Das eigene Zuhause wird während der Abwesenheit gelüftet, die Pflanzen gegossen, Haustiere versorgt
  • Kinder sind begeistert, mit neuen Spielsachen zu spielen und sind wunderbar beschäftigt
  • Die Gegend ist der Gastgeberfamilie bestens bekannt und Einkaufstipps, Ausflugsmöglichkeiten, Gottesdienstzeiten machen den Urlaub zu einem entspannten Erlebnis
  • Das Urlaubsdomizil bietet eine geistliche Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt, wo das Beten einfach fällt und wo man innerlich zur Ruhe kommen kann
  • Es entstehen Freundschaften und neue Kontakte
  • Der eigene Horizont erweitert sich. Nicht zum 100. Mal an den Gardasee – wir wäre es mal mit dem Spreewald?

Mein Traum ist es für nächstes Jahr 20 Familien zu finden, die ihr Zuhause während ihres eigenen Urlaubes einer anderen Familie zur Verfügung stellen, um entweder einen Haustausch zu machen oder einfach während des eigenen Urlaubes.

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Wenn du an dieser Aktion Interesse hast, dann melde dich bitte bis zum 15. Oktober bei mir: inkahammond@gmail.com, Betreff ‚Haussegen‘. Du erhälst dann weitere Informationen. Bitte nicht melden, wenn du eine Unterkunft suchst, aber dein Zuhause nicht zur Verfügung stellen kannst oder willst. Es geht jetzt erst einmal darum, genügend Unterkünfte zu finden, die man anbieten kann. Dafür werde ich eine Webseite einrichten, wo man sich Bilder der Unterkünfte ansehen kann und nach geeigneten Zeiträumen suchen kann. Das Ganze ist natürlich nicht professionell, aber irgendwie muss man ja mal anfangen…=)

Hier noch ein paar Voraussetzungen:

  • du lebst und liebst den christlichen Glauben
  • du bist bereit Fotos von deinem Zuhause im Internet zu veröffentlichen
  • du verlangst kein Geld für die Unterkunft
  • dein Zuhause befindet sich in einer Gegend, wo man gut Urlaub machen kann (gerne weltweit!)Ich freue mich auf euer Mitmachen

    ‚Und sie teilten alles, was sie hatten…‘ Apg. 2,44

photo credits: Familie Hammond

 

 

Wieder so ein Tag

 

Ist es wieder so ein Tag, wo alles schief geht? Ein Tag, wo du nah am Wasser gebaut bist und dich am liebsten verkriechen würdest? Ein Tag, wo die Hose zu eng sitzt (trotz Salat am Abend…), die Kinder nur ’nein‘ sagen, die Wäsche sich nicht von selber aufhängt, du keine Lust zum Kochen hast?

Ist es wieder so ein  Tag, wo dein Versagen wie Neonreklame über dir hängt und du dich selbst verklagst?

Lass diesen Tag nicht einfach vorüber ziehen. Sehne dich nicht nach dem Moment, wo endlich Ruhe herrscht. Erhebe deinen Blick, steh auf aus dem Staub! Du bist für mehr geschaffen, als nur zu überleben. Du bist für mehr gemacht, als immer nur am Limit zu sein.

‚Du bist wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.‘ Jesaja 58,11

Nimm alles, was du nicht bist. Nimm alles, was du sein willst. Nimm all deinen Mangel, deine unerreichten Ziele, deine tiefen Abgründe und gebe sie Jesus. Und dann steh vor ihm mit deinen leeren Händen und empfange, was er für dich hat.
Ehre, Würde, Kraft, Freude, Stärke, Schönheit, Ausdauer, Geduld. Und noch so viel mehr.

Dein Nichtkönnen an diesem Tag, wird erfüllt von seinem Können. Deine Schwachheit wird erfüllt von seiner Stärke. Deine Kraftlosigkeit darf in seiner Gegenwart wieder zu Kraft werden…und du sollst laufen und nicht müde werden.

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(Copyright Inka Hammond)

Blicke auf, liebe Mama! Erhebe dich, Königstochter. Sieh, welches Land dir der König schenken will…

Stein auf Stein

Wie ihr wisst, hat Gott uns als Familie auf einen neuen, abenteuerlichen Weg gerufen. Ab dem 1.3.16 wird mein Mann im Gebetshaus Augsburg angestellt sein um mitzubeten und mitzuarbeiten und sein Dienst wird vollständig von Spenden getragen sein. Das stellt bei uns einiges auf den Kopf und fordert uns heraus im Glauben mutig voran zu gehen. Folgenden Blogpost habe ich gerade auf unserem neuen Familienblog www.erhoert.com veröffentlicht – viel Spass beim Lesen! =)

Wir haben überlegt, wie wir unseren Kindern greifbar machen können, was es bedeutet einen Unterstützerkreis aufzubauen. Uns ist es so wichtig, dass sie erleben können, dass Gott für uns sorgt und dass er es anderen Menschen aufs Herz legt die Vision vom 24 Stundengebet mitzutragen.

Uns kam die Idee Steine zu sammeln, ein Glas aufzustellen und wenn wir die Nachricht erhalten, dass uns jemand im Gebet oder finanziell unterstützen möchte, dann legen wir ein Stein in das Glas und schreiben den Namen der Person oder der Familie mit einem Stift auf den Behälter.

(c)Hammond

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Wir hätten auch Murmeln nehmen können oder Dekosteine…aber wir wollten auch sichtbar machen, dass jeder einzelne Unterstützer uns dabei hilft das Fundament unseres Dienstes zu bauen – Stein auf Stein. Die harten, unscheinbaren Kieselsteine symbolisieren für uns Hoffnung und Zukunft und wir sind für jeden Stein von Herzen dankbar, den wir in das Glas legen dürfen.

Mittlerweile liegen schon ein paar mehr Stein im Glas! Halleluja!! (c)Hammond

Mittlerweile liegen schon ein paar mehr Stein im Glas! Halleluja!! (c)Hammond

Wir laden dich an dieser Stelle herzlich ein die Vision für das 24 Stundengebet zu ergreifen und uns im Gebet und/oder finanziell zu unterstützen. Wir brauchen treue Wegbegleiter, die es von Gott aufs Herz gelegt bekommen haben an unsere Seite zu kommen und diesen Weg gemeinsam zu gehen, mitzuhelfen diesen Dienst aufzubauen. Stein auf Stein, Gebet auf Gebet, Schritt für Schritt!

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Wenn du es auf dem Herzen hast uns zu unterstützen, dann kannst du dich direkt an uns wenden: inkahammond@gmail.com oder jeremy.l.hammond@gmail.com Oder ans Gebetshaus: partner@gebetshaus.org. Danke!

 

 

Was ich mir wünsche für 2016

Impressionen

Ich wünsche mir, dass ich genug innere Ruhe habe und für meine Familie ein sicherer Hafen sein kann.

Ich wünsche mir, dass ich meinen Kindern immer in die Augen sehe, wenn sie mit mir reden – egal mit was ich gerade beschäftigt bin. Dass mir immer klar ist, dass das dreckige Geschirr mir nicht weg läuft, dieser kostbare Moment, wo mir meine Tochter ihr Bügelperlenbild zeigen möchte, schon.

Ich wünsche mir, dass ich meinen Kindern Wertschätzung entgegenbringe. Dass ich sie zu Meistern ihres Fachs ernenne. Unsere Große zeichnet wie eine Weltmeisterin, die Zweite hat so ein großes Herz und achtet auf ihre Mitmenschen, die Dritte puzzelt mal eben ein 100 Teile Puzzle ganz alleine und der Jüngste ist der Ritter, der uns alle beschützen will. Das will ich ihnen immer wieder sagen: sie alle sind Experten auf ihrem Gebiet und haben einzigartige Gaben.

Ich wünsche mir, dass ich ein demütiges, dienendes Herz habe. Dass ich gebe, ohne etwas zurück zu erwarten. Dass es für mich okay ist, im Hintergrund zu bleiben. Dass ich nicht so oft vor mich hinnörgele, wenn die Treppen wieder gekehrt werden müssen und die Waschbecken voller Zahnpastareste sind.

Ich wünsche mir, dass es mir Freude bereitet unser Haus zu einem Zuhause zu machen. Es ist ein endloses Vorhaben und oft frustriert es mich. Dieses eine Zimmer muss endlich mal gestrichen werden. Und ich wollte doch schon ewig neue Vorhänge nähen. Ich wünsche mir, dass ich lerne mit kleinen Dingen zu arbeiten, mit Details einen Raum freundlich und einladend zu machen. Ich wünsche mir, dass ich lerne, dass auch kleine Schritte zum Ziel führen.

Ich wünsche mir, dass ich mich jeden Tag daran erinnere, wie wertvoll Zeit ist. Dass ich lerne, meine Zeit gut einzuteilen. Dass ich keine Zeit am Handy verplempere, sondern lieber eine Runde Uno mitspiele. Dass ich mich nicht in 100 Kleinigkeiten verliere, sondern einen klaren Kopf bewahre und meinen Tag bewusst erlebe.

Ich wünsche mir, dass ich jeden Tag eine Begegnung mit Gott habe. Dass sich mein Blick immer auf Jesus hebt. Dass ich sensibel werde für seine Stimme in meinem Alltag, dass mich die Stürme nicht erschrecken, weil er ja da ist, dass ich mit seinen Augen voller Liebe meine Welt betrachten kann.

Ich wünsche mir, dass Jesus mehr und mehr der Mittelpunkt in unserer Familie wird.

Ich wünsche mir, dass ich ich nicht neidisch auf das bin, was andere haben, sondern dass mir bewusst ist, wie unendlich reich und beschenkt ich bin.

Ich wünsche mir, dass ich mich so annehmen kann wie ich bin, mit all den Dehnungsstreifen und den übrig gebliebenen Kilos von 4 Schwangerschaften. Dass ich auf meinen Körper achte und diese Walking Runde nicht aufgebe, sondern dranbleibe und mich fit halte. Dass ich in den Spiegel sehe und mir dabei eine Kusshand zuwerfe.

Ich wünsche mir, dass ich in all dem Trubel mir immer wieder einen Rückzugsort schaffen kann, wo ich nur für mich bin. Wo ich tief durchatmen kann. Wo ich meinen verspannten Nacken dehnen und den Rücken entlasten kann. Dass mir bewusst ist, nur wenn mein Tank voll ist, kann ich voll in meine Familie, in meine Aufgaben investieren. Dass ich lerne, auf mich acht zu geben und für mich zu sorgen.

Das Jahr liegt vor mir wie ein unbeschriebenes Blatt. Egal wie viel und was ich mir vornehme – ohne Jesus ist das alles wertlos. Über allem wünsche ich mir mehr von ihm in allem was ich tue. Mehr von ihm in meinen Gedanken. Dann kann ich gewiss sein: es wird alles gut.

Licht in der Dunkelheit

Mein Herz ist ganz voll. Und mein Bauch auch.

Seit ein paar Wochen wohnen drei Flüchtlingsfamilien bei uns in unmittelbarer Nachbarschaft. Ein Bürogebäude stand leer und das dient nun als neues Zuhause für insgesamt 12 Menschen aus Syrien. 7 Kinder und 5 Erwachsene.

Den Kindern sind wir schon ein paar Mal auf dem Spielplatz begegnet, der direkt an unseren Garten angrenzt. Und sie haben unseren Hasen immer mal ein bißchen Grünzeug gepflückt.

Es lag mir so sehr auf dem Herzen diesen Menschen einen Willkommensgruß vorbeizubringen. Wir haben überlegt am 4. Advent mit ein paar Weihnachtsplätzchen, einem Teelicht und etwas selbst Gebastelten zu den Familien zu gehen.

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Ich gebe zu: wir waren ganz schön aufgeregt. Was ist wenn wir uns überhaupt nicht verständigen können? Wie reagieren sie auf unangemeldeten Besuch? Welche Tageszeit eignet sich am besten?

Schließlich gingen wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit los – damit das Teelicht schön scheinen kann. Licht in der Dunkelheit.

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Wir liefen die paar Meter, klingelten und ein Mädchen, vielleicht 10 Jahre alt, öffnete uns. Sie erkannte uns und winkte uns gleich herein. Wir dachten – ganz deutsch – wir würden an der Tür ein paar Höflichkeiten austauschen, die Mitbringsel übergeben und dann wieder Nachhause gehen. Etwas überrumpelt kamen wir in das große Zimmer rein, das wohl mal ein Großraumbüro war. Jetzt steht ein großer Esstisch dort, der für viele Personen gedeckt war. Essen war auf dem Tisch, es roch nach einem anderen Land, nach Heimweh, nach Entwurzelt-sein.

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Wir wurden freundlich begrüßt, wir übergaben unsere Gaben, jeder versuchte sofort ein Weihnachtsplätzchen, wir versuchten uns ein wenig zu verständigen. Einer hatte auf seinem Handy eine App, die in die jeweils andere Sprache übersetzte – wir sagten also einen Satz in unserer Sprache, das Handy registrierte die Bedeutung und übersetzte. Dank dieser Technik erfuhren wir, woher diese Menschen kommen und wie lange sie schon hier in Deutschland sind. Gerade mal 7 Wochen.

Wir wurden sofort eingeladen uns mit an den Tisch zu setzen, wir bekamen Kaffee serviert und ein herzhaftes Gebäck in die Hand gedrückt. Wir zogen unsere Jacken aus, wir wollten die Gastfreundschaft nicht ausschlagen.

Zu unserer Überraschung klingelte es kurze Zeit später wieder. Ein deutsches Ehepaar kam herein. Es stellte sich heraus, dass sie die Flüchtlinge betreuen –  sie versuchen ihnen den Start in Deutschland möglichst leicht zu machen. Sie brachten einen Übersetzer mit. Ein Mann aus Syrien, der schon über ein Jahr in Deutschland lebt. Sein Deutsch war ausgezeichnet und dank ihm entstand so etwas wie eine Konversation. Zwar immer noch holprig, doch es war schön etwas mehr von den Familien zu erfahren. Dass sie zum Beispiel aus Damaskus und Aleppo kommen. Städte, von denen wir immer nur in den Nachrichten gehört haben, waren plötzlich greifbar nahe. Ich kann nur erahnen, wie viel Leid und Schmerz diese Familien in den letzten Jahren durchgemacht haben. Jetzt sitzen sie lächelnd hier in Deutschland – eine gefährliche, lange Flucht liegt hinter ihnen – und bieten uns immer wieder von ihren syrischen Köstlichkeiten an.

Nachdem wir nach dem Essen noch einen Tee serviert bekommen, machen wir uns auf den Heimweg. Es tut gut die frische Luft zu atmen, in der Wohnung war es sehr stickig und das stark gewürzte Essen hat uns auch innerlich aufgewärmt.

Ich glaube, dass es kein Zufall ist, dass diese drei Familien nur ein paar Meter von uns entfernt wohnen, in einer typisch deutschen Wohnsiedlung. Ich will ihnen so sehr die Liebe Gottes bringen. Diese entwurzelten, vom Leben geschlagenen, vom Heimweh gezeichneten, vom Krieg innerlich verwundeten Menschen – die doch voller Hoffnung hier bei uns einen Neustart wagen wollen.

Ein Mann sah besonders traurig aus. Er bewirtete uns ständig, goß immer wieder Getränke nach, kümmerte sich um die Kinder -aber seine Augen!  So groß und so traurig.

Herr, mach mich zu deinen Händen und Füßen. Bring durch mich Frieden zu diesen Menschen. Du liebst sie. Du kannst sie heilen. Du kannst sie zu ihrem wahren Zuhause bringen. Zu dir.

Familie auf Reisen

Gestern sind wir wieder heil zu Hause angekommen. Nach langen Stunden im Flugzeug, Zeitverschiebung und dem ein oder anderen Trotzanfall (mal von den Kindern und mal von der Mutter), tat es einfach nur gut, durch die eigene Haustür zu gehen. Die vergangenen drei Wochen waren atem(be)raubend: insgesamt 6 Flüge, hin zur West- und dann zur Ostküste der USA, Familientreffen mit über 50 Leuten (von denen ich gerade mal 10 kannte), ein Schreianfall meines Jüngsten an irgendeinem Flughafen, wunderschöne Natur, intensive Familienzeiten und viele Gottesbegegnungen.

Mein Gebet vor dieser Reise war: ‚Herr, überrasche mich mit deiner Güte.‘ Ich hatte Angst vor all den Flügen, der Zeitverschiebung. Ich hatte Angst, dass ich mich das alles total auslaugt und ich völlig erschöpft wieder zu Hause ankomme. Es war für uns ein großes Geschenk, dass wir diese Reise überhaupt antreten konnten und trotzdem wollte sich bei mir im Vorfeld nicht so recht Vorfreude einstellen. Und so bewegte ich dieses Gebet immer wieder in meinem Herzen. ‚Herr, überrasche mich…‘

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Und das hat er. Obwohl so vieles schief lief: mein Jüngster bekam zwei Tage vor Abflug Streptokokken und musste Antibiotika schlucken, das er allerdings vehement verweigerte. Zwei Arztbesuche später hatten wir endlich ein anderes Arzneimittel verschrieben bekommen und ich konnte total verspätet mit dem Packen beginnen. Unsere 5jährige Tochter brach sich gleich am ersten Tag in den USA das Schlüsselbein. In der letzten Woche unserer Reise bekam mein Sohn einen fiesen (richtig fiesen) Magen-Darm-Infekt und weil es blöd ist so ganz alleine krank zu sein, hab ich gleich mitgemacht. Unsere Kinder waren teilweise äußerst anstrengend, weil sie völlig übermüdet waren.

Endlich eingeschlafen...

Endlich eingeschlafen…

Aber trotzdem schaue ich auf diese 3 Wochen zurück – und mein Herz ist so voll. Ich bin so dankbar, fühle mich so beschenkt. Und das ist so typisch Gott: im nicht Perfekten, mitten im Sturm, ist er da und überrascht mit seiner Güte. Ich warte so oft auf die perfekten Umstände und vergesse, dass Gott keine perfekten Umstände braucht für seinen vollkommenen Frieden. Ich hatte so intensive Gottesbegegnungen, wunderschöne himmlische Liebesgrüße. Was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist: als wir in den USA Richtung Deutschland losflogen, hatte es in Strömen geregnet. Das Flugzeug kämpfte sich durch die dunklen Wolken, es ruckelte hin und her. Und dann plötzlich der Durchbruch: wir waren über den Wolken und die Sonne strahlte hell. Das Flugzeug flog wieder ruhig seine Bahn und ich dachte mir: was für ein gutes Bild für das, was ich in diesen 3 Wochen wieder einmal gelernt habe: auch wenn es regnet und stürmt in meinem Leben, ich mich nach schönem Wetter sehne, nach einem geebneten Lebensweg: die Sonne scheint immer. Seine Gnade ist immer für mich verfügbar. Ich muss nur durchbrechen zu ihm. Und dann ist alles möglich.

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Jetzt muss ich das Gelernte im Alltag umsetzen: die Koffer wollen ausgepackt werden, der Jetlag nagt an den Nerven und macht die Nächte zum Tag. Ich bin müde. Die Kinder nörgeln.

Herr, sende deinen Frieden mitten in meinen Unfrieden hinein. Lass mich durchbrechen durch meine Wolkenfront, hinein in dein Licht. 

Ein guter Tag für die Familie

Heute mein Aufreger schlechthin: das Betreuungsgeld, das gekippte. Und diese blöden Kommentare von diversen Politikern, dass das Betreuungsgeld besser im Ausbau von 24 Stunden Kitas aufgehoben ist. Das geht alles in die falsche Richtung, liebe Leute, das geht nicht gut. Kinder gehören in die Familie. Kinder brauchen Nestwärme. Kinder leiden, wenn die Mama nicht da ist.

Die Entwicklung, die Deutschland da gerade durchmacht, ist erschreckend. Aber das ist nicht das Schlusswort. Wir als Mamas und Papas, die Jesus kennen und lieben, haben gerade jetzt eine Vorbildsfunktion. Liebt eure Kinder! Liebt sie zu Jesus hin. Diese kleinen Menschen werden einmal die Welt verändern. Stärkt das Rückgrat von euren Söhnen und Töchtern. Lasst euch als Familie verändern. Fangt an miteinander zu beten. Betet Erweckung in die Herzen eurer Kinder. Der Feind will die Familie zerstören – das ist mittlerweile offensichtlich. Aber er wird es nicht schaffen, weil es wunderbare Familien, wie die euren gibt! Weil ihr liebt und investiert und um die Ewigkeit wisst.

Die Politik macht es uns Familien nicht leicht, aber darum geht es doch gar nicht. Jesus ist unser Lohn. Jesus ist unser Alles. Das Betreuungsgeld wird gestrichen. So what. Er ist unser Versorger. An allererster Stelle. Wir sammeln Schätze im Himmel. Wir geben hier auf Erden unser Bestes. Für Seine Ehre! Für Sein Reich! Wir stellen uns hinten an, verzichten auf viel Geld und die Karriere. Wir lernen zu dienen, wie Jesus gedient hat. Unsere Familien werden gesegnet sein, weil wir Jesus in den Mittelpunkt stellen. Unsere Familien werden hell leuchten in einer Welt voller kaputter Beziehungen.

Heute habe ich oft gelesen: ‚Ein schlechter Tag für die Familien in Deutschland.‘ Von der menschlichen Perspektive her gesehen ja. Aber wir Christen haben eine andere Perspektive. Weil wir zu Jesus gehören, haben wir Grund zur Hoffnung. Ich glaube: je mehr die Familien in unserem Land in die Ecke gedrängt werden, desto mehr werden die wunderbaren Werte, die Gott in die Familie gelegt hat, heller leuchten – durch euch: Liebe, Annahme, Treue, Vergebung. Die Menschen um euch herum werden das merken. Sie werden sich zu euch hingezogen fühlen. Und ihr werdet ihnen von Jesus erzählen können, der eure Ehe und die Beziehung zu euren Kindern segnet. Lasst euch nicht niedermachen von all den schlechten Nachrichten. Lasst es euch vielmehr ein Ansporn sein, jetzt erst recht Familie zu leben! Jetzt erst recht eure Kinder mit Hingabe zu erziehen. Jetzt erst recht! Es ist ein guter Tag für die Familie – weil Jesus hinter uns steht.

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