Herbst

Schon längst hat mich der (herbstliche) Alltag wieder. Einkaufslisten, Elternabende, Erkältungen. Ich frage mich, was vom Sommer hängengeblieben ist…die Haut ist noch etwas gebräunt, die Erinnerungen an Strand, Sonne und Meer sind noch frisch und die die dort gefundene Entspannung federt die Alltagskrisen noch gut ab.

Ich liebe den Wechsel von Jahreszeiten, auch weil ich an Vergänglichkeit erinnert werde. Das ist zwar immer mit etwas Melancholie verbunden, aber doch ganz gesund – denn wenn wir uns bewusst sind, dass unser Leben auf dieser Welt nicht ewig weitergeht, dann ist die Chance höher, dass wir bewusst und tief leben. Es gibt nicht nur wunderbaren Urlaub, aber auch nicht immer nur Stress und Abgehetzt-sein. Gott segnet unser Leben mit Phasen…Phasen der Entspannung, Phasen hoher Arbeitsintensität. Alles hat seine Zeit – darin dürfen wir ruhen. Es nimmt mir den Lebensdruck, wenn ich mich ein Stück weit treiben lassen darf im Lebensfluss, im Wechsel der Gezeiten meiner Seele.

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Auf dem Weg zum Kindergarten gehe ich immer an einem Bestattungsinstitut vorbei. Im Schaufenster wird mit Seebestattung geworben. Manchmal steht ein Kleinbus vor der Tür, der einen Sarg transportiert. Wenn ich an diesem Haus vorbei gehe, höre ich schon das Kinderlachen aus dem Garten des Kindergartens. Leben und Tod so nah beieinander. Auch das lässt mich tiefer ankern im Blick auf die Ewigkeit. Wie wunderbar ist das Leben, das mir jetzt geschenkt ist. Und wie wunderbar ist das Leben, das noch vor mir liegt, das ewig währt. Manchmal singe ich meinen Kindern das Lied ‚Weil ich Jesu Schäflein bin‘ von Henriette Marie Luise von Hayn vor, in der eine Strophe so geht: ‚Sollt ich denn nicht glücklich sein? Ich beglücktes Schäfelein? Denn nach diesen schönen Tagen, werd ich endlich heimgetragen – in des Hirten Arm und Schoß. Amen, ja mein Glück ist groß!‘
Oh, mögen wir nur erkennen, wie reich, überreich, wir gesegnet sind inmitten aller Vergänglichkeit mit dem schönsten, größten Ziel – der Ewigkeit!

Im Herbst feiere ich meinen Geburtstag. Ich tagträume mit weit entfernten Kindheitserinnerungen. Farben, Gerüche, Stoffe lassen mich kurz zurückgehen in der Zeit, lassen mich inne halten. Lassen mich an das kleine Mädchen denken, das ich einmal war und dass ich irgendwie immer noch bin. Bloß erwachsener, vom Leben gezeichneter, leider oft viel ernster und pessimistischer. Der Herbst erinnert mich an die Endlichkeit meines Lebens und stupst mich gleichzeitig an auf der Suche nach der kindlichen, unbeschwerten Freude, die einmal ganz selbstverständlich in mir wohnte. ‚Werdet wie die Kinder‘ hallt es in meinem Herzen, wenn meine Kinder ihre Taschen mit Kastanien vollstopfen und bunte Blätter sammeln. Ja, Herr, schenke mir mehr Unbeschwertheit, lass mich wie ein Kind durch das Leben gehen – voller Staunen und voller Freude. Denn du, mein Vater, passt auf mich auf. Ich bin ja geborgen.

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Manchmal koche ich das Mittagessen und frage mich, wie ich hier gelandet bin, mitten im Leben. Wie es sein kann, dass mir vier Kinder anvertraut sind, die zu mir aufschauen, die mich um Rat fragen, die ich von Schule und Kindergarten abhole. Ich, die ich mich so oft danach fühle, als wäre mein Leben eine Nummer zu groß für mich. Ich, die ich selbst noch in den Arm genommen werden muss. Ich lerne mehr und mehr: die wahre Reife eines Menschen besteht darin, dass er erkennt, wie sehr er gehalten werden muss. Die Welt, wo jeder nach Unabhängigkeit und Erfolg und Individualismus zu streben scheint, ist eine Welt voller verängstigter Waisenkinder. Je mehr ich mir meiner Verantwortung als erwachsener Mensch bewusst werde und wie sehr ich gleichzeitig konfrontiert werde mit meinen Grenzen, meinen Verletzungen, meinen Enttäuschungen, den zerplatzten Hoffnungen – desto mehr finde ich meinen Halt, meine Identität, meinen Sinn in den Armen meines himmlischen Vaters. Es ist keine Schande schwach zu sein. Es ist keine Schande, sich ausruhen zu müssen. Es ist keine Schande, sich seine eigene Verlorenheit einzugestehen. Sobald man ankommt bei dem Vater aller Vaterschaft fängt wahres echtes Leben an. Reife, ein ruhen in sich selbst, Weisheit, Besonnenheit, Zuversicht – das alles wurzelt in himmlischer Erde und gibt sich hin den Gezeiten Gottes. Hastiges Streben nach weltlicher Sicherheit und messbarem Erfolg ist nur wie eine lästige Schlingpflanze, die sich um unsere Füße wickelt und unsere Schritte lähmt. Auch das lehrt mich der Herbst im herrlichen Farbenspiel der Endlichkeit. Wie Rilke so wunderbar formulierte: ‚Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.‘ (‚Herbst, aus ‚Buch der Bilder‘) Im Erkennen der eigenen Vergänglichkeit, lässt sich das Leben feiern, wie sonst nie.

Es ist also Herbst. Die Tage sind kürzer und kühler. Es werden wieder Kerzen angezündet und es wird Tee getrunken. Die Blätter werden bunt und so wie Frederick, die Maus, sammeln wir Farben für den Winter. Wir rücken wieder näher zusammen, es wird wieder öfter ein Buch vorgelesen und auf der Couch gekuschelt. Der Herbst kündigt Kälte an und doch bereitet sich die Natur schon wieder auf den Frühling vor. Versteckter Aufbruch, verborgener Neubeginn. Und mit dieser Gewissheit finde ich auch immer wieder Halt bei meinem ewigen Vater. Die Stürme des Lebens zerren und ziehen an mir, wollen mich entwurzeln. Enttäuschung, Frustration, böse Worte sind manchmal wie ein Beil, das sich in meinem Stamm eingräbt und mich zu Fall bringen will. Aber meine Wurzeln greifen tief und nähren sich von dem lebendigen Wasser. Gelassen darf ich dem Herbst entgegen sehen, der Winter kann mich nicht schrecken – denn ich bringe Jahr für Jahr reiche Frucht und meine Blätter verwelken nicht (Psalm 1).

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Obwohl wir unweigerlich hinab zur Erde segeln, wie die verwelkten Blätter, werden wir doch innerlich aufgebaut, dürfen Freude und Friede erleben – diesseits des Himmels. Was für ein Gegensatz! Und doch Gottes Wille für unser Leben. Vergänglichkeit, Schmerz, Hoffnung, Wiederaufbau. Der Herbst scheint all dies in seinen schillernden Farben und dem tristen Nebelgrau widerzuspiegeln. Leben und Tod so nah beieinander. Trotz allem gehalten und geborgen. Und in allem: Neuanfang.

 

 

 

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Wunder kosten Kraft

Ihr Lieben,

ich bin noch immer völlig überwältigt, wie zahlreich und wie großzügig viele von euch auf meinen letzten Blogpost reagiert haben. Das hat mich so sehr gefreut und bedeutet mir sehr, sehr viel. Danke, dass ihr diesen Blog begleitet und unterstützt. Diese Alltagsliebe Community ist etwas sehr besonderes…

Nachdem vor ein paar Wochen unsere finanzielle Lage äußerst schwierig war, staune ich heute über die vielen Wunder, die seitdem passiert sind. Gott hat viele Geldquellen geöffnet und wir sind im Übermaß gesegnet worden. Rechnungen wurden beglichen, unsere Tochter Marit hat endlich ein neues Brillengestell, samt Gläser bekommen und wir werden in den Urlaub fahren können – nicht nur einmal, sondern gleich zweimal (uns wurde zusätzlich zu unserer ursprünglichen Urlaubsplanung ein zweiter Urlaub geschenkt…). Gott ist großzügig.

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Ich bin sprachlos, wenn ich an all die Wunder denke, die in den vergangenen Wochen passiert sind. Und gleichzeitig habe ich wieder einmal gemerkt, dass Wunder etwas kosten. Sie kommen äußerst selten auf einem Silbertablett serviert daher – Wunder verlangen Geduld, Tränen, Vertrauen, Gebet, Durchhaltevermögen. Gott braucht oft lange, um plötzlich einzugreifen. Die Menschen um uns herum sehen dann nur das
‚plötzlich‘ und nehmen nicht wahr, zu welchem Preis das Wunder gekommen ist.

Heute morgen habe ich die Geschichte aus 2. Mose 17, 8-16 gelesen. Die Amalekiter greifen die Israeliten an und nur solange Mose seinen Arm hochhielt, waren die Israeliten im Vorteil. Sobald er ihn sinken ließ, gewannen die Amalekiter die Oberhand. Schließlich suchten seine Begleiter Aaron und Hur einen Stein, wo Mose sich hinsetzen konnte und sie hielten seine Arme, bis das israelitische Heer die Schlacht schließlich gewann. Ein Wunder ist geschehen – aber es kostete die gesamte Willenskraft Mose‘ und ungemeine körperliche Anstrengung. Ganz zu schweigen von all den Männern, die im Kampf um ihr Leben bangten.

Wir wollen so gerne Wunder und Durchbrüche in unserem Leben erfahren und vergessen zu oft, dass Wunder mit einem Preis ausgezeichnet sind. Sind wir bereit, unsere Arme nach oben zu halten, bis sie schmerzen? Sind wir bereit uns von anderen helfen zu lassen? Sind wir bereit, uns in den Kampf zu stürzen? Oder bleiben wir lieber auf unserer bequemen Couch sitzen, lassen eine Netflix Serie nach der anderen unsere Sinne vernebeln und das Leben an uns vorbei ziehen?

Wunder passieren nicht innerhalb unserer Komfortzone.

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Sie passieren in den Wüsten unseres Lebens. Sie passieren, wenn wir uns dazu entschließen an die Güte Gottes zu glauben, auch wenn es weh tut. Sie passieren, wenn wir das Gebet zum 101 Mal sprechen, obwohl es sich so anfühlt, als würde Gott es nicht hören. Sie passieren, wenn alle die Hoffnung schon längst aufgegeben haben – du aber daran fest hälst, weil sein Wort sagt, dass er Zukunft und Hoffnung für uns hat. 

Ich will dich ermutigen: wenn du dich danach sehnst, Gott auf überwältigende Weise in deinem Leben zu erleben, dann schaffe einen Raum, wo Gott sich verherrlichen kann. Wage den Schritt auf das Wasser. Liefere dich ihm aus mit deinem ganzen Herzen. Halte nichts zurück. Vertraue ihm.

Die Israeliten schimpften ganz bald nach dem wundersamen Auszug aus Ägypten auf Mose und Gott, sie hätten es in der Sklaverei in Ägypten besser gehabt, als in der Wüste. So wie die kleingläubigen Israeliten, verhalten wir uns oft ganz ähnlich. Unsere klein gesteckte Welt erscheint uns sicherer, als die große Welt, die Gott uns anbietet. Die Wunder für das Volk Israel passierten nachdem sie das vermeintlich sichere Ägypten verlassen haben. Die Wunder passierten in der Wüste. Die Wunder passierten auf gefährlichen und feindlichen Terrain.

Gott ruft uns heraus aus unserer Bequemlichkeit, unserer (vermeintlichen) Sicherheit. Wenn wir ihm vertrauen, wird aus Felsen Wasser fließen und Brot vom Himmel fallen. Aber es kostet etwas. Es kostet absolutes Vertrauen. Absolute Hingabe. Absolute Nachfolge. Aber zu erleben, wie wunderbar und konkret Gott in eine Situation hineinsprechen kann, wie liebevoll und zärtlich er sich um die kleinsten Details meines Alltags kümmert, wie er immer wieder extravagant und über alle Maßen großzügig die Fenster des Himmels öffnet und den Segen fließen lässt…das ist jede Mühe, jede Anstrengung, jeden Schritt auf dem Wasser wert.

Willst du Wunder erleben? Dann mache dich auf. Lass dich von Jesus herausführen aus deinem Ägypten, deiner Gefangenschaft, dem Kleinhalten des Potentials, das in dir schlummert, dem Land der zerbrochenen Träume. Mach dich auf, erlebe, wie Gott das Meer für dich teilt, wie er dich beschützt und leitet und dich schließlich ankommen lässt im Land der Verheißung, wo Milch und Honig fließen.

 

 

Eine Bitte

Seit fast 7 Jahren schreibe ich hier bei Alltagsliebe und ich freue mich so, dass ich dadurch ein kleiner Teil von eurem Alltag sein darf. Über die Jahre haben sich sogar Freundschaften mit einigen von euch entwickelt, für die ich so dankbar bin. Ich bin reich gesegnet durch Alltagsliebe – und ich hoffe, ihr auch!

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Diejenigen, die hier regelmäßig vorbei schauen, wissen, dass wir als Familie von Spenden leben. Wir haben vor ein paar Jahren ganz deutlich den Ruf Gottes gehört, dass wir unser Leben ihm komplett hingeben sollen – einschließlich unserer Finanzen. Dass Jeremy als Projekt Manager gut verdient hat, hat diese Entscheidung nicht gerade einfach gemacht – momentan verdienen wir nur 1/3 von Jeremys vorhergehenden Gehalt. Das ist mit vielen Einbußen im Alltag verbunden und wir mussten uns in vielem einschränken.

Damit kommen wir aber gut klar und wir staunen, wie wir es trotz allem über die Runden schaffen. Gott ist so treu und versorgt uns und überrascht uns mit seinen Geschenken.

Gerade stehen wir als Familie allerdings vor großen finanziellen Herausforderungen und ich möchte dich fragen, ob du uns etwas unter die Arme greifen möchtest.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du meine Arbeit hier bei Alltagsliebe damit honorierst, indem du mir eine Spende schickst. (Spendenbescheinigungen kann ich leider keine ausstellen.) Wenn du Fragen hast, kannst du dich gerne an mich wenden! (inkahammond@gmail.com)

Mit diesem Link funktioniert eine Spende ganz einfach und sicher: paypal.me/FamHammond

Oder du überweist direkt auf mein Bankkonto:

IBAN:  DE51 7209 0000 0001 1843 00
BIC: GENODEF1AUB

Herzlichen Dank, wenn du etwas spendest. Und wenn du nichts spendest – keine Sorge! Du bist natürlich weiterhin herzlich hier Willkommen!

Danke für dein treues Begleiten von Alltagsliebe. Danke für alle Kommentare, alles Mitfühlen, Mitbeten.

Von Herzen,

deine Inka

 

 

 

 

 

 

Foto von Alexandra Seinet, unsplash.com

 

Freiheit

 

Zur Freiheit hat Jesus uns befreit.
(Galater 5, 1)

Das ist eine atemberaubende Einladung für ein Leben in Fülle, ohne Angst, ohne Sorge, ohne Abhängigkeiten, ohne Süchte, ohne Sünde. Frei eben!

Ich weiß von mir selber, wie schwierig es ist, das anzunehmen. Mein Leben scheint auf anderen Zeilen zu schreiben. Schmerzhafte Erfahrungen scheinen mir etwas anderes zu lehren. Freiheit? Viel zu oft fühle ich mich wie ein Vogel, gefangen in einem Käfig. Ein großer Käfig vielleicht, mit Annehmlichkeiten, einer schönen Aussicht, vielleicht sogar einer offenen Tür – ich darf hinaus fliegen, wann ich will. Mach ich aber nicht, denn hier drinnen ist es übersichtlich. Klein, aber eben sicher. Überschaubar.

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Aber Jesus ruft uns hinaus in die weite Welt. In unser verheißenes Land. Dafür müssen, dürfen wir Bekanntes, Erprobtes hinter uns lassen und uns auf das Abenteuer Leben mit allen Sinnen einlassen.

Ich bin so dankbar, dass mein Mann und ich die Möglichkeit bekommen haben, genau das vorzuleben. Als Jeremy vor ungefähr 3 Jahren seine sichere Arbeitsstelle kündigte, um von Spenden zu leben und im Gebetshaus Augsburg zu arbeiten, da flogen wir aus dem Käfig der Sicherheit hinaus. Es war herausfordernd, es war wunderschön.

Als mein Mann seiner Sucht nach Pornografie den Kampf ansagte, da betrat er Neuland, stellte sich gegen jahrelang antrainierte Verhaltensweisen und gab die Kontrolle über sein Leben an Jesus ab. Das war nicht einfach, aber rettete unsere Ehe, unsere Familie und katapultierte uns in einen Abschnitt, eine neue Ära, die schöner und farbenfroher ist, als alles, was wir zuvor erlebt hatten.

Als die Angst mein Leben bestimmte und ich mich teilweise nicht mehr traute, alleine aus dem Haus zu gehen, da traf ich eine mutige Entscheidung, die mein Leben veränderte: ich weigerte mich ein Leben zu leben, das nicht mit Gottes Wort übereinstimmte. Ich ging auf eine mühsame, schmerzhafte Spurensuche nach der Wurzel meiner Ängste, arbeitete mich durch anstregende Therapiestunden und ließ nicht zu, dass die Angst mein Leben beherrschte. Ich ließ los, flog los und fand Leben in Fülle.

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Hätten mein Mann und ich das alles im Alleingang geschafft? Braucht man dafür Jesus, um in ein Leben zu kommen, das echt ist? Jeder Mensch, gläubig oder nicht, kann doch eine Therapie machen und sich von einer Sucht loskämpfen oder zum Aussteiger aus dem System werden, oder?

Egal welchen Herausforderungen wir uns in diesem Leben stellen müssen oder wollen – im Alleingang werden wir nicht erfolgreich sein. Wir brauchen eine Stütze, Hilfe, Ansporn. Ein Ziel. Trost, wenn es mal nicht gut läuft. Viele suchen genau das in anderen Menschen oder in einer Philosophie oder Religion.

Ich suche und finde diesen Halt, dieses Ziel, diesen Trost, diesen Ansporn in einer Person. In Jesus. Es ist genau dieser Jesus, der mich zur Freiheit befreit hat. Dieser Jesus, der einen unglaublich schmerzhaften Tod auf sich nahm, dass ich frei sein kann. Dieser Jesus, der am dritten Tag nach seinem Tod wieder lebendig wurde und der eines Tages wieder auf diese Erde kommen wird. Dieser Jesus hat mein Leben verändert, befreit mich von Ängsten, stellte meine Ehe wieder her, gibt mir Freude mitten im Leid, schenkt mir ein Leben, das von Echtheit und Tiefe vibriert.

Ich weiß nicht, wo du gerade stehst. Was dich bewegt. Was dich einengt. Was dich quält. Aber ich weiß, dass – was es immer es ist – Jesus die Antwort darauf ist.

Im folgenden Video rede ich über Freiheit, über ein ganz besonderes Buch und wie mein Mann und ich erlebt haben, dass Jesus tatsächlich frei macht. Viel Freude beim Anhören! Und ich freue mich, wenn du meinen Youtube Kanal abonnierst! 

 

 

 

 

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Auf sein Wort hin

Ein Leben mit Gott wird nie, nie langweilig.

So erlebe ich das und so erleben wir das als Familie.

Es fängt mit bedingungsloser Hingabe an, mit unserem schwachen, zittrigen ‚Ja‘, mit einem ersten kleinen Schritt.

Es fängt an mit absolutem Vertrauen, kompromisslosem Glauben und großen Träumen.

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Heute morgen wurde ich an die Begebenheit erinnert, wo Jesus den Fischer Simon nach einer durcharbeiteten Nacht und einem leeren Fischernetz dazu auffordert nochmals auf den See zu fahren und die Netze erneut auszuwerfen. Am hellichten Tag. Jeder Fischer weiß, das bringt nichts.

Aber Simon, der raubeinige Mann macht, was Jesus sagt. Mich beeindruckt seine Reaktion: ‚Auf dein Wort hin.‘

Und das Netz wurde übervoll.

Wenn wir es wagen unseren Erfahrungsschatz, unsere Klugheit, unsere Besserwisserei, unseren Stolz, unser Self-made Image über Bord zu werfen – auf sein Wort hin – dann werden wir überrascht mit Erfolg in anderen Dimensionen, mit tieferen Begegnungen mit unserem Erlöser, mit Neuland.

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Simon, der Fischer, wird später von Jesus den Namen ‚Petrus‘ bekommen. ‚Der Fels‘. Unser unerschütterlicher Glaube, unsere bedingungslose Nachfolge machen uns zu Felsen in der Brandung, für andere. Zu Lichtern in der Nacht, zu Leuchttürmen in Stürmen. Zu verlässlichen Vorbildern, zu authentischen Leitern, zu einfühlsamen Wegbegleitern.

So will ich sein. Auf sein Wort hin gehen, auch wenn es verrückt erscheint. Auf sein Wort hin das Netz auswerfen, auch wenn mir meine Lebenserfahrung sagt, das ist nutzlos.

Auf sein Wort hin, das tun, was er sagt.

Auf sein Wort hin hat mein Mann ein Buch herausgegeben. Am Anfang eine verrückte Idee, ein gewagtes Unterfangen. Jetzt halten wir es in Händen und können es kaum fassen. Ein wunderschöner Einband, ein klarer, ehrlicher Inhalt. Absolutes Neuland. Für uns alle. Morgen beginnt der offizielle Verkaufsstart. Wir sind aufgeregt und fühlen uns ein bisschen wie Simon damals. Überfordert, verunsichert. Aber auf sein Wort hin gehen wir diesen Weg. Er wird seinen Segen dazu tun.

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Vor ein paar Wochen habe ich mein Manuskript für mein erstes, eigenes Buch eingesendet. Zum selben Verlag, wie mein Mann. Irgendwie hat Gott es so konstruiert, dass mein Mann und ich gleichzeitig an einem Buch geschrieben haben. Manchmal haben wir gelacht, so unwirklich kam uns das vor. Und auch ich hab mein Herz nach außen gestülpt – auf sein Wort hin. Hab mich verletzbar gemacht auf diesen vielen Seiten, abgespeichert in einem Word Dokument, dass nun umgestaltet wird in ein wunderschönes, reiches, authentisches Buch.

Ich staune. Viel kann passieren, wenn wir uns aufmachen, auf sein Wort hin. Viel mehr, als wir uns je träumen und erhoffen könnten.

Wo ruft dich sein Wort hin? Wirst du gehen? Wirst du es tun?

Das Buch ‚Frei. Mann. Sein.‘ kannst du bei www.free-indeed.de bestellen, beim SCM Online Shop oder bei Amazon.
Das Kursbuch trainiert Männer im geistlichen Kampf gegen ihre Pornografiesucht und gibt praktische Werkzeuge an die Hand: Männer lernen, die Bibel gezielt bei Anfechtungen einzusetzen, verbindliche Beziehungen aufzubauen, Auslöser der Sucht aus dem Alltag zu räumen und vor sich selbst und Gott ehrlich werden.

15 Einheiten voller authentischer Lebensberichte von Männern, die schon frei wurden, voller Kampfgeist und geistlichem Tiefgang.

Mein Buch wird im Januar 2019 erscheinen. Bis dahin ist es noch ein bisschen hin, aber ich werde in der nächsten Zeit euch Stück für Stück ein wenig mehr darüber erzählen…es bleibt spannend! 

 

 

 

Bild 1 und 2 von unsplash.com, Bild 3 copyright Hammond.

 

 

Leben schenken

Auf den Straßen Irlands ertönt Jubel. 70 Prozent haben für die Aufhebung des Schutzes ungeborener Kinder gestimmt. Frauen feiern das als ‚Durchbruch‘. Als ‚längst überfällig‘.

Es kommt mir so vor, als säßen wir alle in einem Partybus, die Musik ist laut, die Stimmung fast schon hysterisch und keiner merkt, dass wir uns einem Abgrund nähern.

Eine Gesellschaft, die ihre schutzbedürftigsten Mitglieder unbarmherzig ermordet, hat keine Zukunft und es zeigt, wie marode das Fundament ist, auf dem diese Gesellschaft steht.

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Es ist nicht im Sinne der Frau, das ihr der Zugang zu einer Abtreibung leichter gemacht wird. Das ist eine große Lüge unserer Zeit. Nichts verstümmelt eine Frau mehr, als wenn sie ihr eigen Fleisch und Blut aus sich herausreißen lässt, weil es gerade nicht in ihre Lebensplanung passt. Oder noch schlimmer: wenn sie keinen anderen Ausweg sieht, wenn sie aus Einsamkeit und Verzweiflung diesen Weg wählt. Das hat mit Frauenrechten nichts zu tun.

Nichts verhöhnt und erniedrigt eine Frau mehr, als ihr das zu rauben, was ein einzigartiges Merkmal von Weiblichkeit ist:  Leben zu schenken.

Das oft so blinde Jagen nach Gleichstellung hat schon längst sein Ziel verfehlt. Der Feminismus, wie wir ihn heute kennen, hat schon lange nicht mehr im Sinn, der Frau zu ihrem Platz in der Gesellschaft zu verhelfen – er ist zu einem aussichtslosen Kampf mit dem männlichen Geschlecht verkommen; ein unaufhörliches Gequengel, wer es denn besser kann. Manchmal will ich mir die Ohren zuhalten. Da streiten meine Kinder zivilisierter.

Was sind denn die Ziele einer ‚modernen‘, selbstbestimmten Frau? Dass sie endlich, ohne sich anstrengen zu müssen und ohne sich mit einem Mann messen zu müssen, Karriere machen kann? Dass sie ihren Nachwuchs nach Belieben einplanen kann und bei Bedarf eliminieren kann? Dass sie ihre unverwechselbaren weiblichen Eigenschaften abgibt und sich stattdessen wie ein Mannweib gibt, dem man(n) die Tür nicht aufhalten darf, das keine Komplimente hören will und 80 Stundenwochen arbeitet?

Ich feiere Weiblichkeit, ich feiere starke, selbstbewusste Frauen, ich liebe feminine Wonder Women. Frauen, die nicht aus Egoismus, sondern aus Empathie heraus leben, die nicht in Rivalität mit anderen Frauen stehen, sondern voller Respekt für andere sind, die anerkennen, nicht absprechen, die aufbauen, nicht einreißen, die selbst denken, nicht nachplappern, die liebevoll sind, nicht hart. Das alles schenkt Leben. Neuanfänge. Hoffnung. Licht.

Ich feiere Frauen, die ihren Wert und ihre Würde in Jesus gefunden haben und aus dieser Verankerung heraus die Welt verändern werden.

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Daran glaube ich: die große Stunde der Frauen steht noch bevor. Momentan befinden wir uns an einem Scheideweg. Zu viele von uns feiern auf der falschen Party. Es ist kein Grund zum jubeln, wenn ein Todesurteil für hunderte, tausende Babies gefällt wird. Es ist kein Fortschritt für die Frau. Es ist das Ende vom Anfang.

Es ist an der Zeit, dass wir Frauen wieder lernen unsere Weiblichkeit zu erforschen und zu erkennen, wie Gott sie von Anfang an gemeint hat. Als Quelle von Licht und Leben in einer dunklen, kalten Welt. Als Kompass für Gut und Böse. Als Hafen, als Heimat, als Hoffnung. Es ist an der Zeit, dass wir aufstehen und unsere Stimme wieder finden. Unsere eigene, innerste Überzeugung.

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Mein Mann und ich haben unseren drei Töchtern jeweils einen Zweitnamen gegeben, der ‚Leben‘ bedeutet. Weil nur Frauen Leben schenken können. Das ist gewaltig und genau die Botschaft, die die Welt heute braucht. Genau die Botschaft, die Frauen hören müssen.

Du kannst etwas, das einzigartig ist. Lass dir das nicht rauben. Oh, lass dir das nicht rauben.

Wenn jemals eine Zeit kommt, wo die Frauen dieser Welt zusammenkommen, einfach nur zum Nutzen der Menschheit, dann wird das eine Kraft sein, die die Welt noch nicht gesehen hat.‘
Matthew Arnold, Poet und Philosph aus England, 19. Jahrhundert

 

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Video Blog – Willst du Wunder erleben?

Heute möchte ich euch wieder eine Videobotschaft ans Herz legen. Wir als Familie haben in den letzten Jahren viel mit Gott erlebt – viel mehr, als je zuvor in unserem Leben. Ich glaube, ich habe herausgefunden, woran das liegt! Darüber erzähle ich in diesem Video.

Macht’s euch gemütlich, holt euch einen Kaffee und lasst eure Seele baumeln. Jesus möchte dir jetzt, mitten im Alltag begegnen, dich ermutigen, herausfordern und ganz einfach lieb haben.

Video Blog

Ich komme in letzter Zeit nicht ganz so zum Schreiben hier bei Alltagsliebe, wie ich gerne möchte, was einen ganz wunderbaren Grund hat – den ich euch aber jetzt noch nicht verraten kann. Aber bald! =) Stay tuned…

Und dann hab ich seit einiger Zeit entdeckt, dass es mir total großen Spaß macht, kleine Video Inputs aufzunehmen. Die hatte ich bis jetzt nur auf meiner Alltagsliebe Facebookseite zeigen können, aber seit heute verwende ich auch meinen Youtube Kanal, um die Videos zu präsentieren. Dadurch kann ich sie nun auch hier auf Alltagsliebe verlinken und ich hoffe, dass ihr auch in gesprochener Form von Jesus durch mich ermutigt werdet!

Lasst mich wissen, was ihr davon haltet und wenn ihr mögt, dann könnt ihr gerne meinen Youtube Kanal abonnieren. Lieben Dank! Und wie schön, dass ihr hier bei Alltagsliebe seid…

Von Herzen,

eure Inka

Meine mutigsten Gebete

Das Grab ist leer. Der Tod ist besiegt.

Ich bin heute morgen aufgewacht mit einer großen Ehrfurcht im Herzen, was Ostern eigentlich bedeutet. Was es für mich ganz persönlich bedeuten kann. Und es grämt mich, wie oft ich lebe, als wäre Ostern nie passiert.

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‚Ich bete, dass ihr erkennen könnt, wie übermächtig groß seine Kraft ist, mit der er in uns, die wir an ihn glauben, wirkt. Es ist dieselbe gewaltige Kraft, die auch Christus von den Toten auferweckt und ihm den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite im Himmel gegeben hat.‘ 
(Epheser 1, 19-20)
Ja, ich weiß, dass Ostern so viel mehr ist als Eier suchen und Hefezopf essen. Ich weiß, dass meine Hoffnung auf ewiges Leben, gegründet ist auf diesem gewaltigen Ereignis vor über 2000 Jahren.
Aber was macht diese Botschaft mit meinem alltäglichen Leben? Wie sehr beeinflusst mich die Nachricht vom leeren Grab, wenn ich mit Sehnsüchten überwältigt werde, wenn Krankheiten mich plagen, wenn Mangel mich klein hält, wenn Abhängigkeiten meine Grenzen eng stecken?
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Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat. (Römer 8, 37)
Was ist dein mutigstes Gebet, das du heute beten kannst? In welchem Bereich deines Lebens musst du überwinden, siegen, triumphieren? Und wo hast du schon längst aufgegeben und dieser Auferstehungskraft in dir nichts mehr zugetraut?
Ich habe heute morgen in mein Tagebuch geschrieben. Angetrieben von einem großen inneren Hunger nach mehr von Jesus, habe ich all das festgehalten, was in meinem Leben noch nicht zu diesem Osterwunder passt. Gebete, die noch keine Antwort erhalten haben, Herzenswünsche, die ich mich nur zu flüstern traue, Heilung, Zeichen und Wunder in meiner Familie, Durchbrüche, Verheißungen, die noch auf ihre Erfüllung warten.
Oft ist mein Leben wie eine Gleichung, die nicht aufgeht. Ich lebe, als würde Jesus noch im Grab liegen. Ich bete, als wäre er noch tot. Das ist zum einen eine Spannung, die wir Christen aushalten müssen – auf dieser Seite des Himmels. Zum anderen ist es eine Möglichkeit, unseren Glauben wachsen zu lassen, mehr zu erwarten, uns immer wieder auf die Wahrheit zu stellen, nicht locker zu lassen. Denn:
‚Durch die mächtige Kraft, die in uns wirkt, kann Gott unendlich viel mehr tun, als wir je bitten oder auch nur hoffen würden.‘ (Epheser 3, 20)
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Diese Kraft. Diese Auferstehungskraft. Diese mächtige, überwältigende, unerklärliche Kraft, die Jesus von den Toten auferweckt hat. Diese Kraft lebt. in. mir.
Heute an diesem Ostermorgen spüre ich, wie der Heilige Geist mich einmal mehr dazu herausfordert, meinen Glauben an diese wunderbare Wahrheit anzupassen. Unmögliches zu erwarten. Neue Hoffnung zu schöpfen. Mich wieder aufzurichten und die Würde und Autorität anzunehmen, die ich dank Jesus haben kann.
‚Aber ihr seid anders, denn ihr seid ein auserwähltes Volk. Ihr seid eine königliche Priesterschaft, Gottes heiliges Volk, sein persönliches Eigentum. So seid ihr ein lebendiges Beispiel für die Güte Gottes, denn er hat euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen.‘ (1. Petrus 2, 9)
Das bedeutet aber, wer mit Christus lebt, wird ein neuer Mensch. Er ist nicht mehr derselbe, denn sein altes Leben ist vorbei. Ein neues Leben hat begonnen! (2. Korinther 5, 17)
Ich will heute meine mutigsten, verrücktesten Gebete beten. Das leere Grab verlangt genau das.
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Neue Ufer

Diese Woche war für meinen Mann und mich eine ganz besondere Woche. Seit dem ersten März ist mein Mann nicht länger Gebetshausmissionar im Gebetshaus Augsburg, sondern leitet in Vollzeit unseren Dienst Free Indeed, den wir mit anderen wertvollen Menschen vor etwas mehr als einem Jahr gegründet haben.

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Das ist aufregend, spannend, überwältigend, herausfordernd, anders.

Wie kam es überhaupt zu Free Indeed? Das ist eine sehr persönliche Geschichte:

Mein Mann war über 20 Jahre von Pornografie abhängig. Er hat sich regelmäßig Pornos und Bilder von nackten Frauen angesehen und sich dabei selbst befriedigt. Als wir heirateten, wusste ich, dass er ein Problem damit hat – allerdings war Pornografie für mich ein sehr abstraktes Thema und er hat mir nie in Detail erzählt, was genau da alles abläuft und wie ihn das beeinflusst. Davon mal abgesehen, ist er auch davon ausgegangen, dass er Pornografie abhaken kann, sobald er verheiratet ist.

Dem war aber nicht so. Das Ganze wurde schlimmer und schlimmer. Ich fand Bilder auf dem PC, ab und zu gespeicherte Suchbegriffe bei Google und war jedesmal am Boden zerstört. Mein eh nicht so starkes Selbstbewusstsein wurde mit jeder Beichte, mit jedem Fund ein klein bisschen schwächer. Mein schwangerschaftsgezeichneter Körper konnte sich auf keinen Fall mit diesen photogeshoppten Bildern von räkelnden Frauen im knappen Bikini, oder noch weniger, messen. Als mein Mann einen Computer von seiner Firma gestellt bekam und das Internet überall und ständig zu erreichen war, als Businesstrips dazu kamen, Nächte allein Hotels, nahm das Monster Pornografie endgültig die Zügel in die Hand. Die Sucht meines Mannes wurde unkontrollierbar, so wie Süchte das an sich haben. Meinem Mann wurde bewusst, dass er seinen Job verlieren könnte – und, weitaus schlimmer, mich und unsere gemeinsamen Kinder. Und so zog er die Notbremse.

Er schrieb sich in einen Onlinekurs ein und arbeitete sich eineinhalb Jahre, zusammen mit einem Mentor, intensiv durch das Wort Gottes. Er öffnete sich unserem Pastor und unserem Kleingruppenleiter. Und Gott griff ein: mein Mann schaffte es, der Pornografie den Rücken zu kehren und wurde komplett frei.

Ich begriff das ganze Ausmaß erst, als mein Mann sein Zeugnis in unserer Gemeinde gab – da war er schon mehrere Monate frei. Gott war so gnädig und vorsichtig mit mir und so konnte ich häppchenweise verdauen, dass mein Mann jahrelang ein Schattendasein hatte. Trotzdem war es sehr schwierig und sehr schmerzhaft für mich, mich der Wahrheit zu stellen. Heute schaue ich mir manchmal Fotos aus der Zeit an, wo mein Mann abhängig war, und ich denke bei mir: ‚Da lebten wir eine Lüge.‘

Gott führte mich über Jahre an den Punkt hin, wo ich meinem Mann vergeben konnte. Das war ein sehr bewegender, tiefer Moment, für den ich sehr, sehr dankbar bin.

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Meinem Mann war es schnell klar, dass er anderen Männern helfen möchte, aus dieser Sucht auszusteigen. Und so formte sich in unserem Ort eine kleine Selbsthilfegruppe. Langsam aber sicher kamen mehr Männer hinzu und die Idee reifte, einen Onlinekurs für betroffene Männer zu schreiben. (Den Kurs, den mein Mann damals absolvierte, war in Englisch und zu dem Zeitpunkt nicht mehr online) Schritt für Schritt wurde zusammengetragen und im Dezember 2016 gründeten wir bei uns im Wohnzimmer den Verein Free Indeed. Wir hätten im Traum nicht daran gedacht, wie explosiv Free Indeed im Jahr 2017 wachsen würde!

Mittlerweile haben hunderte von Männern den Kurs ‚Generation David‘ durch gearbeitet und die Rückmeldungen, die Free Indeed bekommt, sind überwältigend. Männer, die teilweise Jahrzehnte in der Sucht nach Pornografie verstrickt waren, werden frei – allein durch die Kraft und Macht des Wortes Gottes! Weil Pornografie und Selbstbefriedigung schon längst nicht nur ein Männerthema ist, gibt es seit November 2017 den Kurs ‚Generation Esther‚ speziell für Frauen – geschrieben von sehr mutigen Heldinnen, die Freiheit von diesen Abhängigkeiten erfahren haben.

Wir haben auch sehr schnell gemerkt, dass es ganz dringend auch etwas für die Ehefrauen geben muss. Denn der Schmerz über die Untreue des Ehemannes, ist real und echt und wird doch oft übersehen. Und so habe ich mich daran gemacht und meine eigenen Erfahrungen (zusammen mit einer Psychologin, die besonders Ehefrauen auf dem Herzen hat) aufgeschrieben und es entstand der Kurs ‚Geheiltes Herz‘.  Im Rahmen von meiner Arbeit für ‚Geheiltes Herz‘, wurde mein Zeugnis aufgenommen. Wenn du Interesse hast, kannst du es dir hier anhören: Inkas Zeugnis

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Das ist Free Indeed. Wir haben es auf dem Herzen, dass Menschen in ihre gottgegebene Freiheit hineinkommen. Dass Ehen wiederhergestellt werden. Dass Männer echte Männlichkeit und Frauen echte Weiblichkeit erleben dürfen.

Pornografie ist noch immer ein absolutes Tabuthemen in der christlichen Szene. Viel zu viele Männer und Frauen sind noch darin verstrickt und kommen deshalb nicht in ihre Berufung. Wir sind so dankbar, dass Gott das Kursmaterial von Free Indeed dazu verwendet, dieses Tabu zu brechen und dem Riesen Pornografie den Kopf abzuschlagen.

Und dafür fühlen wir uns als Ehepaar berufen: die gute Nachricht weiterzugeben, dass es Hoffnung für jede Ehe gibt. Dass Jesus deine Ehe liebt! Und dass es Freiheit von Pornografie und allen möglichen Abhängigkeiten gibt. Jesus ist gekommen, um uns freizusetzen. Nicht nur viertel, nicht nur halb – sondern ganz. Komplett. Wir dürfen diese Freiheit erwarten, wir dürfen erwarten, dass Jesus uns freimacht. Nichts weniger als unsere Freiheit hat er teuer am Kreuz mit seinem Blut erkauft!

Mein Mann und ich machen uns auf zu neuen Ufern. Es ist ein komisches, ein schönes, ein befreiendes Gefühl. Ich glaube, dass Gott für Deutschland und ganz Europa einen mächtigen Durchbruch bereit hält. Er sucht nach Menschen, die sich ihm ganz hingeben und die bereit sind, sich den Riesen in ihrem Leben zu stellen. Er sucht Davids und Esthers. Mutige Männer und furchtlose Frauen. Nicht, weil sie so toll und so stark sind. Sondern, weil sie allein in Jesus ihre Stärke und ihren Anker haben.

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Neue Ufer sind schön und aufregend. Aber um dort anzukommen, muss man loslassen. Muss man bereit sein, Risiken einzugehen. Muss man sein ganzes Vertrauen auf Jesus werfen. Das ist für mich, für uns, immer wieder neu herausfordernd. Immer wieder müssen wir uns neu aufs Wasser wagen, den Blick fest auf Jesus geheftet. Er geht mit, er lässt uns nie alleine, er zieht uns hoch aus dem Wasser, wenn wir untergehen.

Ich glaube fest, dass wir in einer Zeit leben, in der überdurchschnittlich viele Menschen zu neuen Ufern gerufen werden. Dass die Sehnsucht nach Sicherheit und nach abgesichert sein, weniger wichtig ist. Dass wir lernen, auf dem Wasser zu gehen. Dass Jesus und sein Reich oberste Priorität haben. Ich sehe im Geist, wie eine große Masse von Menschen, von erlösten Kindern Gottes, aufsteht und sich aufmacht – zu neuen Ufern. Ich glaube, das ist tatsächlich ein prophetischer Ruf in unserer Generation: ‚Auf zu neuen Ufern!‘

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Das ist auch ein Herzensanliegen von meinem Mann und mir: wir wollen andere dazu herausfordern, sich ihrer Berufung zu stellen. Egal, wie verrückt sie erscheinen mag. Wir wünschen uns einen neuen Status quo. Wir wünschen uns, dass mehr und mehr hingegebene Jesus-Nachfolger aufstehen und alles hinter sich lassen und dem einen nachgehen, der alles für sie hingab. Es ist an der Zeit, dass wir unsere Sicherheiten nicht mehr im Geld, nicht mehr in der Altersvorsorge, nicht mehr in den Versicherungen, nicht mehr im Zehnjahresplan suchen – sondern allein dort, wo wir allein wirklich sicher sind: mitten im Willen Gottes.

Ich möchte dich dazu herausfordern, Jesus einmal ganz konkret danach zu fragen, was sein Wille für dein Leben ist. Vielleicht weißt du sogar schon, was sein Wille ist und du hast ihn immer wieder weit weg von dir geschoben, weil er dir zu riskant vorkommt oder einfach nicht in deinen Plan passt. Vielleicht hast du dir noch nie Gedanken dazu gemacht, dass Jesus einen Plan für dein Leben hat! Bitte ihn darum, dir zu zeigen, welche Gedanken er über deinem Leben hat. Glaube mir: es lohnt sich!

Auch wenn ich gerade mit einer fiesen Nebenhöhlenentzündung auf der Couch lungere, werden mein Mann und ich heute Abend etwas feiern und anstoßen auf das neue Ufer!

Die Webseite von Free Indeed findest du hier: www.free-indeed.de
Wenn du mehr über Free Indeed erfahren möchtest, empfehle ich dir dieses Special von der MEHR2018 Konferenz: MEHR Special
Außerdem hat BibelTV vor kurzem eine kurze Doku über unsere Geschichte ausgestrahlt: Hinter der Fassade  
Hier findest du das Zeugnis von meinem Mann: Zeugnis Jeremy
Und hier gibt es das Zeugnis von Anouk, die den Kurs ‚Generation Esther‘ mit verfasst hat: Zeugnis Anouk

 

 

 

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