Alles

Mein Alltag ist ein Wirbelwind. Es bleibt nicht viel Zeit zum Nichtstun. Oder zum Bloggen. Das Leben fliegt im Eiltempo an mir vorbei. Meine große Tochter war über Pfingsten das erste Mal bei einem dreitägigen Pfingstcamp dabei. Als sie nach Hause kam, sah sie aus wie ein Teenager. Ich könnte schwören, ich habe dieses Kind erst gestern zur Welt gebracht. Auch mein Jüngster verändert sich ständig. In seinem Bett liegt jeden Morgen ein neues Kind. Und während meine Kinder mir das Gefühl geben, dass ich unaufhörlich alt werde, laufe ich trotzdem zu Höchstformen auf. Ich schwinge mich von der Dreckwäsche im Keller zum Aufräumen im ersten Stock und mache Boxenstopp in der Küche um mal eben das Mittagessen zu kochen. Ich klebe Pflaster auf blutende Knie, ich kämme lange, hoffnungslos verknotete Haare und nehme dabei gelassen in Kauf, dass meine Nachbarn denken könnten, wir schlachten gerade ein Ferkel. Ich schüttel kiloweise Sand aus Hosentaschen und suche (und finde gelegentlich) verlorene Schuhe, Brillen, Zahnspange und Kuscheltiere. Ich ermahne, lache, umarme, schimpfe, tröste und singe das selbe Gute Nacht Lied gefühlte 100 Mal. Pro Kind versteht sich.

Ehrlich: ich liebe mein Leben. Ich liebe es eine Mama zu sein. Es gibt für mich nichts schöneres. Es verlangt mir oft alles und mehr ab, aber ich gebe mich gerne hin für schlabbernde Babyküsse und Kleinkindumarmungen. Trotzdem hat dieses Wirbelwindleben auch seine Tücken. Freie Zeit z.B. ist Mangelware. Und Zeit mit Gott erst recht. Ich hab Augen im Hinterkopf, wie ich meinen Kindern gerne mal versichere (und sie glauben mir das auch – mir entgeht NICHTS!), aber meine Augen schauen selten gen Himmel. Ich lese zu wenig in Gottes Wort. Ich bete zu wenig, zu kurz, zu oberflächlich. Und weil mein Alltag so intensiv, so angefüllt mit Aktivitäten ist, vergesse ich oft, warum ich diesen Zirkus eigentlich manage. Ich vergesse, was der Grund für meine Existenz ist, das Ziel meiner Reise.

Vor ein paar Tagen habe ich ein Buch zu Ende gelesen, das mich innerlich sehr aufgewühlt hat. ‘Alles’ von Jennie Allen. Jennie beschreibt, wie Gott sie an einen Punkt gebracht hat, wo sie alles an ihn abgeben konnte. ‘Alles’ beinhaltet ihre Träume, Vorstellungen, Ängste, Sorgen, Hoffnungen. Sie und ihr Mann haben angefangen zu beten, dass sie nichts festhalten wollen, sondern bereit sein wollen, alles zu tun, was Gott von ihnen möchte. Sie wollen dorthin gehen, wo Gott sie hinführt.

So sehr ich mein Leben auch liebe und genieße – es geht hier nicht um mich. Ich bin nicht in erster Linie dazu geschaffen, das ich mir ein nettes, gemütliches Zuhause einrichte, Kinder großziehe und Geld für den Lebensabend beiseite lege. Meine Lebensziele sollten nicht irgendwelche Urlaubsziele oder ein größeres Auto sein. Ich bin dazu geschaffen, Gott anzubeten und seine Liebe und Herrlichkeit auf dieser Welt weiterzugeben. Das vergesse ich ständig. Spülmaschine einräumen fühlt sich nicht gerade ‘herrlich’ an und zum Kindergarten fahren hat nichts von einem Missionseinsatz an sich.

Jennie Allen, übrigens selbst Mutter von vier Kindern, sagt aber genau das: wenn wir unser ‘normales’, ‘langweiliges’, ‘monotones’, ‘abgesichertes’ Vorstadtfamilienleben in Gottes Hände legen und ihm sagen ‘Dein Wille geschehe, nicht länger meiner!’ – dann verwandelt er unsere Welt in eine bunte, farbenfrohe Achterbahnfahrt. Denn ganz ehrlich: tief in uns drin sehnen wir uns nach mehr, nach Abenteuer, nach Abwechslung. Wir fragen uns bei der 10. Durchfallwindel: ‘Und das soll jetzt mein Leben sein?’. Wir wollen MEHR vom Leben, weil Gott uns Leben in FÜLLE versprochen hat! ER selbst hat diese Sehnsucht in uns hineingelegt und nur ER kann sie erfüllen. Das heißt jetzt nicht, dass wir alle nun unsere Koffer packen und Missionare im tiefsten Dschungel werden sollen. Aber Jennie erzählt von wunderbaren Erlebnissen, wie Gott ihnen und vielen von ihren Freunden die Augen geöffnet hat für Möglichkeiten Gottes Reich vor ihren Haustüren zu bauen. Jennie und ihrem Mann hat Gott den Auftrag gegeben ein Kind zu adoptieren. Andere haben große Geldsummen für Menschen in Not gespendet. Und für einige hat dieses Gebet der Hingabe tatsächlich einen Umzug zur Folge gehabt…

Was macht Gott mit mir, wenn ich ihm wirklich die Kontrolle über mein Leben überlasse? Das ist eine spannende Frage…ich stelle sie mir gerade. Mein Mann und ich beten dieses Gebet. Es macht mich unsicher. Denn ich habe schon sehr klare Vorstellungen davon, was ich gut finde und was nicht. Aber ich will bereit sein loszulassen und ich will nichts von dem verpassen, was Gott für mich, für uns vorbereitet hat. Genau wie Jennie Allen will ich nicht im Himmel ankommen und feststellen müssen, dass ich aus Bequemlichkeit, aus Angst oder wegen falschen Prioritäten viel verpasst habe. Ich will mitnehmen was geht…ich will Leben in Fülle.

 

Ein Feld voller Blumen

‘Schön bist du meine Freundin, ja, du bist schön.’
Hoheslied 1,15

Ich liebe Mohnblumen. Wenn ich zwei oder drei am Straßenrand sehe, gerate ich in Entzücken. Eines meiner Lieblingsgemälde ist von Claude Monet mit dem Titel ‘Mohnfeld.’ Ich habe noch nie so viele Mohnblumen auf einem Fleck gesehen, wie auf diesem wunderschönen Bild. Ehrlich gesagt, dachte ich, sowas gibt es heutzutage gar nicht mehr…

Letzte Woche bin ich alleine auf einen langen Spaziergang gegangen. Ich bin recht flott gelaufen und habe die ganze Zeit laut zu Gott gebetet. Es war eine herrliche Zeit, mein Herz war voller Lob für Jesus. Ich habe mich so sehr an der Natur um mich herum gefreut, an dem plätscherndem Bach an dem ich entlang gelaufen bin…in allem habe ich den Schöpfer so deutlich sehen können und war erfüllt von großem Staunen. Nach einer ganzen Weile bin ich über eine kleine Brücke gegangen und mein Weg führte in ein kleines Waldstück. Nachdem ich so lange in der Sonne war, taten mir die schattenspendenden Bäume gut. Die Sonne malte helle Punkte auf den dunklen Boden, die Vögel sangen fröhlich ihre Lieder und in meinem Herzen lobte ich Gott.

Nach kurzer Zeit war der Waldweg zu Ende, ich ging um eine Kurve – und mir blieb fast der Atem stehen: vor mir in der hellen Frühsommersonne lag ein riesiges Mohnblumenfeld! Ich konnte es kaum fassen! Schier endlos sah ich die schönsten Mohnblumen stehen, in ihrem herrlichen tiefroten Kleid. Dazwischen unzählige Kornblumen…ich war sprachlos und spürte sofort, dass das ein Geschenk von Gott war an mich. Ich hörte sein liebevolles Flüstern in meinem Herzen:

Ein Blumenstrauß wäre zu wenig. Ich lasse für dich ein ganzes Feld voller Blumen wachsen. 

Ich konnte meinen Blick von den Blumen nicht abwenden. Es war einfach nur atemberaubend schön. Tränen stiegen mir in die Augen und ich fühlte mich so vollkommen, so unendlich geliebt.

img_0685.jpgIch teile dieses besondere Erlebnis mit euch, weil diese Botschaft nicht nur für mich gilt. Gott liebt auch DICH unendlich! Er lässt auch für dich die Blumen wachsen und die Blütenblätter rieseln. Er kreiert die schönsten Sonnenuntergänge für dich und malt einen Regenbogen an den dunklen Regenhimmel – für dich.

Wir Frauen haben eine Sehnsucht nach Schönheit – und nurJesus allein kann diese Sehnsucht stillen.

Ich wünsche dir in deinem Alltag Momente, wo du dich unendlich von Gott geliebt fühlen kannst. Bitte ihn darum, dir auf ganz individuelle Weise zu begegnen. Du wirst erstaunt sein, wie liebevoll und zärtlich und so kreativ unser himmlischer Vater dein Gebet beantworten wird.

Adoption

Ich habe mir lange keine Gedanken über Adoption gemacht. Ich hatte zwar schon immer großen Respekt vor allen Eltern, die ein Kind adoptierten – aber das war weit weg und nicht greifbar.

Bis jetzt.

Mein Schwager und seine Frau haben bereits vier Kinder. Die zwei Jüngsten sind 8 Jahre alt. Die Eltern hatten schon lange den Traum zu adoptieren, aber als sich damals Zwillinge angekündigt hatten, lag der Gedanke erstmal auf Eis. Dazu kam die finanzielle Situation – eine Adoption kostet viel Geld. Im vergangenem Jahr gingen dann Türen auf, das Thema Adoption war wieder aktuell und seitdem ging alles ganz schnell: innerhalb von 9 Monaten wurde eine Organisation gefunden, ein Land ausgesucht, Flugtickets gekauft und seit ein paar Wochen sind unsere Verwandten in der Ukraine. Sie wohnen in einer viel zu kleinen Wohnung und besuchen jeden Tag ein Waisenhaus. Dort verbringen sie Stunden in einem Spielzimmer und lernen ihr neues Familienmitglied kennen: ein 18 Monate alter Junge. Als wir die ersten Bilder von dem Jungen gesehen haben mit der Nachricht, das sei ihr neuer Sohn, haben wir uns so sehr mitgefreut. Irgendwie ist ein Adoptionsprozess mit einer Schwangerschaft vergleichbar: die langen Monate des Wartens mit vielen frustrierenden und frohen Momenten, die extreme Anspannung kurz vor dem Kennenlernen und dann die große Freude, wenn man sich das erste Mal sieht….Der kleine Junge, der nun ein Teil dieser Familie ist, hat in seinem kurzen Leben schon sehr viel durchgemacht: als Frühgeburt wurde er von seiner Mutter abgewiesen, als sie sein blau angelaufenes Gesicht sah. Er leidet unter einem Herzfehler und wurde schon mehrmals operiert. Obwohl er 18 Monate alt ist, hat er die Größe von einem 6 Monate alten Kind und kann auch noch nicht laufen. Er ist furchtbar blass und seine Augen sehen so leer aus. Es ist für mich total bewegend, dieses verlorene Kind in den Armen seiner neuen Eltern zu sehen. Ab nun wird in diesen kleinen Menschen investiert, er wird geliebt, er bekommt Geschwister, er wird von Jesus hören. Sein Leben ist gerettet, er wird medizinisch top versorgt werden und seine Seele wird mit Liebe gestreichelt werden. Ich freue mich darauf, zu beobachten wie er Kräfte tanken unddas Laufen und das Lächeln lernen wird.

Das Thema Adoption ist plötzlich ganz nah an meinem Herzen. Ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn wir ein Kind adoptieren würden. Könnte ich es so lieben, wie meine eigenen? Wie würden wir umgehen, wenn sich Charaktereigenschaften zeigen, die nicht mit unserer Familie zusammenpassen? Wie kann ich ein Kind erziehen, das vielleicht im Mutterleib schon extreme Gefühle von Verlassensein erfahren hat? Wie würde sich unsere Familie verändern? Würde ich diese Veränderungen gerne zulassen?

Mein Mann hat es so treffend gesagt: ‘Adoption ist ein Akt der Liebe.’ Und Liebe investiert, auch wenn sie vielleicht nichts zurückbekommt. Liebe gibt, Liebe ist da, Liebe fragt nicht nach, Liebe opfert. Das muss ich als Mutter mir täglich und oft minütlich in den Sinn rufen - und das gilt wohl ganz besonders dann, wenn man ein Kind adoptiert. Es ist bestimmt ein Risiko, aber die Liebe erklärt sich dazu bereit, dieses Risiko einzugehen.

Ich bewundere meinen Schwager und meine Schwägerin, wie sie ohne Rücksicht auf Verluste diesen Weg gehen. Sie verzichten momentan auf allen erdenklichen Luxus um dieses Kind nach Hause zu holen. Sie scheuen keine Mühe um dem Jungen ein neues Leben zu bieten.

Ich sehe in alldem wunderschöne Parallelen zu dem, was Jesus für uns getan hat. Ich bin auch adoptiert. Adoptiert in die Familie Gottes. Jesus war kein Weg zu weit, nichts zu schwer und zu schmerzvoll, als dass er es nicht auf sich genommen hat um mich zu adoptieren und mir ein echtes, ewiges Zuhause zu geben. Ich denke, wer diese wunderbare Erlösung von Einsamkeit und Dunkelheit hin zu einem hellen und warmen und geborgenen Zuhause in Jesus erfahren hat, sollte einmal über Adoption nachdenken. Ob man nun tatsächlich selbst ein Kind adoptiert oder sich in irgendeiner Weise für die Waisen dieser Welt engagiert…ich bin mir sicher: das Thema Adoption liegt Gott sehr am Herzen.

 

Zum Muttertag

Gerade heute musste ich wieder daran denke, was für ein großer Segen es ist, eine Mama sein zu dürfen. Hier 10 Gründe, warum es eine sehr gute Entscheidung für mich war, Kinder zu bekommen:

1. Muttersein ist so ziemlich das aufregendste Abenteuer, die größte Herausforderung und die tiefgehendste Lebensschule, die man sich überhaupt vorstellen kann.

2. Wer eine Geburt überstanden hat, den haut so schnell nichts um.

3. Man kommt als Mama an seine Grenzen und geht darüber hinaus. Ich brauch nicht auf den Mount Everest zu steigen und muss nicht im Amazonas baden gehen. Wer wochenlang mit 4 Stunden Schlaf pro Nacht klar kommt und ohne mit der Wimper zu zucken Windeln mit herausforderndem Inhalt wechselt und mutig das vollgespuckte T-Shirt bis zum Abend anlässt, hat eine Tapferkeitsmedaille verdient.

4. Milchreis schmeckt einfach lecker und endlich hat man eine gute Ausrede, ihn jede Woche zu kochen. Und Spaghetti und Fischstäbchen. Und Pommes. Jam.

5. Auf dem Spielplatz nochmal Kind sein zu dürfen. Unbezahlbar! Hoch zu schaukeln, um die Wette Sandburgen bauen, Fangen spielen. Und (fast) keiner schaut dich schief an. Weil du ja die Mama bist, die sich ganz hervorragend um ihre Kinder kümmert. Herrlich!

6. Es zählt zu den wunderbarsten Gefühlen der Welt, wenn sich eine kleine Kinderhand an deiner festhält.

7. Der ganz besondere Moment, wenn dein Kind dein Lieblingsbuch mit einer ebenso großen Freude liest.

8. Geburtstagsparties. Mit Luftschlangen und Schokoladenkuchen. Das toppt jedes Geschäftsessen.

9. Kuscheln. Kuscheln. Kuscheln. Geborgenheit pur. Nicht nur für das Kind.

10. Ich kann über die herrlich komisch Sachen lachen, die meine Kinder manchmal so sagen. Neuestes Beispiel: Ich lese mit meiner Tochter in einem Buch über das Stinktier. Das Stinktier stinkt und vertreibt so seine Feinde. Da meint meine Tochter ganz ernst: ‘Ich mach das auch so. Ich furze immer, wenn mich jemand nervt.’

In diesem Sinne: ein Hoch auf den Muttertag und auf den großen Segen, das das Mamasein mit sich bringt.

Mein Lebensfilm

Letztes Wochenende war verregnet. Am Sonntag haben wir alte Familienvideos herausgekramt. Die erste Schwangerschaft. Das erste Mal Windeln wechseln. Der zweite Geburtstag von unserer zweiten Tochter. Der erste Geburtstagskuchen unserer dritten Tochter. Der Urlaub an der Nordsee. Die gefüllten Nikolausstiefel. Ich war regelrecht überwältigt von wunderschönen Erinnerungen! So vieles hatte ich schon vergessen und  in mir kam dieses wohltuende Gefühl hoch: unsere Familie ist super. Und ich bin eigentlich eine ganz tolle Mama.

Das hatte sich noch ganz anders angefühlt, als ich mit unserer Ältesten nur ein paar Stunden vorher eine Auseinandersetzung wegen ihres Outfits für den Tag hatte. Oder als ich schwer seufzend und innerlich nörgelnd mich daran machte, die Küche aufzuräumen. Oder als ich meinen Mann anschnauzte wegen…ich weiß gar nicht mehr weswegen. Wie sehr würde ich mir wünschen, mein Leben würde wirklich dieser selbst aufgenommenen Familienvideos gleichen. Immer happy, immer aufgeräumt, immer ausgeglichen.

Und jetzt ein herausfordernder, gewagter Gedanke: Gott ermöglicht mir genau das. Er kann es möglich machen, dass ich am Ende meines Lebens meinen Lebensfilm ansehen kann und nur staunen kann, wie schön, wie gut, wie herrlich alles war. Dazu muss ich zwei Dinge tun:

1. Wenn ich einen Fehler mache, wenn ich sündige, dann muss ich diese Sünde zu Jesus bringen und ihn um Verzeihung bitten. Wenn die Sünde eine Beziehung belastet, dann muss ich das bereinigen und um Vergebung bitten (das gilt übrigens auch im Bezug auf meine Kinder. Es ist eine sehr gute Schule der Demut, auf die Knie zu gehen und mein Kind um Vergebung  zu bitten, wenn ich ihm Unrecht getan habe…). Jesus verspricht unsere Sünden in die Tiefe des Meeres zu werfen. Und was da landet, bleibt in der Regel auch dort. Was vergeben ist, ist vergessen. Gelöscht vom Lebensvideo sozusagen!

2. Das Leben ist nicht immer fair. es passieren Dinge, die uns aus der Bahn werfen, die uns belasten und viele Zustände können wir nicht ändern. Was wir aber ändern, bzw. beeinflussen können ist unsere innere Einstellung. Wir haben immer die Wahl zwischen Bitterkeit und Dankbarkeit. Es ist ein unfaßbares Geheimnis, das Gott uns inmitten von Not und Traurigkeit Freude schenken kann. C.S. Lewis hat einmal gesagt: ‘Freude ist eine ernste himmlische Angelegenheit.’ Gott selbst IST Freude und wenn wir ihn in unsere zerbrochenen Herzen einladen, dann können wir uns innerlich freuen, egal wie die äußerlichen Umstände aussehen mögen. ‘In dir ist Freude in allem Leide…’ sagt ein alter Liedtext. Jesus kann es möglich machen, dass wir zutiefst zufriedene, dankbare und fröhliche Menschen werden, selbst wenn wir in diesem Leben mit Leid und Not und Enttäuschungen konfrontiert werden.

Jesus öffnet uns die Tür zu einem erfüllten Leben. Nicht erfüllt im weltlichen Sinne. Aber erfüllt von ewiger Freude, die uns nichts und niemand nehmen kann. Er hat Vergebung für all unsere Fehltritte bereit. Er kann uns weißer als Schnee waschen, wenn wir ihn nur lassen und unsere Sünde bereuen.

Wer hätte nicht gerne einen Lebensfilm, den man ansehen kann, ohne vor Schuld und Scham und Reue zu vergehen…Jesus kann das möglich machen! Ich möchte dir Mut machen jetzt und in diesem Moment mit Jesus zu reden und alles was dich belastet und beschwert an ihn abzugeben. Lade ihn ein in deinem Leben die Regie zu übernehmen. Bitte ihn um die Freude, die nie aufhört. Danke ihm für alles, was er für dich am Kreuz getan hat, als er für deine Schuld starb. Und preise ihn, dass er heute lebt und als König aller Könige regiert.

Ich bin so unendlich dankbar, dass ich Jesus kennen darf. Was wäre mein alltägliches Leben ohne ihn? Wie würde mein Lebensfilm aussehen ohne ihn? Es wäre ein Drama ohne Happy End…dank Jesus befinde ich mich in einem spannenden, romantischen Abenteuerfilm, der mit Sicherheit gut ausgehen wird.

 

Mut

Ich weiß nicht, wie es dir geht – aber ich brauche für meinen Alltag viel Mut. Ich brauche Mut für mein Mamasein. Oft wache ich früh auf und möchte mich wie eine kleine Maus verstecken. Zu groß sind oft die Anforderungen, die Herausforderungen, die Erwartungen. In letzter Zeit war ich oft mutlos. Das letzte Mal vor ca. 2 Stunden. Die Dreckwäscheberge, die wir als Souvenir von unserem Urlaub mit nach Hause gebracht haben, die noch nicht ausgeräumten Koffer, das große Fragezeichen in meinem Kopf, wenn ich darüber nachgedacht habe, was ich zu Mittag kochen soll. All das hat in mir Mutlosigkeit hervorgerufen. Wie soll ich es nur schaffen? 

Vor ein paar Wochen habe ich ein Lied entdeckt mit dem Titel: ‘You make me brave’. Du machst mich mutig. Und das ist auch schon die Antwort auf meine Frage. Nein, ich schaffe das alles nicht. Aus eigener Kraft – nie im Leben. Wenn es nach mir ginge, würde ich mich verkriechen, ich würde mutlos die Arme sinken lassen, ich würde bitter werden und mürrisch. Aber Jesus schenkt mir Mut. Er macht mich mutig. Für meinen Alltag. In all den Alltagsstürmen schenkt er mir Durchhaltevermögen, verleiht mir die nötige Kraft und meistens noch viel mehr. Ich weiß nicht, wie es Mamas ohne Jesus schaffen. Ich könnte es nicht. Das gebe ich ganz offen zu – ohne Jesus, nie im Leben! Ich wäre eine miserable Mutter, ohne Motivation. Da bin ich mir sicher. Vielleicht hätte ich meine guten Tage, aber die meisten wären eine Katastrophe. Weil ich mit jedem Tag den ich lebe mehr erkenne, wie abhängig ich von Jesus bin, wie verzweifelt ich ihn brauche. Ist das ein Armutszeugnis? Damit passe ich so gar nicht das neue Bild von der Karrierfrau, die neben Kinder und Haushalt noch den Job schafft. Ja, es ist wohl tatsächlich ein Armutszeugnis. Und in der Welt verlacht.
Es ist ein Geheimnis, das kein Mensch je vollständig begreifen kann: ich in Jesus, Jesus in mir. Er der Weinstock, ich die Rebe. Ohne ihn bin ich nichts und kann ich nichts. Nichts was Ewigkeitswert hat. Und gerade das gibt mir ironischerweise Mut. Meine Bankrotterklärung gibt mir Aufwind. Weil seine Kraft in mir lebendig wird, wenn nichts mehr geht. Weil seine Perspektive mir den Horizont erweitert, wo andere aufgeben. Weil Wäscheberge und motzige Kinder und Elternabende und Krümel am Boden plötzlich erträglich werden, wenn ich auf das Kreuz sehe. Jesus rückt mein chaotisches Alltagsleben gerade, er verleiht mir einen ewigen Blickwinkel, er schenkt meinem verzagten Mamaherz Mut.

 

Glitzerschuhe

‘Höre mich, Königstochter, und nimm dir zu Herzen, was ich sage: Vergiss dein Volk und deine ferne Heimat, denn dein königlicher Gemahl freut sich an deiner Schönheit. Verehre ihn, denn er ist dein Herr!’

Psalm 45, 11+12

Vor zwei Wochen war ich mit meiner dreijährigen Tochter Marit bei einem Kleiderflohmarkt. Gleich zu Anfang fielen ihr ein paar Glitzerschuhe ins Auge. Weil wir absolut keine Glitzerschuhe brauchen und ich eigentlich nur nach T-Shirts und ein paar Sommerkleidern Ausschau hielt, haben wir die Schuhe erstmal wieder zurückgestellt. Auf dem Weg zur Kasse holte Marit wieder diese Schuhe hervor und, ganz ehrlich, ich fand sie ja auch toll. Glitzer vorne und hinten und an der Seite! Das hat sogar mein Herz höher schlagen lassen. Und da hab ich Marit die Schuhe gekauft. Einfach so! Das muss auch mal sein.
Als Marit die Schuhe dann ganz stolz angezogen hat und sie mir und ihrem Papa und der halben Nachbarschaft präsentiert hat, musste ich mich daran erinnern, wie ich als kleines Mädchen eine Vorliebe für Schuhe mit Schnalle und kleinem Absatz hatte. Am besten noch Lackschuhe, die so schön glänzen. Wenn ich tatsächlich mal solche Schuhe bekommen hatte, bin ich stundenlang umhergegangen und hab dabei nur auf meine Füße geschaut. Ich habe es als Mädchen GELIEBT mich herauszuputzen, mich schön zu machen, schwingende Röcke anzuziehen.
Genau das beobachte ich auch bei meinen Töchtern. Die Frage: ‘Schaue ich schön aus?’ hören wir als Eltern oft und ich staune, wie alle meine Mädchen eine Vorliebe für Schönheit haben…sei es ein schöner Stoff, eine besonders schön gemusterte Blume, ein langes Kleid.
Gott hat das in uns Frauen hineingelegt: die Liebe zur Schönheit und vor allem die Sehnsucht nach Schönheit. Warum räumen wir wohl immer und immer wieder das Wohnzimmer auf? Warum kaufen wir Blumen für die Vase? Warum tragen wir Wimperntusche? Es ist unsere DNA. Wir lieben Schönheit. Wir sehnen uns nach Schönheit.
Ich bin in den letzten Tagen öfters über Marits Glitzerschuhe gestolpert (gedanklich, aber auch im wahrsten Sinne des Wortes, mit Aufräumen hat sie es nicht so…). Und ganz ehrlich: seit ich Mama bin, sind die Momente, wo ich in den Spiegel schaue und positiv überrascht bin, etwas rar gesät. Meistens trage ich spielplatzfreundliche Kleidung, zum Haare waschen reicht die Zeit morgens nicht immer, geschweige denn zum Schminken. Ich rieche nach saurer Milch und Fischstäbchen und mein 10 Monate alter Sohn benutzt mich gerne als Taschentuch. Innerlich träume ich oft von Glitzerschuhen und vielleicht einem Abendkleid. Von mit großer Sorgfalt aufgetragenem Make-up. Und dann wird weiter gewickelt und der Boden gesaugt und das Abendessen vorbereitet.
Nein, wie eine Königstochter fühle ich mich nicht gerade. Aber Gott sieht mich an, wie ich da mit meiner Schürze in der Küche stehe und besagte Fischstäbchen in der Pfanne wende und er erfreut sich an meiner Schönheit. Das ist unglaublich. Aber wahr. Gott sieht mich in meinem Alltagsstress und er findet mich schön. Er spricht Würde in mein Dasein, er spricht Sinn in das, was ich täglich tue.
Ja, ich sehne mich nach Schönheit und vergesse dabei oft, wer Schönheit überhaupt erfunden hat. Wer der Inbegriff von Schönheit ist. Wer mich schön gemacht hat, wer die Idee hatte, mir eine Vorliebe für duftende Blumen und Ohrringe  und Glitzerschuhe zu geben. Jesus, durch den die Welt geschaffen wurde, der sich Korallenriffe und Apfelblüten ausgedacht hat. Der den Himmel mit Sternen, die wie Juwelen funkeln, geschmückt hat und die atemberaubendsten Sonnentuntergänge kreiert. Jesus, der Schöpfer aller Schönheit, erfreut sich an meiner Schönheit. Und meine Sehnsucht nach Schönheit ist nichts anderes, als eine Sehnsucht nach ihm. Nach Jesus. Weil ER die Schönheit IST.
Das nächste Mal also, wenn du in deinem Alltag inne hälst und stirnrunzelnd das Chaos um dich herum betrachtest. Wenn du dann deinen Blick an dir heruntergleiten lässt und mindestens 10 verschiedene Flecken auf deiner Hose findest und dir dann an den Kopf greifst und deine Haare fühlst, die mal wieder einen ‘bad day’ haben – dann verzweifle nicht und sag nicht, dass du es nie auf die Reihe kriegen wirst und Glitzerschuhe definitv nicht mehr zu deinem Leben dazugehören. Nein, denke an Jesus und wie er sich an dir erfreut und dich schön findet. Denke daran, dass du eine Königstochter bist, ein Mensch mit unsagbarer Würde. Suche in deinem Alltag weiter nach Schönheit, suche weiter nach Jesus und lass dich von ihm finden. Und hör nicht auf, die Welt um dich herum schön zu machen. Das ist unsere Aufgabe als Frauen, als Mütter. Wir bringen Schönheit in diese Welt! Es sind die Glitzerschuhe in Größe 24, die Tulpen in der Vase, der gedeckte Tisch. Und alles fängt an mit einer Begegnung mit dem Erfinder von Schönheit…
‘Der Herr, dein starker Gott, der Retter, ist bei dir. Begeistert freut er sich an dir. Vor Liebe ist er sprachlos ergriffen und jauchzt doch mit lauten Jubelrufen über dich.’  Zefanja 3,17

Bastelidee – Stoffostereier

Meine große Tochter hat mir am Freitag ganz begeistert vom Werkenunterricht erzählt, wo sie Ostereier genäht haben. Heute hat sie mir beigebracht wie das geht und ich war so begeistert, dass ich diese Bastelidee gerne mit euch teilen möchte.

Du brauchst:

Stoffreste
Nadel und Faden
Watte

alltagsliebeosterei1Den Stoffrest legt ihr doppelt und zeichnet mit Hilfe einer Schablone ein Osterei auf. Das schneidet ihr dann aus und habt dann zwei Ostereier. Das fixiert ihr mit Stecknadeln aufeinander und näht es dann zusammen. Lasst am Ende ein paar Zentimeter frei und stopft ein wenig Watte in das Ei und näht dann komplett zu. Die Watte ein wenig verteilen und noch einen Anhänger ranknoten und fertig ist ein schönes Osterei!

alltagsliebeostereiViel Spaß beim Nachmachen!

 

Gebt den Kindern Zeit!

Heute früh hatten wir jenes Szenario, das wir jeden Morgen haben. Von Montag bis Freitag. Dieses Szenario heißt ‘Wir müssen bis halb 9 im Kindergarten sein’ und beinhaltet, dass mindestens ein Kind von mir ungeduldig die Treppe hoch oder runter gezogen werden muss und dass beim Frühstück keine Zeit bleibt. Es beinhaltet, dass das Zähneputzen ‘schnell, schnell’ gehen muss und beim Jacke anziehen irgendjemand der Geduldsfaden reißt. Diese eineinhalb Stunden zwischen 7 und halb 9 machen mich fertig und ich staune hinterher jedesmal, dass der Tag eigentlich noch gar nicht richtig angefangen hat. Wenn ich aus dem Kindergarten rauskomme, bin ich schweißgebadet und wünsch mir das Wochenende herbei.

Meine jüngste Tochter, dreieinhalb Jahre alt, HASST diese Rumtreiberei am frühen Morgen und will sich vor dem Frühstück eigentlich erstmal für eine halbe Stunde ins Spielzimmer verziehen. Aber nein, wir müssen uns anziehen und Haare kämmen! Sie ist auch nicht so der Frühstücksesser – am Wochenende so ab 10 wird mal so nebenbei eine halbe Semmel mit Nutella verdrückt, aber ohne großen Enthusiasmus. Irgendwie tut sie mir echt leid, wenn sie da vor ihrer Müslischüssel sitzt und mehr Milch danebenkleckert als in den Mund gelangt und damit natürlich ihre Kleidung einsaut. Was mich wiederum zur Weißglut bringt, weil wir KEINE ZEIT zum Umziehen haben.

Zu diesem Zeitpunkt ist meine Älteste (7 Jahre) schon längst außer Haus. 2. Klasse Grundschule. Sie wird so gegen 13 Uhr nach Hause kommen und um 14 Uhr werde ich sie dazu drängen müssen mit den Hausaufgaben anzufangen. Sie ist ein wirklich schlaues Mädel, meine Große, aber nach 5 Stunden Schule hat sie keine große Lust auch noch 1 1/2 Stunden Hausaufgaben zu erledigen. Was machen die eigentlich die ganze Zeit in der Schule, frage ich mich, dass die Lehrerin es für notwendig erachtet den gefühlten gesamten Unterrichtsstoff als Heimarbeit aufzugeben? Ist das schon der Gymnasiumdrill? Irgendwie werden wir uns durch die Aufgaben durchwurschteln und am Ende sind wir beide erledigt. Kopfrechnen war noch nie meine Stärke und das hab ich anscheinend weitervererbt. Um 16 Uhr waren wir gestern endlich fertig und Joela meinte in der letzten Zeit öfters sehr frustriert: ‘Ich hab keine Zeit mehr zum spielen!’ Und das ist wirklich so! Dieses zeitvergessene, in eine andere Welt abgetauchte Spielen – dafür hat sie keine Zeit mehr. Nach den Hausaufgaben geht es raus an die frische Luft, das ist auch wichtig, ja, aber ich wünschte ich würde meine Tochter öfter mit ihren Playmobilsachen hantieren sehen. 2. Klasse und keine Zeit mehr zum spielen. Das macht mich sprachlos.

Ich bin ja sowieso schon eher abgeneigt irgendwelche extra Termine für meine Kinder einzuplanen – der Gang zum Kieferorthopäden ist schon immer eine kleine Katastrophe (‘wir wollen aber spielen!!’). Wenn mich meine Kinder nach dem Mittagessen fragen, ob für den Nachmittag irgendetwas geplant ist und ich sage ‘Nichts!’, dann ist die Freude groß. Und ich glaube, das liegt daran, dass Kinder vor allem Zeit brauchen. Zeit zum spielen, Zeit zum nichtstun, Zeit zum draußen herumströmern, Zeit zum basteln, Zeit zum kuscheln mit Mama. Zeit, Zeit, Zeit. Für Kinder gibt es wohl nichts schlimmeres als zu irgendeinem Termin zu hasten, die genervte und gestresste Mama im Rücken, weil wir ja wie immer zu spät dran sind.

Ich bin immer am Überlegen, wie ich meinen Kindern im Alltag mehr Zeit geben kann! Ich hab z.B. gemerkt, dass das Küche aufräumen am Nachmittag ein großer Stressfaktor für uns alle ist. Ich will es erledigt haben, die Kinder brauchen aber alle nach dem Vormittag weg von zu Hause Aufmerksamkeit. Gut, jetzt bleibt die Küche eben bis zum Abend ein Sauhaufen – wenn das meinen Kindern Zeit gibt, soll mir das recht sein. Ich will mich auch nicht mehr in der Früh so stressen lassen, von wegen bis halb 9 im Kiga. Wenn man ein Baby hat, das gerne noch mal volle Kanne in die Windel reinmacht, wenn alle schon fertig angezogen sind, kann man sowieso mit Sicherheit davon ausgehen, dass wir zu spät kommen. Aber ist das so schlimm?  Wir sind zwar in der Regel mit die letzten, die im Kiga eintrudeln, aber wenn das bedeutet, dass ich 5 Minuten mit meiner Jüngsten kuscheln konnte und ich kein einziges Kind entnervt angefahren habe, dann soll mir das recht sein! Und warum nicht mal öfters ein langes Wochenende einlegen und den Vormittag im Schlafanzug verbringen? Gebt den Kindern Zeit…

Der Trend hält genau dagegen. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was ein dreijähriges Kind durchmacht, wenn es jeden Morgen um halb 7 bei der KiTa abgeliefert wird und erst kurz vor Schluss irgendwann am späten Nachmittag abgeholt wird. Eine Arbeitskollegin meines Mannes lobte die Krippe, wo sie ihr Kind unterbringt, weil sie es auch nehmen, wenn es Fieber hat. Ganztagsschulen sind ja momentan auch groß im Kommen. Die Mamas haben keine Zeit mehr für ihre Kinder und die Kinder haben keine Zeit mehr zum Kindsein. Das ist ein schrecklicher Teufelskreis und ich will da nicht mitmachen.

Ich will meinen Kindern Zeit geben, sie so lange wie nötig von unnötigem Terminstress fernhalten. Nein, mein Kinder lernen noch keine Gitarre und gehen tatsächlich in kein Kinderturnen. Dafür klimpern sie schräg auf meinem Klavier herum und wir singen lustige Lieder dazu. Und der Kletterbaum vor unserem Haus ist ein wahres Kinderparadies! Meine Kinder sollen ihre Kindheit genießen dürfen. Das wünsche ich ihnen von ganzen Herzen.

Kräuterwunder

Vielleicht erinnert ihr euch an diesen Beitrag: Sorgenwellen. Da hab ich euch von der Schilddrüsenpunktion erzählt und wie die Zyste in meiner Schilddrüse arg eingeblutet ist und ich einen großen ‘Knubbel’ vorne am Hals hatte. Das sah nicht nur blöd aus, sondern war auch extrem unangenehm. Ständig hatte ich das Gefühl jemand würde mir auf den Kehlkopf drücken.

Ich war noch einmal bei einem Schilddrüsenexperten, der meinte, dass man da nicht viel machen kann und ich einfach damit leben muss. ‘Es gibt ja jetzt so schöne modische Tücher. Da können Sie das gut verstecken.’ Ich hab innerlich resigniert und nachdem ich das Ergebnis erhielt, dass der Knoten in der Schilddrüse gutartig ist, dachte ich: ‘Na ja, mit diesem Knubbel muss ich halt dann irgendwie auskommen. Wenigstens ist alles mit dieser Zyste okay.’

Eine liebe Freundin hat mir dann den Tipp gegeben, Kräuterumschläge zu machen. Weil ich keine Alternative hatte, hab ich mich darauf eingelassen. Um ehrlich zu sein: ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein paar unscheinbare Kräuter diesen großen Knoten in irgendeiner Weise bekämpfen sollen. Irgendwie kam mir das so vor wie David gegen Goliath.

Aber wie schon gesagt, ich hatte keine andere Behandlungsmöglichkeit und hab mir dann den ersten Wickel gemacht. Und der schlug ein wie eine Bombe. Es fühlte sich so an, als würde sich eine Schlinge um den Knoten legen und er würde herausgezogen werden. Ich hab den Wickel relativ schnell wieder abgemacht und hab etwas irritiert festgestellt, dass die Stelle am Hals ganz rot war und der Knoten ganz deutlich hervorstand. Ein Anruf bei meiner Freundin beruhigte mich: eine Erstverschlimmerung sei normal. Ich hab dann regelmäßig diesen Wickel um den Hals getragen und innerhalb von Tagen hat sich der Knoten sichtbar verkleinert.

Heute ist er kaum mehr sichtbar.

Ein paar Tage bevor meine Freundin mir all diese Kräuter gegeben hat, habe ich folgendes in der Bibel gelesen:

‘Ich will die Weisheit der Weisen vernichten und die Klugheit der Klugen verwerfen. … Obwohl die Welt von Weisheit durchdrungen ist, konnte sie ihn durch ihre Weisheit nicht finden. Gott hat eine Botschaft, die unsinnig erscheint, dazu benutzt, alle zu retten, die daran glauben. Wenn wir also Christus als den Gekreuzigten verkünden, sind die Juden entrüstet und die Griechen erklären es für Unsinn. Für die aber, die von Gott zur Erlösung berufen sind – Juden wie Nichtjuden – ist Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Der scheinbar absurde Plan Gottes ist immer noch viel weiser als der weiseste Plan der Menschen, und die Schwäche Gottes ist weitaus stärker als die Menschen sind. … Gott hat das auserwählt, was in den Augen der Welt gering ist, um so diejenigen zu beschämen, die sich selbst für weise halten. Er hat das Schwache erwählt, um das Starke zu erniedrigen. Er hat das erwählt, was von der Welt verachtet und gering geschätzt wird, und es eingesetzt, um das zunichtezumachen, was in der Welt wichtig ist, damit kein Mensch sich je vor Gott rühmen kann.’ 1. Korinther, 1 19, 21 und 23-29

Hier geht es zwar in erster Linie um Jesus und seinen Opfertod, aber da wird etwas betont, was Gottes Art zu sein scheint, Dinge in dieser Welt zu bewegen: er wählt das Geringe, das Unscheinbare, das Schwache, das von der Weisheit der Welt als Unsinn betitelte. Der Schilddrüsenexperte hat mir klipp und klar gesagt, gegen diesen Knoten kann man nicht viel machen (außer Hormone einnehmen und hoffen, dass sich der Knoten um ca. 40% verkleinert. Die Hormone hab ich aber überhaupt nicht vertragen…). Und dann nehme ich ein paar kleine Kräuter, die irgendwo versteckt vor sich hinwachsen, die übersehen und übergangen werden, die ich in meinem Garten mit größter Wahrscheinlichkeit als Unkraut weggeschmissen hätte – diese kleinen Pflanzen nehmen mir das Leiden. Gott hat das Schwache erwählt, um das Starke zu erniedrigen.

Und wenn man diesen Gedanken weiterdenkt, dann kann man das auf alle Lebensbereiche anwenden. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht: aber wenn ich Windeln wechsle, dann fühle ich mich nicht gerade so, als würde ich die Welt verändern. Oder wenn ich zum xten Mal am Abend das Spielzeug im Wohnzimmer einsammle. Ihr lieben Mamas, lasst euch nicht täuschen! Mit jedem kleinen Alltagshandgriff leistet ihr Arbeit, die in Gottes Reich Ewigkeitswert hat. Mit jeder liebevollen Umarmung rüstet ihr euer Kind dazu aus, einmal den Plan Gottes auszuführen .Es ist das Kleine, das Unscheinbare, das Gott wertschätzt und benutzt! Gott tickt anders als wir! Es ist nicht die Karriere, nicht der fette Betrag auf dem Konto, es nicht das schicke Auto, der tolle Jahresurlaub – es sind die KLEINEN ALLTAGSDINGE, die für Gott wichtig sind!

Es ist nicht auszudenken, was Gott im Unsichtbaren bewirken kann, wenn wir uns dieser Wahrheit ganz hingeben. Wenn wir diese Botschaft glauben, die in der Welt als Unsinn beschimpft wird. Gott geht einen Weg, der unserem menschlichem Denken fremd ist und sich sogar oft unangenehm anfühlt. Es geht gegen unsere menschliche Bequemlichkeit. Manchmal sogar gegen unsere Träume. Es ist nicht einfach, sich Jesus ganz hinzugeben und im Kleinen treu zu sein und immer wieder zu sagen: ‘Für dich, Herr.’

Aber dieses ‘Kräuterwunder’ hat mir etwas klar gemacht: für Gott zählen die kleinen Dinge. Es ist nicht immer das Große, Spektakuläre. Und wir Mamas wissen das nur zu gut! Es ist nicht glamourös, wenn man nach saurer Milch riecht, Dehnungsstreifen ohne Ende am Bauch hat und Augenringe bis zu den Kniekehlen. Es hat nicht wirklich den Hauch von tiefgreifendem Einfluss auf das Weltgeschehen, wenn wir zum 100. Mal ‘Oma und Frieder’ vorlesen und zum 200. Mal ‘Wer hat die schönsten Schäfchen’ singen. Wir schaffen es ja nicht mal unsere Tasse Kaffee am Nachmittag auszudrinken, wie bitteschön, tragen wir zum Aufbau des Reiches Gottes bei?!
Fragst du dich auch oft: WAS MACHE ICH HIER EIGENTLICH???

Die Antwort: Du trägst dazu bei, dass Jesus bald wiederkommen kann. Du veränderst diese Welt, weil du Liebe in deine Kinder pflanzt. Du hast ja keine Ahnung, wie sich die finsteren Mächte und Gewalten über dich ärgern, weil du gegen den Mainstream angehst. Weil du dich FÜR Familie und FÜR deine Kinder entscheidest. DAS ist das Reich Gottes! Du baust ein Fundament, so dass deine Kinder Geborgenheit erfahren und Jesus kennenlernen können.

Das Reich Gottes findet am Abendbrottisch statt. Beim Pausenbrot schmieren. Beim Popo-abputzen. Beim Pflaster aufkleben. Beim Gute-Nacht-Kuss geben.

Es ist das Kleine und Geringe. Ich habe meine Lektion gelernt: ich will es nicht mehr als gering achten.