Liebevolle Erinnerung

Da berührt Gott mein Herz so tief und ein paar Wochen später habe es schon wieder vergessen…Den Kopf voller to-do’s, das Herz voller Fragen. Der Alltag schafft es immer wieder, mich in meine Knie zu zwingen und lässt mich vergessen, welch großer Segen am Wegesrand zu finden ist. Und so brauche ich Gottes liebevolle Erinnerungen. Es ist ja kaum zu fassen, dass er nicht die Geduld mit mir verliert. Ein Gedächtnis wie ein Sieb hab ich, wenn es um seine Wunder und Wohltaten geht, die er an mir getan hat.

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Vor ein paar Tagen habe ich ein Buch aus dem Regal gezogen, dass ich schon eine kleine Ewigkeit nicht mehr gelesen habe. ‚Poesie für jeden Tag‘ heißt es und ist so romantisch, wie der Titel verspricht. Ich liebe Gedichte, habe sie schon immer geliebt und auch selbst geschrieben. Seit unser viertes Kind auf der Welt ist, war mein Leben zu hektisch, ich chronisch übermüdet, so dass ‚Poesie‘ kaum Platz fand zwischen Windeleimer und Milchreistöpfen. Und vor ein paar Tagen eben, war mein Impuls es sei höchste Zeit mal wieder für ein bißchen Bildung für meine Seele. Ein paar schöne, kunstvolle Sätze, wie ich sie nie verwende, wenn ich mit meinen Kindern diskutiere, wer mit Tischdecken dran ist. Ein bißchen Träumen und Schwelgen in meiner kleinen Welt, die auf der einen Seite so übersichtlich begrenzt ist und doch so viel Chaos bergen kann.

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Ich öffnete das Buch, blätterte, bis ich das richtige Datum fand und las das Gedicht für diesen Tag. Und Gott sprach in mein Herz, wieder einmal:

‚Herz, mein Herz, sei nicht beklommen
Und ertrage dein Geschick,
Neuer Frühling gibt zurück,
Was der Winter dir genommen

Und wie viel ist Dir geblieben!
Und wie schön ist noch die Welt!
Und, mein Herz, was Dir gefällt,
Alles, alles darfst Du lieben!‘

(Heinrich Heine)

Mit Tränen in den Augen dachte ich an jenen eiskalten Tag im Park, wo Gott mir auch schon den Frühling für meine Seele verheißen hat. Und nun erinnerte er mich liebevoll durch ein altes Gedicht an seine Verheißung, als ich gerade dabei war, zu vergessen und zu verzweifeln.

Nur Mut, mein Herz. Und Mut für Dein Herz, liebe Mama! Lass dich heute liebevoll von Gott an verborgene, verschüttete Versprechen erinnern. Der Herr sieht Dich und geht seinen Weg mit Dir. Vielleicht gefällt Dir die ein oder andere Abzweigung nicht. Vielleicht gehst Du einen einsamen Weg, vielleicht musst Du gerade durch einen dunklen Wald und Angst will sich breit machen in Dir. Vielleicht geht es schon lange steil bergauf und Du denkst, Du schaffst keinen weiteren Schritt.

Lass Dich heute ermutigen und erinnern. Der Herr ist mit Dir.

Eiszeit

Auf meinem Weg durch den Park. Die Luft ist eiskalt. Ich ziehe den Schal hoch, richte den Blick auf den Boden. Schnell gehe ich vorwärts.

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Wie oft gehe ich so durch das Leben? Gehetzt von den Umständen, kein Blick für meine Umgebung, den Elementen des Lebens scheinbar schutzlos ausgeliefert.

Als ich zitternd vor Kälte und mit einem bangen Herzen meinen Weg fortsetzte, hatte ich mit einem Mal den Eindruck das Lachen Gottes zu hören. Ein herzliches, offenes, liebevolles Lachen. Mit einem Mal brach die Sonne zu mir durch, ich hob meinen Blick und wollte dieses Lachen festhalten, mich in diesem Lachen bergen, es nie mehr vergessen. Dieses Lachen veränderte plötzlich meine Perspektive – um mich herum war noch tiefster Winter, aber ich hörte die ersten Vögel zaghaft zwitschern. Ich spürte, wie die Natur – scheinbar tot -um mich herum brodelte; ich sah förmlich, wie die Äste an den Bäumen intensiv arbeiteten, dass bald die ersten Knospen kommen können. Es war, als würde Gott in mein Herz sprechen:

Meine geliebte Tochter! Du siehst nur Winter, spürst nur Eiseskälte. Du ahnst nicht, welch großartige Dinge, ich für dich vorbereitet habe. Siehst du es nicht, erkennst du es nicht? Bald grünt und blüht dein Leben! Was noch grau und gefroren ist, wird fruchtbare Erde, was noch leblos auf die Sonne wartet, wird vor Leben strotzen. Warte nur ab, meine Tochter. Meine Worte sind wahr und meine Hoffnung real. Lass den Winter nur sein Werk tun, ich tue das meine in der Verborgenheit. Und das Verborgene wird triumphieren! 

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Ich war so tief bewegt über diese Gottesbegegnung in diesem menschenleeren Park. Wie konkret und oft so unerwartet der Herr doch in unser ängstliches Herz sprechen kann…Tiefer Frieden erfüllte mich und ein paar Schritte weiter entdeckte einen Baum, der tatsächlich schon die ersten Knospen trug. Ganz klein, ganz zaghaft. Als ich ein kleines Ästchen abbrach, war das Innere grün und saftig. Und das bei Eis und Schnee und Minusgraden…

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Seit ein paar Tagen nun trage ich diese Worte mit mir herum und bewege sie in meinem Herzen. Und ich glaube, dass der Herr nicht nur zu mir gesprochen hat, sondern dass diese Botschaft auch für dein Herz gilt. Egal in welcher Lebenssituation du dich befindest – der Winter wird weichen und der Frühling wird dein Leben bunt machen. Gib nicht auf, du Königstochter, sondern halte dich nah an Jesus, der dich durch die Eiszeit deiner Seele trägt. Der dir Sonne und Wärme spendet, wenn alles um dich herum kalt und klamm ist.

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Nimm dir ein wenig Zeit und versuche das Lachen Gottes zu hören! Er thront über den Schwierigkeiten unseres Lebens und verliert nie den Mut. Sein Lachen zeigt mir, dass er das gute Ende sieht, dass er um den Sieg weiß.

Winter, tu nur was du kannst! Du machst mir keine Angst. Mein Gott ist ein Gott des Neuanfangs, der Hoffnung, des immer wiederkehrenden Frühlings.

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‚Steh auf meine Freundin, meine Schöne und komm! Denn der Winter ist vorüber, die Regenzeit ist vorbei und vergangen. Die Blumen beginnen zu blühen, die Zeit des Singens ist gekommen.‘ Hohelied 2, 10

‚Doch auf sein Wort hin schmilzt alles wieder. Er schickt seine Winde und das Eis taut.‘ Psalm 147, 18

‚Denkt nicht mehr daran, was war und grübelt nicht mehr über das Vergangene. Seht hin: ich mache etwas Neues; schon keimt es auf. Seht ihr es nicht? Ich bahne einen Weg durch die Wüste und lasse Flüsse in der Einöde entstehen.‘ Jesaja 43, 18-19

Alle Fotos: Inka Hammond

 

 

Mangel aushalten

Ein Blick in meine Tupperschublade war ernüchternd: keine Dose fürs Pausenbrot vorhanden. Immer fehlen diese Dinger.

Ständig dieser Mangel in meiner Küche: zu kleine Arbeitsfläche, keine ordentliche Bratpfanne, ein Kühlschrank, der nicht einwandfrei funktioniert.

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Ein Blick in mein Herz. Ebenso ernüchternd. Zuwenig Zufriedenheit. Unsicherheit. Angst. Sorgen. Der Mangel lässt mein Herz manchmal flattern, wie die Flügel eines kleinen, eingesperrten Vogels.

Mangel wird im Duden so beschrieben:

Fehlen von etwas, was vorhanden sein sollte, was  gebraucht wird.

Synonyme sind zum Beispiel:

Minus, Zuwenig, Knappheit.

Manchmal, nein ganz oft, und  – ganz ehrlich: gerade jetzt definiert Mangel gut meinen Allgemeinzustand. Ich schimpfe vor mich hin, ärgere mich über die Sachen, die ich nicht habe, die ich nicht bin. Ganz schnell bin ich in der Mangelspirale nach tief unten gefangen, wo Bitterkeit und Unfrieden herrscht. Mein Mangel öffnet Tür und Tor für noch mehr ‚zuwenig‘. Meine Augen sehen nur noch das, was nicht da ist. Mein Umgang mit meinem Mangel sensibilisiert mich für das, was nicht ist und was ich doch so gerne hätte und wäre.

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Aber ich lerne, dass ich meinen Mangel in der Gegenwart Gottes aushalten darf. Mein Gott füllt meinen Mangel aus. Nicht immer mit dem, was ich wählen würde. Und auch nicht immer dann, wenn ich denke, jetzt wäre ein guter Zeitpunkt. Manchmal auch gar nicht oder dann wieder ganz unerwartet schnell. Ich lerne mit meinem Mangel vor den Thron Jesu zu kommen und zu erwarten, dass er mir voll einschenkt. Bis zum Überfließen. (Psalm 23). Ich lerne inmitten meines Mangels Jesus zu sagen, dass er genügt. Inmitten meines Mangels, meiner Schwachheit, meiner unerfüllten Träume, meiner zu kleinen Küche, ist er genug. Mehr als genug.

Jesus begegnet mir in meinem Mangel. In meinem nicht-haben. Meinem nicht-sein. Und da, wo ich es am wenigsten erwartet hätte, erfahre ich Fülle. Fülle des Lebens. Das Leben, das Jesus anrührt, wird reich, wird voll, wird tief. Ich habe zwar keine Bilder von meinem Eigenheim, dem superteuren Urlaub, der Luxusyacht, die ich zum Angeben auf den Tisch legen könnte. Aber ich habe Frieden, wenn der Sturm des Lebens tobt, ich habe Einblick in die Schätze des Himmels, die mir hier und jetzt schon zur Verfügung stehen und ich darf erleben, wie mein himmlischer Vater ganz konkret in meinen Alltag eingreift und meinem Mangel verscheucht.

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Das Leben ist mehr als Besitz, Karriere, pralles Geldkonto. Das wahre, echte Leben passiert, wenn ich auf meinen Knien vor Jesus bin und spüren darf, dass er mich sieht. Das echte Leben begrenzt sich nicht auf das, was vor meinen Augen ist, auf das was ich habe oder eben nicht.

Zu lange habe ich gedacht, mein Mangel hält mich auf, behindert mich auf meinem Weg ins erfolgreiche Leben. Jesus denkt anders. Er macht gerade meinen Mangel zum Sprungbrett in ungeahnte Höhen. Wenn vermeintliche Sicherheiten wegfallen, dürfen wir erfahren, was wirklich hält, was wirklich zählt. Wenn ich erlebe, dass Gott mich trotz meiner Schwachheit und meines Versagens beruft, ist das das größte Glück.

‚Gott bringt die Verlassenen heim, er führt die Gefangenen hinaus ins Glück…‘
Psalm 68, 7

‚Er stillt mein Verlangen…‘
Psalm 23,  3

 

 

Herbstschönheit

An meinem Geburtstag vergangenen Samstag habe ich mir am Morgen etwas Zeit ‚gestohlen‘. Eigentlich wollte ich eine Runde joggen gehen  – habe aber schon bald gemerkt, die Kraft dafür ist nicht da. Also habe ich angefangen mit dem, was ich jetzt wieder neu lernen möchte: langsam gehen. Den Moment auskosten. Ruhe suchen.

Aus meinem ehrgeizigen Workout wurde ein wunderschöner, langer, entspannender Spaziergang. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so ausgiebig spazieren gegangen bin. Es war herrlich. Der Nebel lag über den verwelkten Sommerwiesen, kaum jemand war unterwegs. Die Luft war noch schwer und träge von der nächtlichen Feuchtigkeit und die Bäume standen still, kein Blatt bewegte sich. Tiefer Friede breitete sich in mir aus.

Dann fing ich an mir selbst einen Blumenstrauß zu pflücken. 34 wird man schließlich nur einmal! Ich war erstaunt, wie viele Naturschönheiten sich noch finden lassen zu dieser Jahreszeit. Wunderschöne, leuchtende Beeren, interessant geformte Äste, bunte Herbstblätter – und was mich am meisten faszinierte: die schon verwelkten Sommerblumen.

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Stolz standen sie an dem Platz, an dem sie vor wenigen Wochen noch in voller Pracht geblüht haben. Die Farben mittlerweile herbstlich verblasst, die Blütenblätter verloren – und trotzdem umgab diese Pflanzen ein zarter Zauber. Die Blumen fielen mir nicht sofort auf, fast gingen sie im Gras unter – aber als ich mir Zeit nahm und sie mir genauer ansah, war ich beeindruckt von ihrer unscheinbaren Schönheit.

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Da sprach Gott zu meinem Herzen:

Du musst nicht in voller Blüte stehen, um schön zu sein. Du darfst durch den Herbst gehen. Du darfst deine Blütenblätter verlieren. Für mich bist du immer noch schön und wertvoll. 

So wie die Sommerblumen nicht aufgeben und auch ohne ihre Blütenpracht still an ihrem Platz bleiben und geduldig auf den nächsten Sommer warten – so möchte ich durch diese Zeit der Kraftlosigkeit gehen. Es ist keine Schande, wenn man mal nicht ‚blüht‘. Es ist Teil des Lebens. Man kann nicht immer in den schönsten Farben strahlen. Es gibt Zeiten, da wird man übersehen, da erscheint man grau und leblos. Doch in den Wurzeln regt sich schon neues Leben. Die frische neue Pflanze muss sich zwar erst wieder durch den Dreck wühlen, sich einen Weg bahnen an die Oberfläche – aber die Zeit des Blühens kommt bestimmt.

Und während ich ausharre im Herbstnebel, darf ich wissen, dass der Schöpfer, der Gärtner meiner Seele, mich sieht und mich schön findet.

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Mutterglück

Diese leuchtenden Kinderaugen. Dieses süße ‚Mama, ich hab dich lieb.‘ Das unvergleichliche Gefühl von kleinen, kurzen Kinderarmen umarmt zu werden.

Mein Herz ist voll. Randvoll. Übervoll!

Mutterglück überwältigt mich oft. Kleine Momente im Alltag treiben mir Freudentränen in die Augen. Die Gute-Nacht-Küsse zeigen mir, wie gesegnet ich bin. Wenn meine Tochter mir im Kindergarten voller Freude entgegenrennt, breitet sich in mir liebevolle Wärme aus. Wenn die ‚Große‘ mir unerwartet ein breites Lächeln schenkt, weiß ich nicht ein noch aus vor Dankbarkeit.

Ja, es gibt diese Phasen, wo alles zuviel scheint und ich nur die Arbeitsberge vor Augen habe. Aber meine Alltagswege führen immer wieder an grünen, blühenden Wiesen vorbei, wo die Wunder wie die Blumen wachsen. Mein Herz fühlt sich dann schwer an vor Dankbarkeit, vor liebevoller Hingabe. Ich spüre dann die Kostbarkeit jeder Sekunde. Ich erkenne diese wertvollen Momente…manchmal ist es fast so, als würde Gott sein Licht auf diese Augenblicke scheinen, so dass ich sehen kann, wie unermesslich reich ich bin.

Vier Kinder. Vier Mal Einzigartigkeit. Vier kleine Persönlichkeiten. Nicht alles läuft glatt bei uns. Da sind Ecken und Kanten. Da sind unaufgeräumte Zimmer. Da ist Ungehorsam. Aber die Liebe ist immer größer und durch mein Mama-sein begreife ich auch ein kleines Stückchen mehr, wie tief die Vaterliebe Gottes geht. Würde ich mein Kind jemals verstossen? Würde ich es jemals vergessen? Auch das macht mein Herz warm und froh: dass ich als Mama selbst Kind sein darf und getragen bin von unendlicher Liebe.

Mutterglück. Das überrollt mich immer wieder und ich bleibe sprachlos zurück. Staunend betrachte ich den Segen, der sich um mich herum – mitten im Alltag, mitten im Chaos – ausbreitet. Jeden Tag auf’s Neue.

Ein Feld voller Blumen

‚Schön bist du meine Freundin, ja, du bist schön.‘
Hoheslied 1,15

Ich liebe Mohnblumen. Wenn ich zwei oder drei am Straßenrand sehe, gerate ich in Entzücken. Eines meiner Lieblingsgemälde ist von Claude Monet mit dem Titel ‚Mohnfeld.‘ Ich habe noch nie so viele Mohnblumen auf einem Fleck gesehen, wie auf diesem wunderschönen Bild. Ehrlich gesagt, dachte ich, sowas gibt es heutzutage gar nicht mehr…

Letzte Woche bin ich alleine auf einen langen Spaziergang gegangen. Ich bin recht flott gelaufen und habe die ganze Zeit laut zu Gott gebetet. Es war eine herrliche Zeit, mein Herz war voller Lob für Jesus. Ich habe mich so sehr an der Natur um mich herum gefreut, an dem plätscherndem Bach an dem ich entlang gelaufen bin…in allem habe ich den Schöpfer so deutlich sehen können und war erfüllt von großem Staunen. Nach einer ganzen Weile bin ich über eine kleine Brücke gegangen und mein Weg führte in ein kleines Waldstück. Nachdem ich so lange in der Sonne war, taten mir die schattenspendenden Bäume gut. Die Sonne malte helle Punkte auf den dunklen Boden, die Vögel sangen fröhlich ihre Lieder und in meinem Herzen lobte ich Gott.

Nach kurzer Zeit war der Waldweg zu Ende, ich ging um eine Kurve – und mir blieb fast der Atem stehen: vor mir in der hellen Frühsommersonne lag ein riesiges Mohnblumenfeld! Ich konnte es kaum fassen! Schier endlos sah ich die schönsten Mohnblumen stehen, in ihrem herrlichen tiefroten Kleid. Dazwischen unzählige Kornblumen…ich war sprachlos und spürte sofort, dass das ein Geschenk von Gott war an mich. Ich hörte sein liebevolles Flüstern in meinem Herzen:

Ein Blumenstrauß wäre zu wenig. Ich lasse für dich ein ganzes Feld voller Blumen wachsen. 

Ich konnte meinen Blick von den Blumen nicht abwenden. Es war einfach nur atemberaubend schön. Tränen stiegen mir in die Augen und ich fühlte mich so vollkommen, so unendlich geliebt.

img_0685.jpgIch teile dieses besondere Erlebnis mit euch, weil diese Botschaft nicht nur für mich gilt. Gott liebt auch DICH unendlich! Er lässt auch für dich die Blumen wachsen und die Blütenblätter rieseln. Er kreiert die schönsten Sonnenuntergänge für dich und malt einen Regenbogen an den dunklen Regenhimmel – für dich.

Wir Frauen haben eine Sehnsucht nach Schönheit – und nurJesus allein kann diese Sehnsucht stillen.

Ich wünsche dir in deinem Alltag Momente, wo du dich unendlich von Gott geliebt fühlen kannst. Bitte ihn darum, dir auf ganz individuelle Weise zu begegnen. Du wirst erstaunt sein, wie liebevoll und zärtlich und so kreativ unser himmlischer Vater dein Gebet beantworten wird.

Mein Gott sieht mich…

Mamablogs gibt es wie Sand am Meer. Ich bin oft ziemlich eingeschüchtert!

Es gibt Mütter, die dir die tollsten Haushaltstipps geben können. Ich tu mir schwer damit, regelmäßig meine Küchenschränke abzuwischen und meine Garderobe sieht nie aufgeräumt aus. Von den Kleiderschränken im Kinderzimmer ganz zu schweigen. Es gibt Mütter, die haben kein Problem damit Erziehungstipps weiterzugeben. Ich sehne mich nach einer Mentorin, mit der ich meinen Erziehungsstil durchreden und durchbeten kann. Ich bin oft unsicher. Es gibt Mütter, die sind gastfreundlich und haben kein Problem damit, wenn unangemeldet Besuch vorbeikommt. Ich muss in so einem Fall erst einmal notdürftig den Essentisch abräumen, weil der nämlich auch als Ablage für alles benutzt wird. Es gibt Mütter, die sind gestylt und geschminkt und tragen Ohrringe, die farblich auf ihr T-Shirt abgestimmt sind und das T-Shirt passt zur Wickeltasche und die Wickeltasche passt zu den Schuhen und die Schuhe wieder zu den Ohrringen. Da kann ich nur staunen. Es gibt Mütter, die schaffen es  beim Spielplatz nicht wie die Mutter, sondern wie das Au-Pair auszusehen.

Ich bin nicht perfekt. Dieser Blog ist nicht perfekt. (Und ich glaube, es heißt noch nicht einmal ‚dieser Blog‘, sondern ‚dieses‘ Blog. Oder irgendwie so). Mein Alltag ist nicht perfekt. Meine Kinder sind nicht perfekt. Mein Ehe ist nicht perfekt. Manchmal ist alles so schrecklich unperfekt, dass ich mich klammheimlich davon schleichen möchte.

Ich hab vielleicht ein Problem damit. Aber Gott nicht. Er kommt mit all dem unperfekten und zu unzulänglichen klar. Gott kommt damit klar, dass ich jeden Tag Fehler mache. Er kommt auch damit klar, dass es jeden Tag die gleichen Fehler sind und sich manchmal nichts zu verbessern scheint. Er kommt damit klar, dass ich ab und zu heulend im Bad sitze. Für Gott ist es kein big deal, wenn meine Kinder nicht jeden Tag fünf Portionen Obst und Gemüse zu sich nehmen und dass ich ab und zu und manchmal öfter den Fernseher als Babysitter hernehme.

Das alles ist unwichtig. Es kommt auf mein Herz an. Bleibt es weich für Jesus? Komme ich immer wieder zu ihm? Oder wende ich mich ab, verbittert und voller Scham? Lege ich Jesus immer wieder neu meine Fehler hin und danke ihm für den Neuanfang, den er immer wieder schenkt? Bleibe ich an Jesus dran, egal wie rau der Alltagswind mir ins Gesicht bläst?

Mein Gott sieht mich in meine kläglichen Versuchen, meinen Alltag gut zu managen, für meine Kinder da zu sein, Zeit mit Gott in meinen Tagesablauf einzubauen. Er sieht mich und er ist nicht erschrocken oder irritiert. Er sieht mich und liebt mich. So wie ich bin. Ich unperfekte Mama und Bloggerin. Ich verlorene und wieder gefundene Tochter. Ich geliebtes Königskind.

In all meinem täglichen Alltagsschmerz darf ich Liebe finden. Alltagsliebe. Weil er mich zuerst geliebt hat.

 

Gott im Alltag erleben

Vergangenes Wochenende hat bei uns in Augsburg ein ‚Marsch gegen Menschenhandel‘ stattgefunden. Dieses Thema – besonders das der Zwangsprostitution – liegt meinem Mann und mir sehr auf dem Herzen und wir wollten unbedingt bei dieser Demo dabeisein. Eine Freundin, die drei Kinder hat, wollte auch mitgehen – hatte aber an dem Wochenende kein Auto. Wir hatten ausgemacht, dass sie unseren Zweitwagen bekommt und wir mit dem Firmenwagen meines Mannes fahren. Der war in der Werkstatt und sollte bis Freitag fertig sein. Am Freitag rief die Werkstatt an, der Wagen wird erst am Montag bereit sein und ein Ersatzwagen haben sie leider nicht. Meine erste Reaktion war: wir werden bei diesem Marsch dabei sein, egal wie. Der Teufel darf uns da keine Steine in den Weg legen. Mein Mann und ich versuchten eine Lösung zu finden und ich rief unsere Freundin an und hinterließ eine Nachricht, dass wir ein Problem haben zwecks Auto. Die einzige Alternative, die uns einfiel war ein Auto zu mieten – weil wir zu sechst in unseren Zweitwagen nicht reinpassen und wir unsere Freundin auch nicht hängen lassen wollten. Aber 90 Euro für nur einen Tag? Also überlegten wir mit den Öffentlichen nach Augsburg reinzufahren – aber es wäre umständlich und ein großer Aufwand gewesen mit den Kindern und einem Baby. Lange Rede, kurzer Sinn: ich verlor mich komplett in meiner Wut auf die Werkstatt und in meinem Frust, dass unsere Pläne so durcheinandergewirbelt wurden. Am Abend rief unsere Freundin an und meinte sie hätte unsere Nachricht abgehört. Gleich nach uns hinterließ eine andere Familie eine Nachricht mit dem Angebot, dass sie deren 7Sitzer haben könnte, weil sie doch am Wochenende ohne Auto sei. Die ganze Zeit war unser Problem bereits gelöst – ich wusste das nur nicht. Und anstatt Gott zu vertrauen, war ich missmutig und sauer. Es hat mich tief berührt zu erfahren, dass Gott schon längst Hilfe gesandt hatte, während ich wie ein trotziges Kind geschmollt habe.

Heute habe ich Gott wieder deutlich erfahren: Montags hole ich immer unsere große Tochter an der Schule ab. Als ich losfahren will, habe ich gemerkt, dass der Autoschlüssel nicht am Bund hing (ja, wir haben es zur Zeit mit den Autos…). Ich rief meinen Mann an und der erinnerte sich plötzlich, dass er vor ein paar Tagen den Autoschlüssel gebraucht hat und vergessen hat, ihn mir an den Bund zurückzutun. Ich machte mir große Sorgen um unsere Tochter, sah sie vor meinem inneren Auge alleine an der Schule stehen und auf mich warten. Womöglich weinte sie! Ich versuchte eine andere Mutter anzurufen, ob sie Joela mitnehmen könnte, aber da ging nur der Anrufbeantworter ran. Eine halbe Stunde nach Schulschluss war immer noch keine Joela in Sicht. Ich fragte andere Kinder, die zur gleichen Zeit Schulschluss hatten, ob sie Joela gesehen haben, aber sie verneinten. Langsam aber sicher wurde ich unruhig und ich beschloss mit den anderen drei Joela zu Fuß zu suchen. Und da fuhr das Auto einer anderen Mutter vor und Joela stieg aus! Sie erzählte mir, dass der Bus, der sie von der Turnhalle zurück zur Schule fährt (sie hatte die letzten zwei Stunden Sport) eine viertel Stunde Verspätung hatte. So kam sie wesentlich später an der Schule an, hatte mich gar nicht mehr dort erwartet und wurde gleich von der Mutter ihrer Schulkameradin mitgenommen. Gott hat wunderbar für sie gesorgt.

Wie hast du schon Gott im Alltag erlebt?

Im Verborgenen

Gestern hab ich für Lilli einen Apfel aufgeschnitten. Ich konnte kaum glauben, wie schön der Apfel innen geformt war – das Kerngehäuse sah aus wie ein Stern. Ich hab das sofort Lilli gezeigt und sie war auch tief beeindruckt. Soviel Schönheit im Verborgenen!

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Das ist doch auch wieder typisch Gott, oder? So verschwenderisch mit seiner Schöpferkraft umzugehen. Eine wunderschöne Sternform in einen Apfel zu legen, der doch sowieso nur zerschnippelt oder im Ganzen gegessen wird. Wieviele Äpfel hab ich in meinem Leben schon gegessen und zerschnitten und erst jetzt ist mir dieses kleine Wunder zu Gesicht gekommen?
Gott liebt das Verborgene, das auf den ersten Blick Unscheinbare. Gott ist unser ‚Vater, der in das Verborgene sieht.‘ (Matthäus 6,4) Er hält uns z.B. dazu an bestimmte Dinge im Verborgenen zu tun – das Spenden, Fasten und Beten. ‚Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.‘ (Matthäus 6,6)

Unser Gott braucht kein großes Tamtam, er offenbart sich im leisen Windhauch.
Er kann auch anders. Man denke nur an das geteilte rote Meer, an das Feuer, das vom Himmel fiel, gewonnene Schlachten, die gefallenen Mauern von Jericho und wenn Jesus einmal wiederkommt, wird das so riesig und imposant sein, dass die ganze Welt es mitbekommt. Und doch war sein erstes Kommen in diese Welt unscheinbar und verborgen.

Viel von Gottes Wirken passiert im Verborgenen und wir laufen oft Gefahr es zu verpassen. Wir sind zu ungeduldig. Doch es lohnt sich, Gott im Verborgenen zu suchen und uns selber ins Verborgene zurückzuziehen. Wir werden Wunder entdecken, die wir andernfalls verpasst hätten.

Loslassen

Letztes Wochenende haben drei Freundinnen und ich eine Ferienwohnung gemietet und den ganzen Samstag hergenommen, um vor Gott still zu sein. Ich hatte im Kopf eine lange Gebetsliste, hatte Bücher dabei und wollte über der ein oder anderen Bibelstelle meditieren. Als ich dann Samstag morgen aufwachte fühlte ich mich mit meiner to-do-Liste überfordert.
Da war mir so, als würde Gott mir zusprechen: ‚Mensch, Inka! Relax doch einfach mal!‘ Und das habe ich dann auch ausgiebig gemacht: die Seele baumeln lassen, viel geschlafen und in alldem hab ich mich von Gott so geliebt und getragen gefühlt. Als ich mich vormittags hingelegt habe, war es draußen noch neblig und trüb und als ich später aufwachte schien die Sonne. Gott kann Situationen ohne mein Zutun verändern…ich muss mich nicht immer reinstressen, mir selber Druck machen…ich darf loslassen.
Gottes Licht kann mein Leben erhellen und ich darf einfach empfangen.

‚Denn so spricht der Herr, der Heilige Israels: Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden. Durch Stillsein und Vertrauen könntet ihr stark sein.‘ Jesaja 30,15

‚Sei ruhig in der Gegenwart des Herrn und warte, bis er eingreift.‘ Psalm 37,7