Ein Weihnachtsgedicht

Unsere 9jährige Tochter durfte sich ein Gedicht für die Weihnachtsfeier in ihrer Schule raussuchen. Irgendwie fanden wir keines, das ihr gefiel und so hab ich eines für sie geschrieben, das ihr auch zusagte und das sie nächste Woche in ihrer Klasse aufsagen wird.

Das hat mich so gefreut und deshalb möchte ich es auch mit euch teilen. Ich wünsche euch noch eine wunderschöne Adventswoche. Lasst euer Herz ganz fest verankert sein in dem Wissen, dass Jesus für dich kam.

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Weihnachtswunder

Weihnachtshoffnung, still versteckt
inmitten allen Glanzes
öffnet sich das Herz ganz sacht
und hofft auf heiles Ganzes.

Weihnachtsfreude, übersprudelnd
leuchtend hell und warm.
Das Herz tanzt bunte Freudenkreise,
es flieht der kalte Harm.

Weihnachtsschmerz, leise Tränen
fließen einsam vor sich hin.
Für manche pocht das Herz verlassen
und das Fest macht keinen Sinn.

Weihnachtswunder, Neuanfang.
trotz Trauer: Frieden, helles Licht,
es staunt groß mein kleines Herz:
Jesus kam für mich.

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Liebevolle Erinnerung

Da berührt Gott mein Herz so tief und ein paar Wochen später habe es schon wieder vergessen…Den Kopf voller to-do’s, das Herz voller Fragen. Der Alltag schafft es immer wieder, mich in meine Knie zu zwingen und lässt mich vergessen, welch großer Segen am Wegesrand zu finden ist. Und so brauche ich Gottes liebevolle Erinnerungen. Es ist ja kaum zu fassen, dass er nicht die Geduld mit mir verliert. Ein Gedächtnis wie ein Sieb hab ich, wenn es um seine Wunder und Wohltaten geht, die er an mir getan hat.

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Vor ein paar Tagen habe ich ein Buch aus dem Regal gezogen, dass ich schon eine kleine Ewigkeit nicht mehr gelesen habe. ‚Poesie für jeden Tag‘ heißt es und ist so romantisch, wie der Titel verspricht. Ich liebe Gedichte, habe sie schon immer geliebt und auch selbst geschrieben. Seit unser viertes Kind auf der Welt ist, war mein Leben zu hektisch, ich chronisch übermüdet, so dass ‚Poesie‘ kaum Platz fand zwischen Windeleimer und Milchreistöpfen. Und vor ein paar Tagen eben, war mein Impuls es sei höchste Zeit mal wieder für ein bißchen Bildung für meine Seele. Ein paar schöne, kunstvolle Sätze, wie ich sie nie verwende, wenn ich mit meinen Kindern diskutiere, wer mit Tischdecken dran ist. Ein bißchen Träumen und Schwelgen in meiner kleinen Welt, die auf der einen Seite so übersichtlich begrenzt ist und doch so viel Chaos bergen kann.

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Ich öffnete das Buch, blätterte, bis ich das richtige Datum fand und las das Gedicht für diesen Tag. Und Gott sprach in mein Herz, wieder einmal:

‚Herz, mein Herz, sei nicht beklommen
Und ertrage dein Geschick,
Neuer Frühling gibt zurück,
Was der Winter dir genommen

Und wie viel ist Dir geblieben!
Und wie schön ist noch die Welt!
Und, mein Herz, was Dir gefällt,
Alles, alles darfst Du lieben!‘

(Heinrich Heine)

Mit Tränen in den Augen dachte ich an jenen eiskalten Tag im Park, wo Gott mir auch schon den Frühling für meine Seele verheißen hat. Und nun erinnerte er mich liebevoll durch ein altes Gedicht an seine Verheißung, als ich gerade dabei war, zu vergessen und zu verzweifeln.

Nur Mut, mein Herz. Und Mut für Dein Herz, liebe Mama! Lass dich heute liebevoll von Gott an verborgene, verschüttete Versprechen erinnern. Der Herr sieht Dich und geht seinen Weg mit Dir. Vielleicht gefällt Dir die ein oder andere Abzweigung nicht. Vielleicht gehst Du einen einsamen Weg, vielleicht musst Du gerade durch einen dunklen Wald und Angst will sich breit machen in Dir. Vielleicht geht es schon lange steil bergauf und Du denkst, Du schaffst keinen weiteren Schritt.

Lass Dich heute ermutigen und erinnern. Der Herr ist mit Dir.

Am Anfang dieser Woche

jesus
am anfang dieser woche
weiß ich um meine schwachheit
und jede stunde
erscheint mir wie ein unüberwindbarer berg

lass mich erfahren
wie du meine kraftlosigkeit
in kraft verwandelst
meine trauer in freude
meine enttäuschung in neue perspektiven

jesus
am anfang dieser woche
bin ich nicht allein
danke für deine hand
die mich hält
für deine liebe
die mich trägt
ich bin nicht allein
mehr brauche ich nicht zu wissen
am anfang dieser woche

Herbstspaziergang

das herbstlaub
breitet sich vor mir aus
wie ein
rotbunter teppich

das warme sonnenlicht
fällt durch die zweige
ein fingerzeig gottes
auf meinem weg

die blätter rascheln
der wind schüttelt weitere ab
und sie fallen auf mich
wie gold vom himmel

umgeben von so viel vergänglicher schönheit
füllt sich mein herz
mit sehnsucht und vorfreude
auf das danach

gestern auf dem weihnachtsmarkt…

kein durchkommen mit dem kinderwagen

auf dem weihnachtsmarkt
endlich sind wir
auf umwegen
an der krippe angelangt

es ist kein ärmlicher stall
sondern eine bayerische bauernkate
plastikfiguren mit dauerlächeln und dirndel
schauen auf das
baby in der krippe
goldtuch und lichterkette
sollen hinweisen auf das
halleluja der engel
und doch baumelt da von der decke nur
ein dicker cherubim

wo ist das wunder geblieben
das geschah
als der könig der könige
sich aufmachte als diener
in unsere welt
wo ist die freude der hirten geblieben
die als erste das ungeheuerliche
erahnten

die menschen lassen sich weiterschieben
im weihnachtsmarktgetümmel
weg von der krippe
weiter auf der suche

zeit haben

du hast alle zeit der welt
lässt dich nie aus der ruhe bringen
hast deinen ganz eigenen rhythmus

wenn wir alle schon längst fertig sind
mit dem frühstück
beißt du gerade das erste mal
von deinem nutella-brot ab

du verpaßt kein straßenrandwunder
immer wieder hälst du inne
keine noch so kleine raupe
und kein käfer
entgeht deinem blick

und ich?
ich drängle und drohe
trommle mit den fingern ungeduldig auf den tisch
ich mahne, rufe, schimpfe
und schieb dich an
der zeitdruck meiner welt
raubt dir das wunder der deinen

ich will lernen
langsamer zu werden
mich ein wenig mehr
deinem tempo anzupassen
rücksicht will ich nehmen

wenn der sekundenzeiger gnadenlos tickt
und du seelenruhig und unbeeindruckt
deiner inneren uhr folgst
dann will ich drei mal tief durchatmen
und ein stück
neben dir hergehen

Foto: Inka