Himmelwärts leben

In der vergangenen Woche hatte ich ein paar ordentliche Tiefpunkte. Diese Momente, wo alle Kinder gleichzeitig etwas von mir wollen, ich gerade versuche etwas zu erledigen, das Telefon klingelt und gleichzeitig jemand an der Haustüre steht. Manchmal kommt einfach alles zusammen und meine Reaktion ist dann immer dieser ‘Ich-muss-hier-weg’ Reflex. Ich distanziere mich dann, igel mich ein, laufe auf Sparflamme, werde unnahbar. Ich glaube jede Mama geht mit Momenten der Überforderung anders um, jeder hat da so eine Überlebensstrategie.

Wenn ich nicht aufpasse, werden meine ‘Einigelungsversuche’ ganz schnell zu einer Spirale nach unten. Mein Blick wird vernebelt, ich sehe nicht mehr klar, empfinde alles stressig und ‘zu viel’.  Das Problem bei mir ist: ich wende meinen Blick nach ‘innen’. Auf meine Probleme, meine Alltagsberge. Dabei sollte ich meinen Blick nach ‘oben’ wenden. Auf den Überwinder. Auf den, der meine Kraft ist. Auf Jesus.

Egal was deine Überlebensstrategie für das immer mal wiederkehrende Alltagschaos: ich gehe mal stark davon aus, dass dein Blick weg geht vom Durcheinander, irgendwo anders hin. Das ist ja eine natürliche Reaktion: ich halte etwas nicht aus, also wende ich meinen Blick ab. Die Frage ist wohin. Zur Schokolade? Zum nächsten Kaffeetrinken mit der besten Freundin? Zum Frauenmagazin? Zum nächsten Workout im Fitness Studio? Was ist dein Ventil, deine Überlebensstrategie?

Heute morgen in der Predigt hat unser Pastor ein schönes Zitat von C.S. Lewis weitergegeben:

‘Wer nach dem Himmel strebt, dem wird die Erde in den Schoß fallen. Wer nach der Erde strebt, dem gehen sowohl Himmel wie Erde verloren.’

Sinngemäß sagt die Bibel in Matthäus 6,33:

‘Wenn ihr für ihn lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird er euch jeden Tag geben, was ihr braucht.’

Für uns Mamas übersetzt heißt das: Setze Jesus in deinem Alltag an erster Stelle, dann wirst du alles bekommen, was du brauchst. Geduld in Stresssituationen, Weisheit in der Kindererziehung, Kreativität beim Kochen, Freude bei deinen Aufgaben. Der Blick muss nach oben gehen, ihr lieben Mamas! Nicht nach innen. Nicht sehnsüchtig zur nächsten wohlverdienten Auszeit hin. Der Blick muss zu Jesus gehen, immer, überall, beständig.

Das heißt natürlich nicht, dass wir nicht auf uns achten und uns keine Auszeiten schaffen dürfen. Aber das sind ja nur punktuelle Hilfen, die nicht allzu lange nachwirken. Für den andauernden Alltag brauchen wir den klaren, unverstellten Blick auf Jesus. Wir brauchen die innere Herzenshaltung, das wir alles für Ihn tun. Und dann WIRD uns alles zufallen, was wir brauchen. Das ist ein Versprechen, eine logische Konsequenz im Reich Gottes, wenn wir Jesus an erste Stelle setzen.

Wenn du mir ähnlich bist, dann kommst du oft an deine Grenzen und fragst dich regelmäßig, warum du all das eigentlich machst. Das ewige Windel wechseln und das Essen kochen, an dem sowieso jeder herummäkelt. Mama-sein ist ein harter Job, oft nicht gewürdigt, oft einsam, oft überfordernd. Du gibst viel und bekommst lange Zeit wenig zurück. Wenn du so empfindest, dann hast du zwei Möglichkeiten.
Möglichkeit Nr. 1: Richte deinen Blick auf alles, was dich so gut wie möglich von deinem Alltag ablenkt.
Möglichkeit Nr. 2: Richte deinen Blick auf Jesus.

Heute morgen habe ich einen Bibelvers im Gottesdienst bekommen:

Dann sagte Jesus: »Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken.
(Matth. 11,28)

Jesus hat meine Tiefpunkte vergangene Woche gesehen und er hat mich heute morgen so liebevoll daran erinnert, wo meine Kraftquellen liegen. Wenn ich beständig meinen Blick auf Ihn richte, meine Sorgen und meinen Frust bei Ihm ablade…dann wird mein Alltag gut werden. Dann werde ich die nötige Geduld haben, wenn es alles wieder zusammen kommt. Dann werde ich liebevoll sein können, zärtlich – dann wird Seine Liebe durch mich durchfließen können hin zu meiner Familie.

Das will ich dir mitgeben in die neue Woche: Lebe himmelwärts! Den Blick auf Jesus gerichtet. Ich bin mir sicher, alles wird dir leichter von der Hand gehen.

 

Gott im Alltag lieben

‘Ihr sollt den Herrn, euren Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit eurer ganzen Kraft lieben.’ 5. Mose 6, 5

Mich fordert das heraus. Was bedeutet das – Gott zu lieben? Wie kann ich ihn lieben? Was versteht Gott unter Liebe?

Es gibt bestimmt 1000 verschiedene Arten Gott Liebe zu zeigen. Und Er freut sich über jede einzelne Liebesbekundung. Ich glaube aber, dass es zwei Liebesbeweise gibt, die Gottes Herz besonders tief anrühren:
Das eine ist Anbetung.
Im Himmel ist Gott von immerwährendem Lobpreis umgeben. Die Engel hören nicht auf ‘Heilig,heilig, heilig!’ zu rufen. Wer vor dem Thron Gottes steht und Gott sieht, so wie er ist und überwältigt ist von seiner Gegenwart – der kann nicht anders, als anzubeten. Und Gott, der würdig ist, alles Lob zu empfangen, freut sich über Anbetung! Egal ob du singen kannst oder nicht – Anbetung aus deinem Mund ist wie ein wunderbarer Duft, der zu Gott aufsteigt.
Das zweite ist Zeit.
Zeit für Gott. Still zu Jesu Füßen sitzen. Ihn einfach anzusehen. Ihm zuzuhören. Alles soll zweitrangig sein in diesen Momenten. Ich liebe die Geschichte von Maria und Marta. In meinem Alltag bin ich wie Marta, die tut und werkelt und sich keine Pause gönnt, um sich zu Jesus zu setzen. Ich bewundere Maria, die die Arbeit Arbeit sein lässt und zu Jesu Füßen sitzt. Die erkannt hat, was wirklich Bedeutung hat. Jesus sagt zu Marta, als sie sich über ihre Schwester beschwert: ‘Meine liebe Marta! Du sorgst dich um so viele Kleinigkeiten! Im  Grunde ist doch nur eines wirklich wichtig. Maria hat erkannt, was das ist – und ich werde es ihr nicht nehmen.’ (Lukas 10,42)

Diese beide Arten Gott unsere Liebe zu zeigen fallen uns eher schwer. Wir Mamas können von Glück reden, wenn wir mal ungestört duschen oder zur Toilette gehen können – wie bitteschön sollen wir da noch Zeit für Gott einplanen? Und Anbetung; ernsthaft?!? Wenn ich umgeben bin von großen und kleinen Alltagskatastrophen und Terminstress, da will ich diese raren freien Minuten auf der Couch verbringen. Alleine. Ich persönlich empfinde es als riesengroße Herausforderung, meinen Alltag um Gott herum aufzubauen. Er soll das Zentrum sein. Aber wie kann das praktisch aussehen?

Mir fällt da ein Satz ein: ‘Ich ersetze meine ‘wieso, weshalb und warum’s’ mit ‘du bist”. Das ist Anbetung. Wenn ich aufhöre, Gott mein Leid zu klagen und mal damit pausiere meine Bitten und Beschwerden ihm aufzulisten und ihm statt dessen sage, wie Er ist, dann bete ich Ihn an! Dann bestätige ich das, was in Seinem Wort steht. Und dann werden plötzlich meine Probleme kleiner und farbloser, denn wenn ich sage: ‘Du bist mein guter Hirte!’ ‘Du bist mein Versorger!’ ‘Du bist der Gott, der mich nie fallen lässt!’ ‘Du hälst mich sicher an deiner rechten Hand!’ ‘Ich darf mich unter deinen Flügeln bergen.’, dann erkenne ich die Größe Gottes an und nicht die Größe meiner Probleme. Das heißt natürlich nicht, dass ich Gott nicht mein Leid klagen darf. Aber ich lerne gerade, dass es hilfreicher ist, Gott anzubeten, eben weil er meine Sorgen kennt. Und sich um mich kümmert. Er ist es wert angebetet zu werden, egal wie es mir geht. Das Erstaunliche ist, dass es mir selber besser geht, wenn ich einen Lebensstil der Anbetung führe. Ich gebe Gott meine Anbetung, aber am Ende, bin ich die Beschenkte. Mich erfüllt Freude und Frieden. Die Angst weicht, ich fühle mich geborgen. Ich bin mir in meinem Alltag mehr der Gegenwart Gottes bewusst.

Okay, Anbetung ist das eine – doch still zu Jesu Füßen sitzen?!  Ich gebe zu: das ist meine nicht enden wollende Baustelle: es fällt mir schwer, Zeit mit Jesus in meinen Alltag einzubauen. Ich denke, Jesus will uns da nichts aufbürden, uns keinen Stress machen. Maria saß zu Jesu Füßen, weil sie von ihm begeistert war, sie war von ihm eingenommen, sie konnte gar nicht anders. Da war kein Zwang – im Gegenteil, es hat sie kein bißchen gestört, dass sie nicht als gute Gastgeberin wahr genommen wurde und dass sie sich von ihrer Schwester Ärger einhandelte. Ich erfahre zur Zeit folgendes: je mehr ich Jesus anbete, also in meinen Alltag Anbetung integriere, desto mehr wächst in mir die Sehnsucht nah an Jesus dran zu sein. Das hat nichts mit einer Agenda zu tun, einer to-do-liste, ich glaube, der Heilige Geist bewirkt in mir diese Sehnsucht. Weil ich nur zu Jesu Füßen wirklich glücklich, wirklich erfüllt bin. Kein noch so erfolgreich abgeschlossenes Alltagsprojekt, kein noch so nettes Gespräch mit anderen Mamas, nichts erfüllt mich so tief, so vollkommen, wie die Zweisamkeit mit Jesus. Ich wünschte mir, ich wäre so mutig wie Maria und könnte Dinge einfach liegen lassen. Ich wünschte ich wäre im Glauben schon so reif und könnte vorausschauend Prioriäten setzen, so dass ich nur auf keinen Fall diese Zeit mit Jesus verpasse. Noch lasse ich mich zu leicht ablenken. Noch vergesse ich immer wieder den Wert dieser Begegnung mit meinem Erlöser. Aber ich merke, wie ich regelrecht in seine Gegenwart gezogen werde. Ich merke, wie in mir diese Begeisterung für Jesus wächst, die Maria gehabt haben muss. Diese Faszination. Dieses Staunen über Jesus. Davon will ich mehr!

Und ich träume von einer ganzen  Generation von Müttern, die so leben wie Maria. Die sich Jesus hingeben. Die Stunden ihrer wertvollen Alltagszeit Jesus schenken. Die verliebt sind in Jesus und die diese innere Freude, dieses Strahlen, das nur Gott schenken kann, an ihre Kinder, an ihre Familien weitergeben. Ich träume davon, dass Mamas anfangen ihre Kinder zu Jesus hinzulieben…dass die Kinder genauso eine große Sehnsucht nach ihrem Schöpfer bekommen, einfach weil ihre Mütter so hingegeben sind. In meinem letzten Post ‘Wenn es mal wieder schief läuft’ habe ich geschrieben, dass die Laune von Mamas automatisch die ganze Familie ansteckt – ob positiv oder negativ. Stellt euch vor: eure zu Liebe zu Jesus, die aus jeder Pore eures Seins herausströmt, diese Freude, dieser Frieden – das fließt zu eurem Mann und zu euren Kindern und von dort hinaus in die Welt! Was da alles Wundervolles passieren könnte! In unserem Herzen fängt es an!

Wenn wir also beginnen Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit ganzer Kraft lieben zu lernen, dann wird unsere Alltagswelt von Gottes Gegenwart durchdrungen. Dann ist nichts mehr unmöglich! Dann kommt der Himmel in unsere Familien.

Wenn es mal wieder schief läuft…

Vorgestern habe ich ein kleines Buch aus dem Bücherregal rausgekramt. ‘Loving the little years’ heißt es und als ich es das erste Mal vor einem oder zwei Jahren gelesen habe, hat es mich sehr bewegt.
Weil ich mal wieder eine ordentliche Ermutigung in Sachen Mama-sein nötig habe, liegt das Buch jetzt neben meinem Bett und ich lese mich Kapitel für Kapitel durch (schöne kurze, Mamagerechte Kapitel übrigens…die kann man mal schnell zwischendurch lesen!).

Ich möchte euch in den nächsten Wochen immer mal wieder einen Satz oder einen Gedanken aus diesem Buch weitergeben.

Unsere Weihnachtsferien waren nicht wirklich das, was ich mir etwa seit August erhofft hatte: eine gemütliche und harmonische Zeit. Mein Mann hatte zwei Wochen Urlaub. Ich sah mich auf der Couch sitzen, mit einer heißen Tasse Tee, in einem Buch schmökernd, während die Kinder stundenlang sich alleine mit ihren Weihnachtsgeschenken beschäftigen.

Der erste Tag unserer Weihnachtsferien begann damit, dass wir alle einen richtig schönen Magen-Darm-Virus bekamen. Ordentlich der Reihe nach, so dass wir zwar innerhalb 48 Stunden alle durch waren – aber wir waren auch alle völlig fertig. Zwei durchwachte Nächte, in denen man sämtliche Körperflüssigkeiten aufwischt und nachts um 3 die Waschmaschine anschmeißt –  wenn man selber eigentlich lieber neben der Toilette campieren würde, sind nicht wirklich erholsam. Und ich hatte mich doch so danach gesehnt: Erholung!

Als die Kinder dann wieder auf dem Damm waren und zum Frühstück Nutellabrötchen essen konnten, dachten mein Mann und ich unabhängig voneinander, dass es doch eine super Idee wäre, uns einen ordentlichen grippalen Infekt einzufangen. Also husteten und schnieften wir uns durch die erste Ferienwoche, gaben uns halbtot die ‘Fackel’ in die Hand – mal passte der eine auf die Kinder auf (die übrigens leider nicht stundenlang alleine mit ihren Geschenken spielten…), mal der andere.

Ich hab mir – ganz ehrlich – ein anderes Leben gewünscht. Eins, wo man mir heiße Zitrone ans Bett bringt, fragt, ob ich noch irgendetwas brauche, mir das Kissen aufschüttelt und die Bettdecke zurechtzupft.

In der zweiten Ferienwoche waren wir alle zwar mehr oder weniger gesund, aber ich war sauer. Mensch, jetzt hat man endlich mal zwei Wochen Ferien, Mann zu Hause und alles läuft schief. Ich war müde, k.o. und genervt, dass ich trotz Magen-Darm kein bißchen abgenommen habe. Ich quälte mich durch die Tage – und dann erinnerte mich jenes kleine Büchlein an etwas sehr Wichtiges: Meine Welt kann um mich herum zusammenfallen. Die Kinder können Magen-Darm haben so viel sie wollen, egal was ist – wenn meine Einstellung passt, kann kein noch so großer Alltagssturm mich umhauen.

Wie sollte aber meine Einstellung denn idealerweise aussehen?

Ich habe noch keine endgültige Antwort gefunden, aber ein paar Dinge habe ich in den vergangenen Jahren gelernt:

1. Ich bin nicht der Nabel der Welt. Es hilft ungemein, wenn ich als Mama mich nicht in den Vordergrund stelle und denke, meine Kinder sind meine persönlichen kleinen Butlers. Es ist doch genau anders herum: ich diene meinen Kindern. Ich diene meinem Mann. Das ist nicht einfach und kratzt an meinem Ego, aber es hilft, sich das ab und zu ins Gedächtnis zu rufen.

2. Das was ich tue, tue ich in erster Linie für Jesus. Es ist ein Dienst an meinem Erlöser. Das kratzt auch am Ego, ist oft nicht greifbar und für die allermeisten nicht nachvollziehbar, aber nur diese Tatsache gibt meinem alltäglichen Tun ewigen Sinn. Küche aufräumen und Krümel aufsaugen scheinen zwar auf den ersten Blick unwichtige Arbeiten zu sein, aber mit der richtigen Herzenseinstellung, sind das Schätze für die Ewigkeit. Jesus ehrt unsere Arbeit im Verborgenen und wenn wir Mamas unser Tun Ihm widmen, werden sie unendlich wertvoll. Und wie wiederum dürfen Wertschätzung erfahren.

3. ‘Im Alltäglichen das Wunderbare entdecken.’ Das Alltagsliebemotto! Ich muss nur meine Augen aufmachen: um mich herum ist hundertfacher Segen. Es macht soviel Freude mit einem offenen Herzen durch den Tag zu gehen und überall Gottes Liebesbeweise zu entdecken: der Sonnenstrahl, der durchs Fenster fällt. Die kleinen Babyhände. Die kindliche Umarmung. Das unbeschwerte Lachen. Es gibt so viel Schönes zu entdecken und dankbar dafür zu sein. Das wiederum bewirkt Freude und die Arbeit geht viel leichter von der Hand.

4. Verabschiede dich getrost von Perfektion. Spätestens, wenn dein erstes Kind dir einmal über dein T-Shirt gespuckt hat, im Cafe, vor deinen (kinderlosen) Freundinnen – wirst du es geahnt haben: es läuft nicht immer alles so, wie du es willst. Ich denke an die Magen-Darm Episode, daran, dass die Waschmaschine gerade nicht funktioniert, der Fußboden aussieht wie … ja, wie…ich finde keine Worte – OBWOHL ich gestern erst gesaugt habe, mein Kind einfach nicht begreift, dass man nach dem Klo gehen spült…Mama-sein und Perfektionismus, das ist so wie Sonnencreme auf nasse Haut auftragen. Es funktioniert einfach nicht. Je früher man sich das eingesteht, desto besser. Für alle.

Wenn ich mir diese 4 Punkte hernehme, sie verinnerliche, läuft der Laden wieder. Sobald ich anfange, mich selbst zu bemitleiden, mich in ein anderes Leben hineinzuträumen, geht alles bergab. Und komischerweise übernehmen alle Familienmitglieder meine Launen. Ich finde das unfair, aber das, was ich fühle, überträgt sich auf meine Kinder und meinen Mann. Ich kann mich nicht heimlich schlecht fühlen, aber genauso wenig funktioniert es, wenn ich mich ganz alleine für mich freuen möchte. Und das ist die gute Nachricht: meine Freude an meinem Leben, an meinem Alltag, an meinem Beruf Mama zu sein, sprudelt über und umgibt meine Familie, wie eine weiche, warme Decke. Da muss ich gar nicht viel tun – nur meine Einstellung muss eben passen.

Wir Mamas haben da eine große Verantwortung. Ich werde ihr selten gerecht, aber dank Jesus, komme ich Schritt für Schritt weiter. Oft muss ich mich entschuldigen und um Vergebung bitten, weil ich mal wieder meine schlechte Laune an jedem ausgelassen habe. Aber Jesus segnet diesen Weg und geht mir voran. Und auch wenn ich mich jede Sekunde neu entscheiden muss: ich will die Freude wählen. Ich will dankbar sein für dieses Leben, trotz vermasselter Weihnachtsferien.

Wieder da!

Meine lieben Alltagsliebe-Mamas! Mensch, ich hab euch vermisst. Danke für eure Emails, Facebookgrüße und alles an-mich-denken und für-mich-beten in den vergangenen Monaten. Ihr habt so einen großen Anteil an diesem Blog, an meinem Anliegen, dass wir füreinander einstehen und den Beruf ‘Mama-sein’ voller Hingabe leben – für Jesus!

Ein neues Jahr liegt vor uns – noch ganz rein, wie ein unbeschriebenes, weißes Blatt Papier. Ich freue mich auf ein weiteres Jahr voller Alltagsliebe. Lasst uns den Segen im Kleinen, im Alltäglichen suchen. Lasst uns ganz neu bewusst werden, wie großartig es ist, dass wir diese Kinder, die Gott uns anvertraut hat, erziehen dürfen. Dass wir für sie beten dürfen und dass sie eines Tages starke Männer und Frauen Gottes werden, die an andere Liebe weitergeben und das Evangelium predigen.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie oft ich zum Schreiben kommen werden…ich hoffe, oft. =) Lassen wir uns doch einfach mal überraschen, was Gott so vorbereitet hat in diesem neuen Jahr! Ich freu mich drauf.

Leere Hände

Es ist schon eine Weile her, seit ich mich das letzte Mal gemeldet habe. In meinem Kopf schwirren so viele Gedanken, die ich gerne niederschreiben würde – und dann ist da doch auch eine große Leere. Es fehlt mir an Kraft, an Zeit, an Kreativität, an Ruhe diese Gedanken in Worte zu fassen. Seit unser viertes Kind auf der Welt ist, empfinde ich das Leben als durchgehend anstrengend. Gott sei Dank gibt es schöne Tage und erholsame Momente zwischendurch – aber insgesamt bin ich an meinen Grenzen angekommen. Das fällt mir nicht leicht zuzugeben und ich wünschte  ich würde meinen Alltag mit links schaffen können. Doch unser Kleiner schläft noch immer nicht so gut, meine großen Töchter fordern mir viel ab, mein Mann ist in der Arbeit eingespannt – und ich stehe ein wenig hilflos inmitten von alldem. Ich hatte am Anfang des Jahres euch an meinem Traum teilhaben lassen. Irgendwie habe ich insgeheim gehofft, dass vielleicht schon dieses Jahr Türen aufgehen und sich Mütter, die Jesus lieben, zusammenfinden und eine Bewegung entstehen kann, die Mutterschaft feiert. Ich habe seitdem von vielen kleinen und großen Anfängen gehört und gelesen, die mich begeistern. Aber für mich persönlich gab es noch keinen Durchbruch…ich muss mir eingestehen, dass ich mit meinem eigenen Mama-sein viel zu beschäftigt bin, als dass ich mich einer Bewegung anschließen oder gar selber etwas starten könnte. Meinen Traum muss ich erstmal ruhen lassen. Das tut weh. Aber ich weiß auch, dass Gottes Zeitplan anders aussieht als meiner. Und dass Sein Zeitplan – im Gegensatz zu meinem – perfekt ist. Und jetzt zu etwas das mir sehr schwer fällt und das ich gedanklich unendlich oft in den letzten Wochen durchgegangen bin: Alltagsliebe werde ich ebenfalls ruhen lassen. Die Tränen laufen mir über das Gesicht, während ich das hier tippe – denn Alltagsliebe ist für mich schon lange viel mehr als ‘nur’ ein Blog. Alltagsliebe ist ein Fenster zu meiner Seele geworden. Oft habe ich hier ungeschminkt und ehrlich meine Sorgen und Zweifel. meine Erfolge und Niederlagen aufgeschrieben. Und Alltagsliebe erzählt von meiner Leidenschaft: die tiefe Bedeutung von Mutterschaft. Wie sehr Gott Mütter liebt. Wie wichtig hingegebene Mütter für unsere Gesellschaft sind. Wie unendlich kostbar die Opfer sind, die eine Mutter tagtäglich im Alltag bringt. Wie unersetzlich Mutterliebe ist. Und dass wir das heutzutage mehr denn je brauchen! Es ist schon lange nicht mehr modern, als Mutter sich ganz dem Haushalt und den Kindern zu verschreiben. Kein eigenes Einkommen zu haben. Keine Karriereleiter hinaufzuklettern. ‘Einfach nur’ Mama sein gibt es ja fast nicht mehr. (Und damit meine ich natürlich nicht, dass Mütter tatsächlich nichts anders tun dürfen, als Kinder erziehen und Klos putzen…aber so wenige sind noch bereit, für einige Jahre sich auf die ungesehen Alltagsarbeiten zu beschränken) Und doch ist gerade das eine der schönsten Berufungen im Reich Gottes und wir Mütter haben ein riesiges Wirkungsfeld. Die Liebe, die wir in unsere Kinder pflanzen, kann durch Gottes Gnade große Kreise ziehen. Ich weiß nicht, wann und ob Alltagsliebe wieder wachgeküsst wird. Ich wünsche es mir sehr – aber jetzt muss meine ganze Kraft und Energie in meine Familie fließen. Vielleicht ein paar Monate?! Vielleicht ein Jahr? Ich will auch hier auf Gottes Zeitplan vertrauen. Ich bin euch dankbar für euer Mitlesen, Mitleben. Für eure Kommentare, Erfahrungsberichte. Danke für eure Emails. Ihr seid mir sehr ans Herz gewachsen – dabei habe ich die meisten von euch noch nie persönlich getroffen. Das wär doch mal was: ein Alltagsliebe Freundestreffen! =) Oh weh – ich fange schon wieder das Träumen an…alles zu seiner Zeit! Alles zu seiner Zeit.

Alles

Mein Alltag ist ein Wirbelwind. Es bleibt nicht viel Zeit zum Nichtstun. Oder zum Bloggen. Das Leben fliegt im Eiltempo an mir vorbei. Meine große Tochter war über Pfingsten das erste Mal bei einem dreitägigen Pfingstcamp dabei. Als sie nach Hause kam, sah sie aus wie ein Teenager. Ich könnte schwören, ich habe dieses Kind erst gestern zur Welt gebracht. Auch mein Jüngster verändert sich ständig. In seinem Bett liegt jeden Morgen ein neues Kind. Und während meine Kinder mir das Gefühl geben, dass ich unaufhörlich alt werde, laufe ich trotzdem zu Höchstformen auf. Ich schwinge mich von der Dreckwäsche im Keller zum Aufräumen im ersten Stock und mache Boxenstopp in der Küche um mal eben das Mittagessen zu kochen. Ich klebe Pflaster auf blutende Knie, ich kämme lange, hoffnungslos verknotete Haare und nehme dabei gelassen in Kauf, dass meine Nachbarn denken könnten, wir schlachten gerade ein Ferkel. Ich schüttel kiloweise Sand aus Hosentaschen und suche (und finde gelegentlich) verlorene Schuhe, Brillen, Zahnspange und Kuscheltiere. Ich ermahne, lache, umarme, schimpfe, tröste und singe das selbe Gute Nacht Lied gefühlte 100 Mal. Pro Kind versteht sich.

Ehrlich: ich liebe mein Leben. Ich liebe es eine Mama zu sein. Es gibt für mich nichts schöneres. Es verlangt mir oft alles und mehr ab, aber ich gebe mich gerne hin für schlabbernde Babyküsse und Kleinkindumarmungen. Trotzdem hat dieses Wirbelwindleben auch seine Tücken. Freie Zeit z.B. ist Mangelware. Und Zeit mit Gott erst recht. Ich hab Augen im Hinterkopf, wie ich meinen Kindern gerne mal versichere (und sie glauben mir das auch – mir entgeht NICHTS!), aber meine Augen schauen selten gen Himmel. Ich lese zu wenig in Gottes Wort. Ich bete zu wenig, zu kurz, zu oberflächlich. Und weil mein Alltag so intensiv, so angefüllt mit Aktivitäten ist, vergesse ich oft, warum ich diesen Zirkus eigentlich manage. Ich vergesse, was der Grund für meine Existenz ist, das Ziel meiner Reise.

Vor ein paar Tagen habe ich ein Buch zu Ende gelesen, das mich innerlich sehr aufgewühlt hat. ‘Alles’ von Jennie Allen. Jennie beschreibt, wie Gott sie an einen Punkt gebracht hat, wo sie alles an ihn abgeben konnte. ‘Alles’ beinhaltet ihre Träume, Vorstellungen, Ängste, Sorgen, Hoffnungen. Sie und ihr Mann haben angefangen zu beten, dass sie nichts festhalten wollen, sondern bereit sein wollen, alles zu tun, was Gott von ihnen möchte. Sie wollen dorthin gehen, wo Gott sie hinführt.

So sehr ich mein Leben auch liebe und genieße – es geht hier nicht um mich. Ich bin nicht in erster Linie dazu geschaffen, das ich mir ein nettes, gemütliches Zuhause einrichte, Kinder großziehe und Geld für den Lebensabend beiseite lege. Meine Lebensziele sollten nicht irgendwelche Urlaubsziele oder ein größeres Auto sein. Ich bin dazu geschaffen, Gott anzubeten und seine Liebe und Herrlichkeit auf dieser Welt weiterzugeben. Das vergesse ich ständig. Spülmaschine einräumen fühlt sich nicht gerade ‘herrlich’ an und zum Kindergarten fahren hat nichts von einem Missionseinsatz an sich.

Jennie Allen, übrigens selbst Mutter von vier Kindern, sagt aber genau das: wenn wir unser ‘normales’, ‘langweiliges’, ‘monotones’, ‘abgesichertes’ Vorstadtfamilienleben in Gottes Hände legen und ihm sagen ‘Dein Wille geschehe, nicht länger meiner!’ – dann verwandelt er unsere Welt in eine bunte, farbenfrohe Achterbahnfahrt. Denn ganz ehrlich: tief in uns drin sehnen wir uns nach mehr, nach Abenteuer, nach Abwechslung. Wir fragen uns bei der 10. Durchfallwindel: ‘Und das soll jetzt mein Leben sein?’. Wir wollen MEHR vom Leben, weil Gott uns Leben in FÜLLE versprochen hat! ER selbst hat diese Sehnsucht in uns hineingelegt und nur ER kann sie erfüllen. Das heißt jetzt nicht, dass wir alle nun unsere Koffer packen und Missionare im tiefsten Dschungel werden sollen. Aber Jennie erzählt von wunderbaren Erlebnissen, wie Gott ihnen und vielen von ihren Freunden die Augen geöffnet hat für Möglichkeiten Gottes Reich vor ihren Haustüren zu bauen. Jennie und ihrem Mann hat Gott den Auftrag gegeben ein Kind zu adoptieren. Andere haben große Geldsummen für Menschen in Not gespendet. Und für einige hat dieses Gebet der Hingabe tatsächlich einen Umzug zur Folge gehabt…

Was macht Gott mit mir, wenn ich ihm wirklich die Kontrolle über mein Leben überlasse? Das ist eine spannende Frage…ich stelle sie mir gerade. Mein Mann und ich beten dieses Gebet. Es macht mich unsicher. Denn ich habe schon sehr klare Vorstellungen davon, was ich gut finde und was nicht. Aber ich will bereit sein loszulassen und ich will nichts von dem verpassen, was Gott für mich, für uns vorbereitet hat. Genau wie Jennie Allen will ich nicht im Himmel ankommen und feststellen müssen, dass ich aus Bequemlichkeit, aus Angst oder wegen falschen Prioritäten viel verpasst habe. Ich will mitnehmen was geht…ich will Leben in Fülle.

 

Ein Feld voller Blumen

‘Schön bist du meine Freundin, ja, du bist schön.’
Hoheslied 1,15

Ich liebe Mohnblumen. Wenn ich zwei oder drei am Straßenrand sehe, gerate ich in Entzücken. Eines meiner Lieblingsgemälde ist von Claude Monet mit dem Titel ‘Mohnfeld.’ Ich habe noch nie so viele Mohnblumen auf einem Fleck gesehen, wie auf diesem wunderschönen Bild. Ehrlich gesagt, dachte ich, sowas gibt es heutzutage gar nicht mehr…

Letzte Woche bin ich alleine auf einen langen Spaziergang gegangen. Ich bin recht flott gelaufen und habe die ganze Zeit laut zu Gott gebetet. Es war eine herrliche Zeit, mein Herz war voller Lob für Jesus. Ich habe mich so sehr an der Natur um mich herum gefreut, an dem plätscherndem Bach an dem ich entlang gelaufen bin…in allem habe ich den Schöpfer so deutlich sehen können und war erfüllt von großem Staunen. Nach einer ganzen Weile bin ich über eine kleine Brücke gegangen und mein Weg führte in ein kleines Waldstück. Nachdem ich so lange in der Sonne war, taten mir die schattenspendenden Bäume gut. Die Sonne malte helle Punkte auf den dunklen Boden, die Vögel sangen fröhlich ihre Lieder und in meinem Herzen lobte ich Gott.

Nach kurzer Zeit war der Waldweg zu Ende, ich ging um eine Kurve – und mir blieb fast der Atem stehen: vor mir in der hellen Frühsommersonne lag ein riesiges Mohnblumenfeld! Ich konnte es kaum fassen! Schier endlos sah ich die schönsten Mohnblumen stehen, in ihrem herrlichen tiefroten Kleid. Dazwischen unzählige Kornblumen…ich war sprachlos und spürte sofort, dass das ein Geschenk von Gott war an mich. Ich hörte sein liebevolles Flüstern in meinem Herzen:

Ein Blumenstrauß wäre zu wenig. Ich lasse für dich ein ganzes Feld voller Blumen wachsen. 

Ich konnte meinen Blick von den Blumen nicht abwenden. Es war einfach nur atemberaubend schön. Tränen stiegen mir in die Augen und ich fühlte mich so vollkommen, so unendlich geliebt.

img_0685.jpgIch teile dieses besondere Erlebnis mit euch, weil diese Botschaft nicht nur für mich gilt. Gott liebt auch DICH unendlich! Er lässt auch für dich die Blumen wachsen und die Blütenblätter rieseln. Er kreiert die schönsten Sonnenuntergänge für dich und malt einen Regenbogen an den dunklen Regenhimmel – für dich.

Wir Frauen haben eine Sehnsucht nach Schönheit – und nurJesus allein kann diese Sehnsucht stillen.

Ich wünsche dir in deinem Alltag Momente, wo du dich unendlich von Gott geliebt fühlen kannst. Bitte ihn darum, dir auf ganz individuelle Weise zu begegnen. Du wirst erstaunt sein, wie liebevoll und zärtlich und so kreativ unser himmlischer Vater dein Gebet beantworten wird.

Adoption

Ich habe mir lange keine Gedanken über Adoption gemacht. Ich hatte zwar schon immer großen Respekt vor allen Eltern, die ein Kind adoptierten – aber das war weit weg und nicht greifbar.

Bis jetzt.

Mein Schwager und seine Frau haben bereits vier Kinder. Die zwei Jüngsten sind 8 Jahre alt. Die Eltern hatten schon lange den Traum zu adoptieren, aber als sich damals Zwillinge angekündigt hatten, lag der Gedanke erstmal auf Eis. Dazu kam die finanzielle Situation – eine Adoption kostet viel Geld. Im vergangenem Jahr gingen dann Türen auf, das Thema Adoption war wieder aktuell und seitdem ging alles ganz schnell: innerhalb von 9 Monaten wurde eine Organisation gefunden, ein Land ausgesucht, Flugtickets gekauft und seit ein paar Wochen sind unsere Verwandten in der Ukraine. Sie wohnen in einer viel zu kleinen Wohnung und besuchen jeden Tag ein Waisenhaus. Dort verbringen sie Stunden in einem Spielzimmer und lernen ihr neues Familienmitglied kennen: ein 18 Monate alter Junge. Als wir die ersten Bilder von dem Jungen gesehen haben mit der Nachricht, das sei ihr neuer Sohn, haben wir uns so sehr mitgefreut. Irgendwie ist ein Adoptionsprozess mit einer Schwangerschaft vergleichbar: die langen Monate des Wartens mit vielen frustrierenden und frohen Momenten, die extreme Anspannung kurz vor dem Kennenlernen und dann die große Freude, wenn man sich das erste Mal sieht….Der kleine Junge, der nun ein Teil dieser Familie ist, hat in seinem kurzen Leben schon sehr viel durchgemacht: als Frühgeburt wurde er von seiner Mutter abgewiesen, als sie sein blau angelaufenes Gesicht sah. Er leidet unter einem Herzfehler und wurde schon mehrmals operiert. Obwohl er 18 Monate alt ist, hat er die Größe von einem 6 Monate alten Kind und kann auch noch nicht laufen. Er ist furchtbar blass und seine Augen sehen so leer aus. Es ist für mich total bewegend, dieses verlorene Kind in den Armen seiner neuen Eltern zu sehen. Ab nun wird in diesen kleinen Menschen investiert, er wird geliebt, er bekommt Geschwister, er wird von Jesus hören. Sein Leben ist gerettet, er wird medizinisch top versorgt werden und seine Seele wird mit Liebe gestreichelt werden. Ich freue mich darauf, zu beobachten wie er Kräfte tanken unddas Laufen und das Lächeln lernen wird.

Das Thema Adoption ist plötzlich ganz nah an meinem Herzen. Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn wir ein Kind adoptieren würden. Könnte ich es so lieben, wie meine eigenen? Wie würden wir umgehen, wenn sich Charaktereigenschaften zeigen, die nicht mit unserer Familie zusammenpassen? Wie kann ich ein Kind erziehen, das vielleicht im Mutterleib schon extreme Gefühle von Verlassensein erfahren hat? Wie würde sich unsere Familie verändern? Würde ich diese Veränderungen gerne zulassen?

Mein Mann hat es so treffend gesagt: ‘Adoption ist ein Akt der Liebe.’ Und Liebe investiert, auch wenn sie vielleicht nichts zurückbekommt. Liebe gibt, Liebe ist da, Liebe fragt nicht nach, Liebe opfert. Das muss ich als Mutter mir täglich und oft minütlich in den Sinn rufen – und das gilt wohl ganz besonders dann, wenn man ein Kind adoptiert. Es ist bestimmt ein Risiko, aber die Liebe erklärt sich dazu bereit, dieses Risiko einzugehen.

Ich bewundere meinen Schwager und meine Schwägerin, wie sie ohne Rücksicht auf Verluste diesen Weg gehen. Sie verzichten momentan auf allen erdenklichen Luxus um dieses Kind nach Hause zu holen. Sie scheuen keine Mühe um dem Jungen ein neues Leben zu bieten.

Ich sehe in alldem wunderschöne Parallelen zu dem, was Jesus für uns getan hat. Ich bin auch adoptiert. Adoptiert in die Familie Gottes. Jesus war kein Weg zu weit, nichts zu schwer und zu schmerzvoll, als dass er es nicht auf sich genommen hat um mich zu adoptieren und mir ein echtes, ewiges Zuhause zu geben. Ich denke, wer diese wunderbare Erlösung von Einsamkeit und Dunkelheit hin zu einem hellen und warmen und geborgenen Zuhause in Jesus erfahren hat, sollte einmal über Adoption nachdenken. Ob man nun tatsächlich selbst ein Kind adoptiert oder sich in irgendeiner Weise für die Waisen dieser Welt engagiert…ich bin mir sicher: das Thema Adoption liegt Gott sehr am Herzen.

 

Zum Muttertag

Gerade heute musste ich wieder daran denke, was für ein großer Segen es ist, eine Mama sein zu dürfen. Hier 10 Gründe, warum es eine sehr gute Entscheidung für mich war, Kinder zu bekommen:

1. Muttersein ist so ziemlich das aufregendste Abenteuer, die größte Herausforderung und die tiefgehendste Lebensschule, die man sich überhaupt vorstellen kann.

2. Wer eine Geburt überstanden hat, den haut so schnell nichts um.

3. Man kommt als Mama an seine Grenzen und geht darüber hinaus. Ich brauch nicht auf den Mount Everest zu steigen und muss nicht im Amazonas baden gehen. Wer wochenlang mit 4 Stunden Schlaf pro Nacht klar kommt und ohne mit der Wimper zu zucken Windeln mit herausforderndem Inhalt wechselt und mutig das vollgespuckte T-Shirt bis zum Abend anlässt, hat eine Tapferkeitsmedaille verdient.

4. Milchreis schmeckt einfach lecker und endlich hat man eine gute Ausrede, ihn jede Woche zu kochen. Und Spaghetti und Fischstäbchen. Und Pommes. Jam.

5. Auf dem Spielplatz nochmal Kind sein zu dürfen. Unbezahlbar! Hoch zu schaukeln, um die Wette Sandburgen bauen, Fangen spielen. Und (fast) keiner schaut dich schief an. Weil du ja die Mama bist, die sich ganz hervorragend um ihre Kinder kümmert. Herrlich!

6. Es zählt zu den wunderbarsten Gefühlen der Welt, wenn sich eine kleine Kinderhand an deiner festhält.

7. Der ganz besondere Moment, wenn dein Kind dein Lieblingsbuch mit einer ebenso großen Freude liest.

8. Geburtstagsparties. Mit Luftschlangen und Schokoladenkuchen. Das toppt jedes Geschäftsessen.

9. Kuscheln. Kuscheln. Kuscheln. Geborgenheit pur. Nicht nur für das Kind.

10. Ich kann über die herrlich komisch Sachen lachen, die meine Kinder manchmal so sagen. Neuestes Beispiel: Ich lese mit meiner Tochter in einem Buch über das Stinktier. Das Stinktier stinkt und vertreibt so seine Feinde. Da meint meine Tochter ganz ernst: ‘Ich mach das auch so. Ich furze immer, wenn mich jemand nervt.’

In diesem Sinne: ein Hoch auf den Muttertag und auf den großen Segen, das das Mamasein mit sich bringt.

Mein Lebensfilm

Letztes Wochenende war verregnet. Am Sonntag haben wir alte Familienvideos herausgekramt. Die erste Schwangerschaft. Das erste Mal Windeln wechseln. Der zweite Geburtstag von unserer zweiten Tochter. Der erste Geburtstagskuchen unserer dritten Tochter. Der Urlaub an der Nordsee. Die gefüllten Nikolausstiefel. Ich war regelrecht überwältigt von wunderschönen Erinnerungen! So vieles hatte ich schon vergessen und  in mir kam dieses wohltuende Gefühl hoch: unsere Familie ist super. Und ich bin eigentlich eine ganz tolle Mama.

Das hatte sich noch ganz anders angefühlt, als ich mit unserer Ältesten nur ein paar Stunden vorher eine Auseinandersetzung wegen ihres Outfits für den Tag hatte. Oder als ich schwer seufzend und innerlich nörgelnd mich daran machte, die Küche aufzuräumen. Oder als ich meinen Mann anschnauzte wegen…ich weiß gar nicht mehr weswegen. Wie sehr würde ich mir wünschen, mein Leben würde wirklich dieser selbst aufgenommenen Familienvideos gleichen. Immer happy, immer aufgeräumt, immer ausgeglichen.

Und jetzt ein herausfordernder, gewagter Gedanke: Gott ermöglicht mir genau das. Er kann es möglich machen, dass ich am Ende meines Lebens meinen Lebensfilm ansehen kann und nur staunen kann, wie schön, wie gut, wie herrlich alles war. Dazu muss ich zwei Dinge tun:

1. Wenn ich einen Fehler mache, wenn ich sündige, dann muss ich diese Sünde zu Jesus bringen und ihn um Verzeihung bitten. Wenn die Sünde eine Beziehung belastet, dann muss ich das bereinigen und um Vergebung bitten (das gilt übrigens auch im Bezug auf meine Kinder. Es ist eine sehr gute Schule der Demut, auf die Knie zu gehen und mein Kind um Vergebung  zu bitten, wenn ich ihm Unrecht getan habe…). Jesus verspricht unsere Sünden in die Tiefe des Meeres zu werfen. Und was da landet, bleibt in der Regel auch dort. Was vergeben ist, ist vergessen. Gelöscht vom Lebensvideo sozusagen!

2. Das Leben ist nicht immer fair. es passieren Dinge, die uns aus der Bahn werfen, die uns belasten und viele Zustände können wir nicht ändern. Was wir aber ändern, bzw. beeinflussen können ist unsere innere Einstellung. Wir haben immer die Wahl zwischen Bitterkeit und Dankbarkeit. Es ist ein unfaßbares Geheimnis, das Gott uns inmitten von Not und Traurigkeit Freude schenken kann. C.S. Lewis hat einmal gesagt: ‘Freude ist eine ernste himmlische Angelegenheit.’ Gott selbst IST Freude und wenn wir ihn in unsere zerbrochenen Herzen einladen, dann können wir uns innerlich freuen, egal wie die äußerlichen Umstände aussehen mögen. ‘In dir ist Freude in allem Leide…’ sagt ein alter Liedtext. Jesus kann es möglich machen, dass wir zutiefst zufriedene, dankbare und fröhliche Menschen werden, selbst wenn wir in diesem Leben mit Leid und Not und Enttäuschungen konfrontiert werden.

Jesus öffnet uns die Tür zu einem erfüllten Leben. Nicht erfüllt im weltlichen Sinne. Aber erfüllt von ewiger Freude, die uns nichts und niemand nehmen kann. Er hat Vergebung für all unsere Fehltritte bereit. Er kann uns weißer als Schnee waschen, wenn wir ihn nur lassen und unsere Sünde bereuen.

Wer hätte nicht gerne einen Lebensfilm, den man ansehen kann, ohne vor Schuld und Scham und Reue zu vergehen…Jesus kann das möglich machen! Ich möchte dir Mut machen jetzt und in diesem Moment mit Jesus zu reden und alles was dich belastet und beschwert an ihn abzugeben. Lade ihn ein in deinem Leben die Regie zu übernehmen. Bitte ihn um die Freude, die nie aufhört. Danke ihm für alles, was er für dich am Kreuz getan hat, als er für deine Schuld starb. Und preise ihn, dass er heute lebt und als König aller Könige regiert.

Ich bin so unendlich dankbar, dass ich Jesus kennen darf. Was wäre mein alltägliches Leben ohne ihn? Wie würde mein Lebensfilm aussehen ohne ihn? Es wäre ein Drama ohne Happy End…dank Jesus befinde ich mich in einem spannenden, romantischen Abenteuerfilm, der mit Sicherheit gut ausgehen wird.