Zum guten Schluss

Eigentlich sollte ich schon längst schlafen. Mein Mann neben mir macht es mir vorbildlich vor.Trotzdem will ich noch schnell ein paar Gedanken festhalten, die mir gerade wichtig geworden sind.

Die Phase mit kleinen Kindern ist extrem anstrengend. Und herausfordernd. Ruhige Nächte sind Mangelware. Vor kurzem habe ich einen Sketch von einem englischen Komiker gesehen, der sagte Paare mit kleinen Kindern wünschen sich vorm Bettgehen keine gute Nacht mehr. Sie wünschen sich viel Glück. Und welches Ehepaar führt nicht diesen heimlichen Wettkampf aus: wer schafft es, sich länger schlafen zu stellen wenn das Baby weint?! Also ich mach das und ich glaub, ich hab bisher öfter gewonnen, als mein Mann. Der weiß das natürlich nicht.

Wer sehnt sich nicht nach jener glorreichen Zeit, wenn man sich nicht mehr wie eine Milchkuh fühlt und die Zähne der Kinder nicht mehr nachputzen und den Kleinkindpopo nicht mehr abwischen muss? Ach, wie herrlich wird es sein, wenn unsere Kinder ihre Jacken ALLEINE zumachen können und ohne unsere Hilfe sich ihren Saft einschenken und ihre Pfannkuchen nicht mehr von uns in klitzekleine Stückchen geschnitten bekommen. Oh, welch segensreiche Zeit, wenn sie endlich ihre Gute Nacht Geschichten selber lesen und man keine Sorge zu haben braucht, dass der Babysitter anruft, weil der Schnuller unauffindbar ist.

Wir können es manchmal kaum erwarten, dass unser Alltag endlich einfacher und überschaubarer und besser planbarer wird. Und wir vergessen dabei, dass Gott gerade in den schwierigsten und anstrengendsten Phasen unseres Lebens uns formen will. Uns wachsen lassen will. Würde es nach uns gehen würden wir doch das Zahnen, die Wutanfälle, den Stress beim Haare kämmen, die Tränen beim Haare waschen, den Trotz beim Geschirrspülmaschine-ausräumen-helfen – all das, wo wir meinen, das macht uns das Leben unnötig schwer – das würden wir doch weglassen! Welche Mutter schreit schon freiwillig ‚hier‘ wenn es um die Vergabe von vollgepinkelten Bettlaken geht? Oder trödelnden Kindern, wenn man doch schon vor 5 Minuten hätte losfahren müssen?

Ihr lieben Mamas: haltet aus! Nehmt es an. Nehmt es in euch auf. Diese Phase. Diese anstrengende, ermüdende, alles-aus-uns-herausholende-Zeit. Es ist nicht nur eine Zeit zauberhafter Neubeginne, es ist eine Zeit des Wachsens – für uns! Wir können in diesem Schmelzofen der mit Kugelschreiber vollgemalten Couch und übergekochter Milch und dunklen Augenringen näher zu Jesus wachsen. Er kann unseren Charakter formen und unseren Glauben reiner machen. Er kann die Ecken und Kanten unseres Herzens abschleifen und uns weicher machen. Barmherziger. Geduldiger. Liebevoller.

Nehmt das Heute an. Nehmt eure Kinder an. Küsst diese marmeladenverschmierten Münder! Und haltet euch an Jesus. Haltet euch fest an ihm. Er trägt uns da durch. Seine Gnade genügt! Seine Gnade genügt.

So und jetzt muss ich aber wirklich schlafen. Es ist spät. Und morgen wollen vier Kinder wieder durch den Tag geliebt werden. Ich hoffe, das wird eine gute Nacht. Wünscht mir viel Glück!

(Zu diesem Beitrag hat mich folgender Artikel inspiriert: ‚Frantic‘ von Rachel Jankovic)
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2 Gedanken zu „Zum guten Schluss

  1. Liebe Inka,

    danke für diesen Artikel. Ich habe geweint beim Lesen, denn ich stecke ja auch mittendrin. Oft denke ich inzwischen schon: Ja, Jesus hat mich verändert, ich bin geduldiger, liebevoller, weniger auf mich bezogen. Doch dann ist das Erste, was ich morgens um 6.30 Uhr die Schreiende Fünfjährige, weil die kleinere Schwester mal wieder nicht macht, was sie soll. Dabei würde ich so gerne länger schlafen, und noch viel lieber hätte ich ein Haus voller Freude, Lachen oder manchmal auch Ruhe. Das Schreien und Wüten ist das Schlimmste. Ich weiss auch nicht, wie ich dies beenden kann. Ich kann meiner Tochter nicht immer ihren Willen geben, besonders nicht, wenn ihr Wille ist, die Kleinere zu schickanieren.
    Dabei fällt mir wieder ein Lied von Hillsong ein: „Jesus, All I want is to be like you“.
    Dann habe ich gerade ein bißchen durch dein Archiv geblättert und diesen Artikel gefunden: alltagsliebe.com/2011/12/20/ein-trotziges-kind-und-der-frieden-gottes
    Ich wünschte, ich wäre schon verändert. Oder wie Glennon (momastery.com) immer sagt: I don’t like parenting. I love having paranted 😉
    Schön, dass ich deinen Blog gefunden habe. Er ist mir ein guter Begleiter auf dem Weg.
    Alles Liebe von Nina
    Ps. Ich würde mich übrigens sehr über deine Teilnahme bei meiner Aktion freuen
    http://llovelyfreak.wordpress.com/2013/11/18/adventszauber-jeder-tag-leuchtet-hell-blogaktion/

    • Liebe Nina, Mensch, ich hab mich so über deinen Kommentar gefreut!! Entschuldige, dass ich erst jetzt antworte…deine Aktion finde ich super! Ich würde echt gerne mitmachen, obwohl ich gerade noch keine Ahnung habe, wie und was und wo und wer…aber plan mich mal mit ein! =) Ich versuche auch deine Aktion nächste Woche noch vorzustellen. Hliche Grüße – Deine Inka

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