Mut

Ich weiß nicht, wie es dir geht – aber ich brauche für meinen Alltag viel Mut. Ich brauche Mut für mein Mamasein. Oft wache ich früh auf und möchte mich wie eine kleine Maus verstecken. Zu groß sind oft die Anforderungen, die Herausforderungen, die Erwartungen. In letzter Zeit war ich oft mutlos. Das letzte Mal vor ca. 2 Stunden. Die Dreckwäscheberge, die wir als Souvenir von unserem Urlaub mit nach Hause gebracht haben, die noch nicht ausgeräumten Koffer, das große Fragezeichen in meinem Kopf, wenn ich darüber nachgedacht habe, was ich zu Mittag kochen soll. All das hat in mir Mutlosigkeit hervorgerufen. Wie soll ich es nur schaffen? 

Vor ein paar Wochen habe ich ein Lied entdeckt mit dem Titel: ‘You make me brave’. Du machst mich mutig. Und das ist auch schon die Antwort auf meine Frage. Nein, ich schaffe das alles nicht. Aus eigener Kraft – nie im Leben. Wenn es nach mir ginge, würde ich mich verkriechen, ich würde mutlos die Arme sinken lassen, ich würde bitter werden und mürrisch. Aber Jesus schenkt mir Mut. Er macht mich mutig. Für meinen Alltag. In all den Alltagsstürmen schenkt er mir Durchhaltevermögen, verleiht mir die nötige Kraft und meistens noch viel mehr. Ich weiß nicht, wie es Mamas ohne Jesus schaffen. Ich könnte es nicht. Das gebe ich ganz offen zu – ohne Jesus, nie im Leben! Ich wäre eine miserable Mutter, ohne Motivation. Da bin ich mir sicher. Vielleicht hätte ich meine guten Tage, aber die meisten wären eine Katastrophe. Weil ich mit jedem Tag den ich lebe mehr erkenne, wie abhängig ich von Jesus bin, wie verzweifelt ich ihn brauche. Ist das ein Armutszeugnis? Damit passe ich so gar nicht das neue Bild von der Karrierfrau, die neben Kinder und Haushalt noch den Job schafft. Ja, es ist wohl tatsächlich ein Armutszeugnis. Und in der Welt verlacht.
Es ist ein Geheimnis, das kein Mensch je vollständig begreifen kann: ich in Jesus, Jesus in mir. Er der Weinstock, ich die Rebe. Ohne ihn bin ich nichts und kann ich nichts. Nichts was Ewigkeitswert hat. Und gerade das gibt mir ironischerweise Mut. Meine Bankrotterklärung gibt mir Aufwind. Weil seine Kraft in mir lebendig wird, wenn nichts mehr geht. Weil seine Perspektive mir den Horizont erweitert, wo andere aufgeben. Weil Wäscheberge und motzige Kinder und Elternabende und Krümel am Boden plötzlich erträglich werden, wenn ich auf das Kreuz sehe. Jesus rückt mein chaotisches Alltagsleben gerade, er verleiht mir einen ewigen Blickwinkel, er schenkt meinem verzagten Mamaherz Mut.

 

Glitzerschuhe

‘Höre mich, Königstochter, und nimm dir zu Herzen, was ich sage: Vergiss dein Volk und deine ferne Heimat, denn dein königlicher Gemahl freut sich an deiner Schönheit. Verehre ihn, denn er ist dein Herr!’

Psalm 45, 11+12

Vor zwei Wochen war ich mit meiner dreijährigen Tochter Marit bei einem Kleiderflohmarkt. Gleich zu Anfang fielen ihr ein paar Glitzerschuhe ins Auge. Weil wir absolut keine Glitzerschuhe brauchen und ich eigentlich nur nach T-Shirts und ein paar Sommerkleidern Ausschau hielt, haben wir die Schuhe erstmal wieder zurückgestellt. Auf dem Weg zur Kasse holte Marit wieder diese Schuhe hervor und, ganz ehrlich, ich fand sie ja auch toll. Glitzer vorne und hinten und an der Seite! Das hat sogar mein Herz höher schlagen lassen. Und da hab ich Marit die Schuhe gekauft. Einfach so! Das muss auch mal sein.
Als Marit die Schuhe dann ganz stolz angezogen hat und sie mir und ihrem Papa und der halben Nachbarschaft präsentiert hat, musste ich mich daran erinnern, wie ich als kleines Mädchen eine Vorliebe für Schuhe mit Schnalle und kleinem Absatz hatte. Am besten noch Lackschuhe, die so schön glänzen. Wenn ich tatsächlich mal solche Schuhe bekommen hatte, bin ich stundenlang umhergegangen und hab dabei nur auf meine Füße geschaut. Ich habe es als Mädchen GELIEBT mich herauszuputzen, mich schön zu machen, schwingende Röcke anzuziehen.
Genau das beobachte ich auch bei meinen Töchtern. Die Frage: ‘Schaue ich schön aus?’ hören wir als Eltern oft und ich staune, wie alle meine Mädchen eine Vorliebe für Schönheit haben…sei es ein schöner Stoff, eine besonders schön gemusterte Blume, ein langes Kleid.
Gott hat das in uns Frauen hineingelegt: die Liebe zur Schönheit und vor allem die Sehnsucht nach Schönheit. Warum räumen wir wohl immer und immer wieder das Wohnzimmer auf? Warum kaufen wir Blumen für die Vase? Warum tragen wir Wimperntusche? Es ist unsere DNA. Wir lieben Schönheit. Wir sehnen uns nach Schönheit.
Ich bin in den letzten Tagen öfters über Marits Glitzerschuhe gestolpert (gedanklich, aber auch im wahrsten Sinne des Wortes, mit Aufräumen hat sie es nicht so…). Und ganz ehrlich: seit ich Mama bin, sind die Momente, wo ich in den Spiegel schaue und positiv überrascht bin, etwas rar gesät. Meistens trage ich spielplatzfreundliche Kleidung, zum Haare waschen reicht die Zeit morgens nicht immer, geschweige denn zum Schminken. Ich rieche nach saurer Milch und Fischstäbchen und mein 10 Monate alter Sohn benutzt mich gerne als Taschentuch. Innerlich träume ich oft von Glitzerschuhen und vielleicht einem Abendkleid. Von mit großer Sorgfalt aufgetragenem Make-up. Und dann wird weiter gewickelt und der Boden gesaugt und das Abendessen vorbereitet.
Nein, wie eine Königstochter fühle ich mich nicht gerade. Aber Gott sieht mich an, wie ich da mit meiner Schürze in der Küche stehe und besagte Fischstäbchen in der Pfanne wende und er erfreut sich an meiner Schönheit. Das ist unglaublich. Aber wahr. Gott sieht mich in meinem Alltagsstress und er findet mich schön. Er spricht Würde in mein Dasein, er spricht Sinn in das, was ich täglich tue.
Ja, ich sehne mich nach Schönheit und vergesse dabei oft, wer Schönheit überhaupt erfunden hat. Wer der Inbegriff von Schönheit ist. Wer mich schön gemacht hat, wer die Idee hatte, mir eine Vorliebe für duftende Blumen und Ohrringe  und Glitzerschuhe zu geben. Jesus, durch den die Welt geschaffen wurde, der sich Korallenriffe und Apfelblüten ausgedacht hat. Der den Himmel mit Sternen, die wie Juwelen funkeln, geschmückt hat und die atemberaubendsten Sonnentuntergänge kreiert. Jesus, der Schöpfer aller Schönheit, erfreut sich an meiner Schönheit. Und meine Sehnsucht nach Schönheit ist nichts anderes, als eine Sehnsucht nach ihm. Nach Jesus. Weil ER die Schönheit IST.
Das nächste Mal also, wenn du in deinem Alltag inne hälst und stirnrunzelnd das Chaos um dich herum betrachtest. Wenn du dann deinen Blick an dir heruntergleiten lässt und mindestens 10 verschiedene Flecken auf deiner Hose findest und dir dann an den Kopf greifst und deine Haare fühlst, die mal wieder einen ‘bad day’ haben – dann verzweifle nicht und sag nicht, dass du es nie auf die Reihe kriegen wirst und Glitzerschuhe definitv nicht mehr zu deinem Leben dazugehören. Nein, denke an Jesus und wie er sich an dir erfreut und dich schön findet. Denke daran, dass du eine Königstochter bist, ein Mensch mit unsagbarer Würde. Suche in deinem Alltag weiter nach Schönheit, suche weiter nach Jesus und lass dich von ihm finden. Und hör nicht auf, die Welt um dich herum schön zu machen. Das ist unsere Aufgabe als Frauen, als Mütter. Wir bringen Schönheit in diese Welt! Es sind die Glitzerschuhe in Größe 24, die Tulpen in der Vase, der gedeckte Tisch. Und alles fängt an mit einer Begegnung mit dem Erfinder von Schönheit…
‘Der Herr, dein starker Gott, der Retter, ist bei dir. Begeistert freut er sich an dir. Vor Liebe ist er sprachlos ergriffen und jauchzt doch mit lauten Jubelrufen über dich.’  Zefanja 3,17

Bastelidee – Stoffostereier

Meine große Tochter hat mir am Freitag ganz begeistert vom Werkenunterricht erzählt, wo sie Ostereier genäht haben. Heute hat sie mir beigebracht wie das geht und ich war so begeistert, dass ich diese Bastelidee gerne mit euch teilen möchte.

Du brauchst:

Stoffreste
Nadel und Faden
Watte

alltagsliebeosterei1Den Stoffrest legt ihr doppelt und zeichnet mit Hilfe einer Schablone ein Osterei auf. Das schneidet ihr dann aus und habt dann zwei Ostereier. Das fixiert ihr mit Stecknadeln aufeinander und näht es dann zusammen. Lasst am Ende ein paar Zentimeter frei und stopft ein wenig Watte in das Ei und näht dann komplett zu. Die Watte ein wenig verteilen und noch einen Anhänger ranknoten und fertig ist ein schönes Osterei!

alltagsliebeostereiViel Spaß beim Nachmachen!

 

Gebt den Kindern Zeit!

Heute früh hatten wir jenes Szenario, das wir jeden Morgen haben. Von Montag bis Freitag. Dieses Szenario heißt ‘Wir müssen bis halb 9 im Kindergarten sein’ und beinhaltet, dass mindestens ein Kind von mir ungeduldig die Treppe hoch oder runter gezogen werden muss und dass beim Frühstück keine Zeit bleibt. Es beinhaltet, dass das Zähneputzen ‘schnell, schnell’ gehen muss und beim Jacke anziehen irgendjemand der Geduldsfaden reißt. Diese eineinhalb Stunden zwischen 7 und halb 9 machen mich fertig und ich staune hinterher jedesmal, dass der Tag eigentlich noch gar nicht richtig angefangen hat. Wenn ich aus dem Kindergarten rauskomme, bin ich schweißgebadet und wünsch mir das Wochenende herbei.

Meine jüngste Tochter, dreieinhalb Jahre alt, HASST diese Rumtreiberei am frühen Morgen und will sich vor dem Frühstück eigentlich erstmal für eine halbe Stunde ins Spielzimmer verziehen. Aber nein, wir müssen uns anziehen und Haare kämmen! Sie ist auch nicht so der Frühstücksesser – am Wochenende so ab 10 wird mal so nebenbei eine halbe Semmel mit Nutella verdrückt, aber ohne großen Enthusiasmus. Irgendwie tut sie mir echt leid, wenn sie da vor ihrer Müslischüssel sitzt und mehr Milch danebenkleckert als in den Mund gelangt und damit natürlich ihre Kleidung einsaut. Was mich wiederum zur Weißglut bringt, weil wir KEINE ZEIT zum Umziehen haben.

Zu diesem Zeitpunkt ist meine Älteste (7 Jahre) schon längst außer Haus. 2. Klasse Grundschule. Sie wird so gegen 13 Uhr nach Hause kommen und um 14 Uhr werde ich sie dazu drängen müssen mit den Hausaufgaben anzufangen. Sie ist ein wirklich schlaues Mädel, meine Große, aber nach 5 Stunden Schule hat sie keine große Lust auch noch 1 1/2 Stunden Hausaufgaben zu erledigen. Was machen die eigentlich die ganze Zeit in der Schule, frage ich mich, dass die Lehrerin es für notwendig erachtet den gefühlten gesamten Unterrichtsstoff als Heimarbeit aufzugeben? Ist das schon der Gymnasiumdrill? Irgendwie werden wir uns durch die Aufgaben durchwurschteln und am Ende sind wir beide erledigt. Kopfrechnen war noch nie meine Stärke und das hab ich anscheinend weitervererbt. Um 16 Uhr waren wir gestern endlich fertig und Joela meinte in der letzten Zeit öfters sehr frustriert: ‘Ich hab keine Zeit mehr zum spielen!’ Und das ist wirklich so! Dieses zeitvergessene, in eine andere Welt abgetauchte Spielen – dafür hat sie keine Zeit mehr. Nach den Hausaufgaben geht es raus an die frische Luft, das ist auch wichtig, ja, aber ich wünschte ich würde meine Tochter öfter mit ihren Playmobilsachen hantieren sehen. 2. Klasse und keine Zeit mehr zum spielen. Das macht mich sprachlos.

Ich bin ja sowieso schon eher abgeneigt irgendwelche extra Termine für meine Kinder einzuplanen – der Gang zum Kieferorthopäden ist schon immer eine kleine Katastrophe (‘wir wollen aber spielen!!’). Wenn mich meine Kinder nach dem Mittagessen fragen, ob für den Nachmittag irgendetwas geplant ist und ich sage ‘Nichts!’, dann ist die Freude groß. Und ich glaube, das liegt daran, dass Kinder vor allem Zeit brauchen. Zeit zum spielen, Zeit zum nichtstun, Zeit zum draußen herumströmern, Zeit zum basteln, Zeit zum kuscheln mit Mama. Zeit, Zeit, Zeit. Für Kinder gibt es wohl nichts schlimmeres als zu irgendeinem Termin zu hasten, die genervte und gestresste Mama im Rücken, weil wir ja wie immer zu spät dran sind.

Ich bin immer am Überlegen, wie ich meinen Kindern im Alltag mehr Zeit geben kann! Ich hab z.B. gemerkt, dass das Küche aufräumen am Nachmittag ein großer Stressfaktor für uns alle ist. Ich will es erledigt haben, die Kinder brauchen aber alle nach dem Vormittag weg von zu Hause Aufmerksamkeit. Gut, jetzt bleibt die Küche eben bis zum Abend ein Sauhaufen – wenn das meinen Kindern Zeit gibt, soll mir das recht sein. Ich will mich auch nicht mehr in der Früh so stressen lassen, von wegen bis halb 9 im Kiga. Wenn man ein Baby hat, das gerne noch mal volle Kanne in die Windel reinmacht, wenn alle schon fertig angezogen sind, kann man sowieso mit Sicherheit davon ausgehen, dass wir zu spät kommen. Aber ist das so schlimm?  Wir sind zwar in der Regel mit die letzten, die im Kiga eintrudeln, aber wenn das bedeutet, dass ich 5 Minuten mit meiner Jüngsten kuscheln konnte und ich kein einziges Kind entnervt angefahren habe, dann soll mir das recht sein! Und warum nicht mal öfters ein langes Wochenende einlegen und den Vormittag im Schlafanzug verbringen? Gebt den Kindern Zeit…

Der Trend hält genau dagegen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was ein dreijähriges Kind durchmacht, wenn es jeden Morgen um halb 7 bei der KiTa abgeliefert wird und erst kurz vor Schluss irgendwann am späten Nachmittag abgeholt wird. Eine Arbeitskollegin meines Mannes lobte die Krippe, wo sie ihr Kind unterbringt, weil sie es auch nehmen, wenn es Fieber hat. Ganztagsschulen sind ja momentan auch groß im Kommen. Die Mamas haben keine Zeit mehr für ihre Kinder und die Kinder haben keine Zeit mehr zum Kindsein. Das ist ein schrecklicher Teufelskreis und ich will da nicht mitmachen.

Ich will meinen Kindern Zeit geben, sie so lange wie nötig von unnötigem Terminstress fernhalten. Nein, mein Kinder lernen noch keine Gitarre und gehen tatsächlich in kein Kinderturnen. Dafür klimpern sie schräg auf meinem Klavier herum und wir singen lustige Lieder dazu. Und der Kletterbaum vor unserem Haus ist ein wahres Kinderparadies! Meine Kinder sollen ihre Kindheit genießen dürfen. Das wünsche ich ihnen von ganzen Herzen.

Kräuterwunder

Vielleicht erinnert ihr euch an diesen Beitrag: Sorgenwellen. Da hab ich euch von der Schilddrüsenpunktion erzählt und wie die Zyste in meiner Schilddrüse arg eingeblutet ist und ich einen großen ‘Knubbel’ vorne am Hals hatte. Das sah nicht nur blöd aus, sondern war auch extrem unangenehm. Ständig hatte ich das Gefühl jemand würde mir auf den Kehlkopf drücken.

Ich war noch einmal bei einem Schilddrüsenexperten, der meinte, dass man da nicht viel machen kann und ich einfach damit leben muss. ‘Es gibt ja jetzt so schöne modische Tücher. Da können Sie das gut verstecken.’ Ich hab innerlich resigniert und nachdem ich das Ergebnis erhielt, dass der Knoten in der Schilddrüse gutartig ist, dachte ich: ‘Na ja, mit diesem Knubbel muss ich halt dann irgendwie auskommen. Wenigstens ist alles mit dieser Zyste okay.’

Eine liebe Freundin hat mir dann den Tipp gegeben, Kräuterumschläge zu machen. Weil ich keine Alternative hatte, hab ich mich darauf eingelassen. Um ehrlich zu sein: ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein paar unscheinbare Kräuter diesen großen Knoten in irgendeiner Weise bekämpfen sollen. Irgendwie kam mir das so vor wie David gegen Goliath.

Aber wie schon gesagt, ich hatte keine andere Behandlungsmöglichkeit und hab mir dann den ersten Wickel gemacht. Und der schlug ein wie eine Bombe. Es fühlte sich so an, als würde sich eine Schlinge um den Knoten legen und er würde herausgezogen werden. Ich hab den Wickel relativ schnell wieder abgemacht und hab etwas irritiert festgestellt, dass die Stelle am Hals ganz rot war und der Knoten ganz deutlich hervorstand. Ein Anruf bei meiner Freundin beruhigte mich: eine Erstverschlimmerung sei normal. Ich hab dann regelmäßig diesen Wickel um den Hals getragen und innerhalb von Tagen hat sich der Knoten sichtbar verkleinert.

Heute ist er kaum mehr sichtbar.

Ein paar Tage bevor meine Freundin mir all diese Kräuter gegeben hat, habe ich folgendes in der Bibel gelesen:

‘Ich will die Weisheit der Weisen vernichten und die Klugheit der Klugen verwerfen. … Obwohl die Welt von Weisheit durchdrungen ist, konnte sie ihn durch ihre Weisheit nicht finden. Gott hat eine Botschaft, die unsinnig erscheint, dazu benutzt, alle zu retten, die daran glauben. Wenn wir also Christus als den Gekreuzigten verkünden, sind die Juden entrüstet und die Griechen erklären es für Unsinn. Für die aber, die von Gott zur Erlösung berufen sind – Juden wie Nichtjuden – ist Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Der scheinbar absurde Plan Gottes ist immer noch viel weiser als der weiseste Plan der Menschen, und die Schwäche Gottes ist weitaus stärker als die Menschen sind. … Gott hat das auserwählt, was in den Augen der Welt gering ist, um so diejenigen zu beschämen, die sich selbst für weise halten. Er hat das Schwache erwählt, um das Starke zu erniedrigen. Er hat das erwählt, was von der Welt verachtet und gering geschätzt wird, und es eingesetzt, um das zunichtezumachen, was in der Welt wichtig ist, damit kein Mensch sich je vor Gott rühmen kann.’ 1. Korinther, 1 19, 21 und 23-29

Hier geht es zwar in erster Linie um Jesus und seinen Opfertod, aber da wird etwas betont, was Gottes Art zu sein scheint, Dinge in dieser Welt zu bewegen: er wählt das Geringe, das Unscheinbare, das Schwache, das von der Weisheit der Welt als Unsinn betitelte. Der Schilddrüsenexperte hat mir klipp und klar gesagt, gegen diesen Knoten kann man nicht viel machen (außer Hormone einnehmen und hoffen, dass sich der Knoten um ca. 40% verkleinert. Die Hormone hab ich aber überhaupt nicht vertragen…). Und dann nehme ich ein paar kleine Kräuter, die irgendwo versteckt vor sich hinwachsen, die übersehen und übergangen werden, die ich in meinem Garten mit größter Wahrscheinlichkeit als Unkraut weggeschmissen hätte – diese kleinen Pflanzen nehmen mir das Leiden. Gott hat das Schwache erwählt, um das Starke zu erniedrigen.

Und wenn man diesen Gedanken weiterdenkt, dann kann man das auf alle Lebensbereiche anwenden. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht: aber wenn ich Windeln wechsle, dann fühle ich mich nicht gerade so, als würde ich die Welt verändern. Oder wenn ich zum xten Mal am Abend das Spielzeug im Wohnzimmer einsammle. Ihr lieben Mamas, lasst euch nicht täuschen! Mit jedem kleinen Alltagshandgriff leistet ihr Arbeit, die in Gottes Reich Ewigkeitswert hat. Mit jeder liebevollen Umarmung rüstet ihr euer Kind dazu aus, einmal den Plan Gottes auszuführen .Es ist das Kleine, das Unscheinbare, das Gott wertschätzt und benutzt! Gott tickt anders als wir! Es ist nicht die Karriere, nicht der fette Betrag auf dem Konto, es nicht das schicke Auto, der tolle Jahresurlaub – es sind die KLEINEN ALLTAGSDINGE, die für Gott wichtig sind!

Es ist nicht auszudenken, was Gott im Unsichtbaren bewirken kann, wenn wir uns dieser Wahrheit ganz hingeben. Wenn wir diese Botschaft glauben, die in der Welt als Unsinn beschimpft wird. Gott geht einen Weg, der unserem menschlichem Denken fremd ist und sich sogar oft unangenehm anfühlt. Es geht gegen unsere menschliche Bequemlichkeit. Manchmal sogar gegen unsere Träume. Es ist nicht einfach, sich Jesus ganz hinzugeben und im Kleinen treu zu sein und immer wieder zu sagen: ‘Für dich, Herr.’

Aber dieses ‘Kräuterwunder’ hat mir etwas klar gemacht: für Gott zählen die kleinen Dinge. Es ist nicht immer das Große, Spektakuläre. Und wir Mamas wissen das nur zu gut! Es ist nicht glamourös, wenn man nach saurer Milch riecht, Dehnungsstreifen ohne Ende am Bauch hat und Augenringe bis zu den Kniekehlen. Es hat nicht wirklich den Hauch von tiefgreifendem Einfluss auf das Weltgeschehen, wenn wir zum 100. Mal ‘Oma und Frieder’ vorlesen und zum 200. Mal ‘Wer hat die schönsten Schäfchen’ singen. Wir schaffen es ja nicht mal unsere Tasse Kaffee am Nachmittag auszudrinken, wie bitteschön, tragen wir zum Aufbau des Reiches Gottes bei?!
Fragst du dich auch oft: WAS MACHE ICH HIER EIGENTLICH???

Die Antwort: Du trägst dazu bei, dass Jesus bald wiederkommen kann. Du veränderst diese Welt, weil du Liebe in deine Kinder pflanzt. Du hast ja keine Ahnung, wie sich die finsteren Mächte und Gewalten über dich ärgern, weil du gegen den Mainstream angehst. Weil du dich FÜR Familie und FÜR deine Kinder entscheidest. DAS ist das Reich Gottes! Du baust ein Fundament, so dass deine Kinder Geborgenheit erfahren und Jesus kennenlernen können.

Das Reich Gottes findet am Abendbrottisch statt. Beim Pausenbrot schmieren. Beim Popo-abputzen. Beim Pflaster aufkleben. Beim Gute-Nacht-Kuss geben.

Es ist das Kleine und Geringe. Ich habe meine Lektion gelernt: ich will es nicht mehr als gering achten.

Segenssucher

Seit ein paar Wochen schon trage ich den Titel dieses Beitrages in meinen Gedanken mit mir herum…Segenssucher…Um ehrlich zu sein: ich bin nicht besonders gut darin – im Segen suchen. Ich finde viel schneller und viel einfacher das Schwere. Das Unangenehme. Das Komplizierte. Ich will das ändern. Ich will ein Segenssucher werden. Ich will, dass mir im Alltag das Schöne auffällt. Das Wunderbare. Das Einzigartige. Ich will, dass meine Augen wie selbstverständlich ihren Blick auf den Segen richten!

Meine Segensschätze aus den vergangenen Tagen:

1. Das Gebrabbel meines Jüngsten und die Tatsache, dass er sich minutenlang mit den Drehfüßen von unserem Schreibtischstuhl unterhalten kann.
2. Marits sehr spezielle Version vom Pippi-Langstrumpf-Lied.
3. Meine neue Küchenmaschine.
4. Frühlingswetter im Februar.
5. Die ersten Schneeglöckchen.
6. Das super Zwischenzeugnis meiner Ältesten.
7. ‘Stille Post’ spielen und dass ich dabei so lachen musste, wie ein kleines Mädchen.
8. Die Losung, die an meinem Geburtstag vor 32 Jahren gezogen wurde und mir diese Woche wieder begegnet ist. Jesaja 54,10
9. Rosen am Valentinstag.
10. Am Spielplatz die Rutsche mit meinen Mädels herunterzurutschen.

Herr, deine Gnade ist so weit wie der Himmel und deine Treue reicht so weit, wie die Wolken ziehen. Deine Gerechtigkeit ist unerschütterlich wie die Berge und dein Urteil gründet tief wie das Meer. Herr, du sorgst für Menschen und Tiere gleichermaßen. Wie kostbar ist deine Gnade, Gott! Bei dir finden Menschen Schutz im Schatten deiner Flügel.  Du beschenkst sie aus deinem Überfluss. Du überschüttest sie mit Freude. Denn du bist die Quelle des Lebens und das Licht, durch das wir leben. 
Psalm 36, 6-10

Was sind deine Segensschätze?

Ehe und Familie war Gottes Idee…

Mich persönlich hat diese ganze Debatte rund um die Talkshow ‘Menschen bei Maischberger’ mit dem Thema Homosexualität auf dem Bildungsplan ziemlich mitgenommen (hier kannst du die Sendung nochmal ansehen). Ich war entsetzt mit wieviel Abscheu in den Diskussionen im Internet vor und nach der Sendung über christliche Werte und die klassische Familie hergezogen wurde. Nachdem ich in einem Thread einen sehr sachlichen Kommentar geschrieben habe, wo ich betont habe, dass man kein ‘Homohasser’ ist, nur weil man nicht möchte, dass Homosexualität unverhältnismäßig intensiv in den Schulen behandelt wird, wurde mir rechtsradikales Gedankengut und Dummheit vorgeworfen. Außerdem würde ich meine Kinder zu menschenverachtenden Wesen heranziehen. Klar wird im Internet ohne viel Nachdenken viel gesagt – aber ich glaube tatsächlich, dass diese Argumente den kommenden Zeitgeist widerspiegeln und wir immer mehr damit konfrontiert werden. Wir müssen als Christen klar Stellung beziehen und dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Nach dieser ganzen Aufregung hat mir nun dieser Predigtauszug von Peter Wenz zum Thema Ehe und Familie unheimlich gut getan! Hört euch das mal an – es sind auf alle Fälle 15 gut investierte Minuten. Ich wünsche euch eine gesegnete Nacht und einen wunderschönen Tag morgen!

Winterzeit

Wir waren heute im botanischen Garten. Bei schönstem Matsch- und Regenwetter. Nicht gerade verwunderlich also, dass wir fast die einzigen Besucher waren.
Über dem ganzen Park lag winterliche Ruhe. Nur ab und zu hörte man einen mutigen Vogel singen und den getauten Schnee von den Bäumen tropfen. Fast andächtig schob ich den Kinderwagen an den leeren Blumenbeeten vorbei. Überall ragten kleine, grüne Schildchen mit den lateinischen und deutschen Namen der sonst hier blühenden Pflanzen hervor. Wären die Schilder nicht gewesen hätte man meinen können, hier würde nie und nimmer etwas wachsen.

Im Winter scheint alles tot. Es scheint Stillstand zu herrschen. Endstation zu sein. Selbst die Kinder haben irgendwann keine Lust mehr zum Schlittenfahren und Schneemannbauen. Das weiß und grau und braun wird langweilig. Die Seele sehnt sich nach Sonne und Farben.

Heute, bei unserem Spaziergang durch den botanischen Garten, wurde ich wieder an das Geheimnis des Winters erinnert. Das was nach Stillstand aussieht, ist unter der Schneedecke Vorbereitung auf den Frühling. Die vermeintliche Endstation bereitet emsig den Weg in neues Land, neues Grün, neues Leben. Die Seele braucht das Eintönige, um das Farbige wieder in sich aufnehmen zu können. Der Winter hat seinen Sinn.

Ich durchlebe immer wieder Winterzeiten. Meine Kinder gehen durch Winterzeiten. In meinem Alltag frostet es immer wieder. Dann fühlt es sich so an, als würde die Zeit still stehen. Nichts geht voran. Alles scheint leblos und langweilig. Ich friere dann innerlich. Sehne mich nach Aufbruch. Nach neuem Land. Nach frischem Leben.

Kennst du solche Winterzeiten? Brennt in dir dann eine tiefe Sehnsucht nach Farbe, nach Wärme, nach Licht? Nach Veränderung?

Man braucht Geduld um solche Phasen des Lebens zu überstehen. Und man muss wissen: es geht zu Ende. Auch wenn alles um dich herum gerade trist und trüb ist und das Land brach zu liegen scheint…sei gewiss: unter der Oberfläche regt sich das Leben. Bald bricht das erste Grün durch den gefrorenen Boden.
Und dann ist der Frühling nicht mehr aufzuhalten. Das Leben kommt mit aller Macht!

‘Gott schickt Schnee wie weiße Wolle und streut auf den Boden Reif wie Asche aus. … Doch auf sein Wort hin schmilzt alles wieder. Er schickt seine Winde und das Eis taut.’ (Psalm 147, 16 + 18)

Dankbar

Ihr Lieben!

Ich war ganz bewegt über eure Rückmeldungen zu meinem letzten Beitrag ‘Sorgenwellen’. Danke für eure Gebete, eure Emails und all die kleinen Aufmerksamkeiten, die mich durch die letzten Tage getragen haben. Ich fühle mich so reich beschenkt!

Heute habe ich mit meiner Hausärztin telefonieren können und sie hatte die wunderbare Nachricht, das dieser Knoten in meiner Schilddrüse gutartig ist. Gott sei Dank!

Sorgenwellen

Wo fange ich an…?! Silvester. Einen Tag vor Silvester hat man bei mir in der Schilddrüse einen Knoten entdeckt. Sofort wurde ein Termin beim Radiologen ausgemacht zur Punktion, um festzustellen, ob es sich um gut- oder bösartiges Gewebe handelt. Einmal musste ich diesen Termin verschieben, weil unser Jüngster arges Fieber gekriegt hatte und Vorgestern sass ich dann in dieser Praxis und mir wurde plötzlich ganz mulmig zumute. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich es ganz gut geschafft, meine Sorgen und Gedanken über diesen Knoten bei Jesus abzulegen.

In diesem Wartezimmer aber fingen die Sorgen an zu wachsen. Der Arzt punktierte meine Schilddrüse und es tat weh, obwohl mir versichert worden ist, dass ich nur den Einstich spüren würde. Sorry, aber nochmal muss ich das nicht machen! Danach fingen sofort die Schmerzen an und diese Zyste ‘blutete ein’, wurde dick. Jetzt hab ich vorne am Hals so einen Knubbel. Kein schönes Gefühl. Zuhause dann rief ich nochmal in der Praxis an, um mich zu vergewissern, ob das auch normal sei, dass man so eine Schwellung bekommt und Schmerzen hat. So wie ich das immer verstanden hatte, sollte man nach einer Punktion überhaupt keine Schmerzen haben. Der Arzt brachte mir nicht gerade schonend bei, dass ich mich bitte sofort ins Krankenhaus begeben soll, wenn die Schmerzen nicht besser werden. Er warnte mich, dass mein Kreislauf jetzt ganz schnell kippen kann und ich auf keinen Fall alleine zu Hause sein darf. Na, super. Ehemann eineinhalb Stunden entfernt auf Arbeit. Keine Großeltern in der Nähe. Alle Freundinnen selber alleine zu Hause mit kleinen Kindern. Nachbarn nicht da.

Irgendwas passierte da in mir. Irgendwas krachte ein wie ein Kartenhaus. Irgendwie waren die Sorgen plötzlich meterhoch um mich aufgetürmt. Nachdem ich mit meinem Mann telefoniert hatte und er sich sofort auf den Weg machte, fing ich an mit Übelkeit zu kämpfen. Ich fand das eh schon eklig, dass mir da im Hals herumgestochert wurde und der Gedanke daran schnürte mir den Magen zu. Mein Kreislauf begann zu spinnen und ich hatte plötzlich riesige Angst, vor den Kindern umzukippen. Mit ganz viel Kraft versuchte ich mich zusammenzureißen. Als mein Mann dann da war wollte ich innerlich zur Ruhe kommen und abschalten. Aber das funktionierte nicht. Die Gedanken und Sorgen fuhren in meinem Kopf Achterbahn und ich hab nicht mehr klar denken können. Am Abend dann bin ich tatsächlich fast in Ohnmacht gefallen und wurde schließlich ins Krankenhaus gebracht.

Das alles ist gestern, am Dienstag, passiert. Am Montag war die Welt noch in Ordnung. Ich war so happy über die Entwicklung der Alltagsliebe Facebookseite (62 ‘Gefällt mir’ Angaben – das nur so am Rande ;-)), ich freute mich, dass der HNO Arzt Lilli bescheinigt hatte, dass nach der Polypen OP alles gut verheilt ist. Am Montag ruhte ich in mir. Dienstag hat das alles durcheinander gebracht. Irgendwie ist gerade nichts mehr so wie es vorher war.

Das macht mich unsicher. Ich warte auf dieses Ergebnis von der Punktion. Hoffentlich ist alles nur halb so schlimm. Was aber, wenn…?! Und was, wenn mein Kreislauf nicht wieder stabil wird? Und was, wenn die Schmerzen in der Schilddrüse nicht nachlassen? Vielleicht hat der Arzt da etwas verletzt? Kriegen die Kinder viel von meiner Angst und Unsicherheit mit? Belastet sie das? Oh, wenn doch nur wieder Montag wäre.

Heute war Mittwoch. Heute habe ich etwas gelernt. Beziehungsweise wusste ich es schon, aber in solchen Situationen, wo einem das Wasser über dem Kopf zusammenschlägt und man sinkt und sinkt und keinen Halt unter den Füßen findet, da zählt nur eines: SCHAU AUF JESUS! So wie Petrus. Der hatte Mut und stieg aus dem Boot um Jesus auf dem Wasser entgegen zu gehen. Die ersten paar Schritte waren okay. Und dann machte Petrus einen folgenschweren Fehler: er sah auf die Wellen. Und er fing an zu sinken. Das hab ich am Dienstag gemacht: ich hab auf all die Sorgenwellen um mich herum gesehen. Und ich bin gesunken. Heute am Mittwoch war mir klar: ich muss mich entscheiden. Ich kann weiter sinken, oder ich mach es wie Petrus und SCHREIE: ‘Herr, rette mich!’

‘Sofort streckte Jesus ihm die Hand hin und hielt ihn fest.’ (Matth. 14, 31). Ich liebe diesen Satz. Und so habe ich das heute auch erlebt. Wenn wir versinken in unseren Sorgen und Ängsten und uns dazu entschließen, ‘Rette mich, Herr’ zu schreien, dann ist Jesus SOFORT da und HÄLT UNS FEST.

Der Mittwoch ist nun fast vorbei. Jesus hat mich heute fest gehalten. Es geht mir immer noch nicht wirklich gut, aber ich bin gehalten. Ich habe immer noch Bauchweh, wenn ich an das Ergebnis der Punktion denke, aber ich bin gehalten. Ich sinke nicht ins Unendliche, ich bin gehalten.

Es war für mich heute ein richtiger Kampf meinen Blick auf Jesus zu richten und ihn auch dort zu lassen. Nicht auf die Wellen zu schielen, die nach wie vor um mich herum toben. An der biblischen Geschichte finde ich interessant, dass Jesus den Sturm weiter wehen ließ und erst als er und Petrus wieder im sicheren Boot waren, legte sich der Wind. Petrus musste trotzdem auf dem wackeligen Wasser weitergehen, trotz seiner Angst.

Aber an der Hand von Jesus hat er sein Ziel erreicht, trotz aller Sorgenwellen.