Eiszeit

Auf meinem Weg durch den Park. Die Luft ist eiskalt. Ich ziehe den Schal hoch, richte den Blick auf den Boden. Schnell gehe ich vorwärts.

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Wie oft gehe ich so durch das Leben? Gehetzt von den Umständen, kein Blick für meine Umgebung, den Elementen des Lebens scheinbar schutzlos ausgeliefert.

Als ich zitternd vor Kälte und mit einem bangen Herzen meinen Weg fortsetzte, hatte ich mit einem Mal den Eindruck das Lachen Gottes zu hören. Ein herzliches, offenes, liebevolles Lachen. Mit einem Mal brach die Sonne zu mir durch, ich hob meinen Blick und wollte dieses Lachen festhalten, mich in diesem Lachen bergen, es nie mehr vergessen. Dieses Lachen veränderte plötzlich meine Perspektive – um mich herum war noch tiefster Winter, aber ich hörte die ersten Vögel zaghaft zwitschern. Ich spürte, wie die Natur – scheinbar tot -um mich herum brodelte; ich sah förmlich, wie die Äste an den Bäumen intensiv arbeiteten, dass bald die ersten Knospen kommen können. Es war, als würde Gott in mein Herz sprechen:

Meine geliebte Tochter! Du siehst nur Winter, spürst nur Eiseskälte. Du ahnst nicht, welch großartige Dinge, ich für dich vorbereitet habe. Siehst du es nicht, erkennst du es nicht? Bald grünt und blüht dein Leben! Was noch grau und gefroren ist, wird fruchtbare Erde, was noch leblos auf die Sonne wartet, wird vor Leben strotzen. Warte nur ab, meine Tochter. Meine Worte sind wahr und meine Hoffnung real. Lass den Winter nur sein Werk tun, ich tue das meine in der Verborgenheit. Und das Verborgene wird triumphieren! 

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Ich war so tief bewegt über diese Gottesbegegnung in diesem menschenleeren Park. Wie konkret und oft so unerwartet der Herr doch in unser ängstliches Herz sprechen kann…Tiefer Frieden erfüllte mich und ein paar Schritte weiter entdeckte einen Baum, der tatsächlich schon die ersten Knospen trug. Ganz klein, ganz zaghaft. Als ich ein kleines Ästchen abbrach, war das Innere grün und saftig. Und das bei Eis und Schnee und Minusgraden…

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Seit ein paar Tagen nun trage ich diese Worte mit mir herum und bewege sie in meinem Herzen. Und ich glaube, dass der Herr nicht nur zu mir gesprochen hat, sondern dass diese Botschaft auch für dein Herz gilt. Egal in welcher Lebenssituation du dich befindest – der Winter wird weichen und der Frühling wird dein Leben bunt machen. Gib nicht auf, du Königstochter, sondern halte dich nah an Jesus, der dich durch die Eiszeit deiner Seele trägt. Der dir Sonne und Wärme spendet, wenn alles um dich herum kalt und klamm ist.

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Nimm dir ein wenig Zeit und versuche das Lachen Gottes zu hören! Er thront über den Schwierigkeiten unseres Lebens und verliert nie den Mut. Sein Lachen zeigt mir, dass er das gute Ende sieht, dass er um den Sieg weiß.

Winter, tu nur was du kannst! Du machst mir keine Angst. Mein Gott ist ein Gott des Neuanfangs, der Hoffnung, des immer wiederkehrenden Frühlings.

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‚Steh auf meine Freundin, meine Schöne und komm! Denn der Winter ist vorüber, die Regenzeit ist vorbei und vergangen. Die Blumen beginnen zu blühen, die Zeit des Singens ist gekommen.‘ Hohelied 2, 10

‚Doch auf sein Wort hin schmilzt alles wieder. Er schickt seine Winde und das Eis taut.‘ Psalm 147, 18

‚Denkt nicht mehr daran, was war und grübelt nicht mehr über das Vergangene. Seht hin: ich mache etwas Neues; schon keimt es auf. Seht ihr es nicht? Ich bahne einen Weg durch die Wüste und lasse Flüsse in der Einöde entstehen.‘ Jesaja 43, 18-19

Alle Fotos: Inka Hammond

 

 

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Gott ist treu

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‚Er ist treu‘ habe ich mir vor ein paar Tagen auf die Tafel geschrieben, damit ich immer wieder daran erinnert werde, dass seine Treue mich durch trägt. Mein Jüngster hat das Kreide malen für sich entdeckt und schiebt sich nun immer einen Stuhl an die Tafel heran und kritzelt drauf los. Erst war ich verärgert, ich wollte doch dass das ‚Er ist treu‘ schön deutlich zu lesen ist. Aber als ich mir heute das neue Kunstwerk angesehen habe, dachte ich, besser kann mein Alltag, mein Leben nicht dargestellt werden. Da ist viel Chaos, viel Durcheinander, nicht alles läuft so wie geplant. Aber über allem thront das wunderschöne Versprechen: Er ist treu. Er steht über allem. Er ist unerschütterlich.

Ausblick

Ausblick 

Zuletzt
wirst du aufstehen
aus der Klage.
Verwehen
wird dein banges Fragen
wie ein Nichts.

Zuletzt
wirst du erkennen,
dass deine Grenzen
Brücken waren
auf dem Weg
zu ihm,
dass du niemals
tiefer umarmt warst
als im Leid.

Zuletzt
wird nur dies Eine bleiben:
das dankbar Gewahren,
dass alles gut war,
wie es war.

(Autor unbekannt)

In guten Händen

Unsere zweitälteste Tochter hat eine sogenannte ‚Sprachentwicklungsstörung‘. Selbst wir als Eltern tun uns manchmal schwer, sie richtig zu verstehen. Es gibt Tage, da haben wir das Gefühl, es geht voran, die Aussprache bessert sich und der Wortschatz vergrößert sich. Und dann – so wie gestern – steht meine Tochter vor mir und will mir etwas sagen und ich kann sie nicht verstehen. Ich wiederhole dann, was sie sagt und sehe, ob es vielleicht Sinn macht, wenn ich es ausspreche…aber oft wendet sie sich frustriert ab und ich habe das furchtbare Gefühl, in dem Moment keinen Zugang zu ihr zu haben. Wir sind jetzt schon fast ein halbes Jahr mit ihr in Behandlung. Sie hat lange Tests über sich ergehen lassen müssen und ein Termin steht sogar noch aus. Man hat bisher nichts gefunden und hat uns Mut gemacht, dass sie mit 6 Jahren aufgeholt hat und so wie andere Kinder sprechen kann. Und bis dahin? Ich habe Sorge, dass sie frustriert aufgibt Kontakt mit anderen Kindern zu schließen. Ich habe Sorge, dass sie sich minderwertig fühlt. Ich habe Sorge, dass sie sich abkapselt.

Gestern habe ich zu Gott gesagt: ‚Du hast sie so wie sie ist geschaffen. Mit ihrem Sprachproblem. Ich will glauben, dass du einen Plan mit ihr hast. Und dass sie ihren Platz in dieser Welt finden wird, weil du sie liebst.‘ Es hat gut getan meine Sorgen um die Zukunft meiner Tochter an Jesus abzugeben. Vielleicht ist sie zur Zeit in den Augen dieser Welt nicht erfolgreich. Vielleicht stehen ihre Chancen gerade nicht so gut, Freundschaften mit anderen Kindern zu schließen. Aber ihr Schöpfer denkt gute Gedanken über sie. Ihr Schöpfer liebt sie – so wie sie ist. Ich bin so dankbar, dass ich Jesus habe, mit dem ich über meine Sorgen reden kann. Dass er mich ernst nimmt und Experte ist. Er kennt meine Kinder besser,als ich. Er liebt sie mehr als ich. Und das gibt mir Hoffnung und Zuversicht. Meine Tochter ist in guten Händen.