Auf sein Wort hin

Ein Leben mit Gott wird nie, nie langweilig.

So erlebe ich das und so erleben wir das als Familie.

Es fängt mit bedingungsloser Hingabe an, mit unserem schwachen, zittrigen ‚Ja‘, mit einem ersten kleinen Schritt.

Es fängt an mit absolutem Vertrauen, kompromisslosem Glauben und großen Träumen.

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Heute morgen wurde ich an die Begebenheit erinnert, wo Jesus den Fischer Simon nach einer durcharbeiteten Nacht und einem leeren Fischernetz dazu auffordert nochmals auf den See zu fahren und die Netze erneut auszuwerfen. Am hellichten Tag. Jeder Fischer weiß, das bringt nichts.

Aber Simon, der raubeinige Mann macht, was Jesus sagt. Mich beeindruckt seine Reaktion: ‚Auf dein Wort hin.‘

Und das Netz wurde übervoll.

Wenn wir es wagen unseren Erfahrungsschatz, unsere Klugheit, unsere Besserwisserei, unseren Stolz, unser Self-made Image über Bord zu werfen – auf sein Wort hin – dann werden wir überrascht mit Erfolg in anderen Dimensionen, mit tieferen Begegnungen mit unserem Erlöser, mit Neuland.

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Simon, der Fischer, wird später von Jesus den Namen ‚Petrus‘ bekommen. ‚Der Fels‘. Unser unerschütterlicher Glaube, unsere bedingungslose Nachfolge machen uns zu Felsen in der Brandung, für andere. Zu Lichtern in der Nacht, zu Leuchttürmen in Stürmen. Zu verlässlichen Vorbildern, zu authentischen Leitern, zu einfühlsamen Wegbegleitern.

So will ich sein. Auf sein Wort hin gehen, auch wenn es verrückt erscheint. Auf sein Wort hin das Netz auswerfen, auch wenn mir meine Lebenserfahrung sagt, das ist nutzlos.

Auf sein Wort hin, das tun, was er sagt.

Auf sein Wort hin hat mein Mann ein Buch herausgegeben. Am Anfang eine verrückte Idee, ein gewagtes Unterfangen. Jetzt halten wir es in Händen und können es kaum fassen. Ein wunderschöner Einband, ein klarer, ehrlicher Inhalt. Absolutes Neuland. Für uns alle. Morgen beginnt der offizielle Verkaufsstart. Wir sind aufgeregt und fühlen uns ein bisschen wie Simon damals. Überfordert, verunsichert. Aber auf sein Wort hin gehen wir diesen Weg. Er wird seinen Segen dazu tun.

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Vor ein paar Wochen habe ich mein Manuskript für mein erstes, eigenes Buch eingesendet. Zum selben Verlag, wie mein Mann. Irgendwie hat Gott es so konstruiert, dass mein Mann und ich gleichzeitig an einem Buch geschrieben haben. Manchmal haben wir gelacht, so unwirklich kam uns das vor. Und auch ich hab mein Herz nach außen gestülpt – auf sein Wort hin. Hab mich verletzbar gemacht auf diesen vielen Seiten, abgespeichert in einem Word Dokument, dass nun umgestaltet wird in ein wunderschönes, reiches, authentisches Buch.

Ich staune. Viel kann passieren, wenn wir uns aufmachen, auf sein Wort hin. Viel mehr, als wir uns je träumen und erhoffen könnten.

Wo ruft dich sein Wort hin? Wirst du gehen? Wirst du es tun?

Das Buch ‚Frei. Mann. Sein.‘ kannst du bei www.free-indeed.de bestellen, beim SCM Online Shop oder bei Amazon.
Das Kursbuch trainiert Männer im geistlichen Kampf gegen ihre Pornografiesucht und gibt praktische Werkzeuge an die Hand: Männer lernen, die Bibel gezielt bei Anfechtungen einzusetzen, verbindliche Beziehungen aufzubauen, Auslöser der Sucht aus dem Alltag zu räumen und vor sich selbst und Gott ehrlich werden.

15 Einheiten voller authentischer Lebensberichte von Männern, die schon frei wurden, voller Kampfgeist und geistlichem Tiefgang.

Mein Buch wird im Januar 2019 erscheinen. Bis dahin ist es noch ein bisschen hin, aber ich werde in der nächsten Zeit euch Stück für Stück ein wenig mehr darüber erzählen…es bleibt spannend! 

 

 

 

Bild 1 und 2 von unsplash.com, Bild 3 copyright Hammond.

 

 

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Alles

Mein Alltag ist ein Wirbelwind. Es bleibt nicht viel Zeit zum Nichtstun. Oder zum Bloggen. Das Leben fliegt im Eiltempo an mir vorbei. Meine große Tochter war über Pfingsten das erste Mal bei einem dreitägigen Pfingstcamp dabei. Als sie nach Hause kam, sah sie aus wie ein Teenager. Ich könnte schwören, ich habe dieses Kind erst gestern zur Welt gebracht. Auch mein Jüngster verändert sich ständig. In seinem Bett liegt jeden Morgen ein neues Kind. Und während meine Kinder mir das Gefühl geben, dass ich unaufhörlich alt werde, laufe ich trotzdem zu Höchstformen auf. Ich schwinge mich von der Dreckwäsche im Keller zum Aufräumen im ersten Stock und mache Boxenstopp in der Küche um mal eben das Mittagessen zu kochen. Ich klebe Pflaster auf blutende Knie, ich kämme lange, hoffnungslos verknotete Haare und nehme dabei gelassen in Kauf, dass meine Nachbarn denken könnten, wir schlachten gerade ein Ferkel. Ich schüttel kiloweise Sand aus Hosentaschen und suche (und finde gelegentlich) verlorene Schuhe, Brillen, Zahnspange und Kuscheltiere. Ich ermahne, lache, umarme, schimpfe, tröste und singe das selbe Gute Nacht Lied gefühlte 100 Mal. Pro Kind versteht sich.

Ehrlich: ich liebe mein Leben. Ich liebe es eine Mama zu sein. Es gibt für mich nichts schöneres. Es verlangt mir oft alles und mehr ab, aber ich gebe mich gerne hin für schlabbernde Babyküsse und Kleinkindumarmungen. Trotzdem hat dieses Wirbelwindleben auch seine Tücken. Freie Zeit z.B. ist Mangelware. Und Zeit mit Gott erst recht. Ich hab Augen im Hinterkopf, wie ich meinen Kindern gerne mal versichere (und sie glauben mir das auch – mir entgeht NICHTS!), aber meine Augen schauen selten gen Himmel. Ich lese zu wenig in Gottes Wort. Ich bete zu wenig, zu kurz, zu oberflächlich. Und weil mein Alltag so intensiv, so angefüllt mit Aktivitäten ist, vergesse ich oft, warum ich diesen Zirkus eigentlich manage. Ich vergesse, was der Grund für meine Existenz ist, das Ziel meiner Reise.

Vor ein paar Tagen habe ich ein Buch zu Ende gelesen, das mich innerlich sehr aufgewühlt hat. ‚Alles‘ von Jennie Allen. Jennie beschreibt, wie Gott sie an einen Punkt gebracht hat, wo sie alles an ihn abgeben konnte. ‚Alles‘ beinhaltet ihre Träume, Vorstellungen, Ängste, Sorgen, Hoffnungen. Sie und ihr Mann haben angefangen zu beten, dass sie nichts festhalten wollen, sondern bereit sein wollen, alles zu tun, was Gott von ihnen möchte. Sie wollen dorthin gehen, wo Gott sie hinführt.

So sehr ich mein Leben auch liebe und genieße – es geht hier nicht um mich. Ich bin nicht in erster Linie dazu geschaffen, das ich mir ein nettes, gemütliches Zuhause einrichte, Kinder großziehe und Geld für den Lebensabend beiseite lege. Meine Lebensziele sollten nicht irgendwelche Urlaubsziele oder ein größeres Auto sein. Ich bin dazu geschaffen, Gott anzubeten und seine Liebe und Herrlichkeit auf dieser Welt weiterzugeben. Das vergesse ich ständig. Spülmaschine einräumen fühlt sich nicht gerade ‚herrlich‘ an und zum Kindergarten fahren hat nichts von einem Missionseinsatz an sich.

Jennie Allen, übrigens selbst Mutter von vier Kindern, sagt aber genau das: wenn wir unser ’normales‘, ‚langweiliges‘, ‚monotones‘, ‚abgesichertes‘ Vorstadtfamilienleben in Gottes Hände legen und ihm sagen ‚Dein Wille geschehe, nicht länger meiner!‘ – dann verwandelt er unsere Welt in eine bunte, farbenfrohe Achterbahnfahrt. Denn ganz ehrlich: tief in uns drin sehnen wir uns nach mehr, nach Abenteuer, nach Abwechslung. Wir fragen uns bei der 10. Durchfallwindel: ‚Und das soll jetzt mein Leben sein?‘. Wir wollen MEHR vom Leben, weil Gott uns Leben in FÜLLE versprochen hat! ER selbst hat diese Sehnsucht in uns hineingelegt und nur ER kann sie erfüllen. Das heißt jetzt nicht, dass wir alle nun unsere Koffer packen und Missionare im tiefsten Dschungel werden sollen. Aber Jennie erzählt von wunderbaren Erlebnissen, wie Gott ihnen und vielen von ihren Freunden die Augen geöffnet hat für Möglichkeiten Gottes Reich vor ihren Haustüren zu bauen. Jennie und ihrem Mann hat Gott den Auftrag gegeben ein Kind zu adoptieren. Andere haben große Geldsummen für Menschen in Not gespendet. Und für einige hat dieses Gebet der Hingabe tatsächlich einen Umzug zur Folge gehabt…

Was macht Gott mit mir, wenn ich ihm wirklich die Kontrolle über mein Leben überlasse? Das ist eine spannende Frage…ich stelle sie mir gerade. Mein Mann und ich beten dieses Gebet. Es macht mich unsicher. Denn ich habe schon sehr klare Vorstellungen davon, was ich gut finde und was nicht. Aber ich will bereit sein loszulassen und ich will nichts von dem verpassen, was Gott für mich, für uns vorbereitet hat. Genau wie Jennie Allen will ich nicht im Himmel ankommen und feststellen müssen, dass ich aus Bequemlichkeit, aus Angst oder wegen falschen Prioritäten viel verpasst habe. Ich will mitnehmen was geht…ich will Leben in Fülle.

 

Dirigiere mich!

Dieses Video habe ich gerade auf Facebook gefunden. Ein Orchester sitzt mitten in einer Großstadt und wartet darauf von Passanten dirigiert zu werden. ‚Dirigiere uns!‘ steht groß auf dem Notenständer, wo normalerweise der Dirigent seine Noten platzieren würde.

Heute will ich so sein wie dieses Orchester. Ich will zu Jesus sagen: ‚Dirigiere mich!‘ Und ich will es genauso tun, wie er es von mir will. Heute will ich ganz genau hinschauen und mich von Jesus führen lassen, ihm komplett vertrauen, ohne wenn und aber. Mich einfach mit hineinnehmen lassen. Gespannt sein, was er für mich vorbereitet hat.

Das Problem mit der Unzufriedenheit

Mein Herz ist ein ruheloses Ding. Immer auf der Suche nach mehr, nach anderem, nach besserem, nach neuem. Nie zufrieden mit dem Hier und Jetzt, immer schielend auf die grünen Wiesen jenseits des Zaunes. Mein Herz ist blind für die Schönheiten vor meiner Haustür, weitsichtig träumt es sich in die Zukunft oder Vergangenheit, mein Herz tut sich  schwer das dankbar anzunehmen, was mir nahe ist. Wie ein rastloser Vogel, stösst es sich an den Stäben des Käfigs. Immer auf der Suche nach einer Tür, einem Ausweg.

Wer so ein Herz hat, kämpft oft mit Bitterkeit, mit Unzufriedenheit, mit Frustration. Er verliert den Blick auf den Segen, den Gott so großzügig gibt. Er verliert den Blick auf Jesus, der allein Erfüllung bringen kann. Es ist gefährlich so ein Herz zu haben. Anstatt zu einem glücklichen Leben zu verhelfen, vergiftet ein undankbares Herz alles.

Vor knapp zwei Wochen habe ich wieder mit meinem Herzen gekämpft. Ich fühlte mich so, als hätte Gott mich vergessen. Als hätte er meine Träume und Wünsche außer Acht gelassen. Ich dachte, dass andere bevorzugt werden, andere ihre Berufung ausleben dürfen, nur ich nicht. Ich fühlte mich – mal wieder – wie auf dem Abstellgleis. Und mitten in meine Unzufriedenheit hinein, für die ich mich schäme, hörte ich in eine Predigt. Über Abraham und wie er bereit war, sein Liebstes, Gottes Geschenk, seinen Sohn zu opfern. Wie wir bereit sein sollen, Jesus über alles zu stellen, was uns lieb und teuer ist. Wie wichtig es ist, unsere Ambitionen hinten an zu stellen, unser undankbares Herz dem zu geben, der es trotz widriger Umstände und Leid und Krankheit und unerfüllter Wünsche mit Dankbarkeit füllen kann.

Für mich ist das eine riesengroße und – ich ahne es –  lebenslange Herausforderung. Wenn mich der Drang überkommt auf andere zu sehen, was ‚die alles haben‘, dann will ich meinen Kopf senken und mich ‚demütig unter die gewaltige Hand Gottes beugen‘ (1. Petrus 5,6). Denn er sorgt sich um das, was mich betrifft.

‚Wen habe ich im Himmel außer dir? Du bist mir wichtiger als alles andere auf der ErdeBin ich auch krank und völlig geschwächt, bleibt Gott der Trost meines Herzens, er gehört mir für immer und ewig.‘

Psalm 73, 25-26